Im Mai 2022 bin ich zu einer längeren Reise nach Italien aufgebrochen. Hier nun Teil zwei der Reise, beginnend im November 2022.                                                                                                                                    Endgültige Fassung

meine Reiseroute durch Italien, Frankreich war so nicht geplant

27. Woche vom 7. bis 13. November 2022
Nach einem zweiwöchigen Besuch in der deutschen Heimat bin ich nun wieder “on the Road” und auf dem Weg nach Süden. Der erste Halt am Montag Morgen beim US Konsulat in München. Ich habe das B2 Visum für die USA beantragt und muss dafür zu einem persönlichen Interview Termin erscheinen. Das klingt bedeutender als es ist. Eine Stunde Wartezeit nebst 5 minütiger Befragung, dann habe ich das Visa. Hinterher weiter ins schöne Tirol, Freunde besuchen. Dienstag bei schönem Wetter über den Brenner bis nach Bozen. Strecke und Stellplatz sind auch tags darauf bekannt als ich bis Caldonazzo komme. Donnerstag auf der SS47 durchs schöne Valsaguna bis Bassano del Grappa. Eine schöne Stadt, wichtige Quelle des bekannten Destillates.  

Bassano del Grappa

           Tempio Ossario

 dem Grappa so nah

Freitag ist das Wetter schön und warm genug für eine Tour mit dem Rad. Auf zum Monte Grappa, dem Klassiker der Region. Die Strecke führt steil rauf bis auf 1.776 m. Vom Gipfel, Schauplatz sinnloser Gefechte im 1. Weltkrieg, der weite Blick. Richtung Süden ist da nur flaches Land. Überraschend wie sich das praktisch ohne Übergang in eine steile Berglandschaft wandelt. Der Samstag dann bewölkt und kühl. Ich fahre weiter nach Citadella, deren Stadtkern noch immer von einer hohen und kompletten

Mauer umgeben ist. Auf der kann man sogar die Stadt umrunden. Coole Perspektive. Sonntag schaut die Sonne wieder vom meist blauen Himmel. Ich fahre mit dem Rad nach Vicenza, bei dem geringen Verkehr ist das kein Problem. So ausgerüstet schaffe ich in der Stadt auch ein komplettes Besichtigungsprogramm. Teatro Olimpici, Museo Civico, einige Palazzi des Architekten Paladio aus dem 16.Jh. Im Zentrum findet heute ein großer Antikmarkt statt. Da werden tolle Sachen angeboten, die weit vom Trödel entfernt sind. Mit dem Rad sind auch Ziele außerhalb in Reichweite: Monte Berico mit seiner tollen Kirche, die Villa “Ai Nani” mit zahlreichen Zwergen Statuen, und die Villa Rotonda als Urform architektonischen Stils, ebenso von Paladio. Die Wettervorhersage verspricht inzwischen für die nächste Zeit sinkende Temperaturen und mehr Regen. Ich sollte mich wohl beeilen, um etwas schneller in den hoffentlich wärmeren Süden zu kommen.     

Citadella mit seiner Stadtmauer

Vicenza, Piazza dei Signori

     Chiesa di San Lorenzo

           Monte Berico

           Villa Rotonda

28. Woche vom 14. bis 20. November 2022
Montag steht Padua auf dem Zettel. Ich parke außerhalb des Wassergrabens und Resten der Stadtmauer. Das alte Zentrum gefällt mit dem Caffe Pedrocchi und vor allem mit der Universität, die in 2022 ihr 800jähriges (!) Jubiläum feiert. An den alten Mauern zahlreichen Wappen von Gönnern, Schülern und europäischen Verbindungen. Das macht was her. Vom “Rest” bin ich nach den Eindrücken der letzten Tage fast ein wenig enttäuscht. Das ändert sich im Süden von Padua. Sehenswert die Isola Memmia mit künstlichem Kanal und 27 Paaren von Statuen daran, im Hintergrund die Silhouette der Abbey di Santa Giustina. Zufällig am Schluss liegt die, für mich, absolute Perle der Stadt: Basilica di Sant’ Antonio di Padova. Da beeindruckt schon die Architektur des imposanten Ziegelbaus. Innen haut mich die Kirche dann komplett von den Socken. So was grandioses habe ich selten gesehen. Man könnte meinen das hier mehrere Kirchen unter einem Dach vereint wurden. So viel Kunst, so viel Ausdruck In der Capola del Reliquiario großes Gedränge, weil jeder an den heiligen Reliquien vorbei gehen will. Ähnlich das Bild am Grab vom heiligen Antonio. Ich bin richtig gehend hin und weg. Der Besuch hier bleibt mir auf jeden Fall noch lange in Erinnerung.

die Universität von Padua

Basilica di Sant’ Antonio di Padova, deren spektakuläres

  Isola Memmia mit den Statuen und der Abbey di Santa Giustina

Inneres ich mit Fotos nur unzureichend wiedergeben kann

Dienstag weiter in südlicher Richtung. Unterwegs halte ich am Castello Catajo. Macht vom Tor aus einen guten Eindruck, ist aber leider privat und somit abgesperrt. Dann eine Pause in Monselice. Einige Zeugnisse aus römischen Zeiten, Castello Cini und Santuario di San Giorgio. Die Ruine La Rocca, spektakulär auf dem Felsen über der Stadt gelegen, hat nur Sonntags auf. Mein Nachmittag in Ferrara ist kalt und verregnet. Mittwoch Stadtbummel in Ferrara, trotz leichtem Regen. Einige Palazzi wie auch das Castello Este machen was her. Die Kathedrale und deren Umgebung hat aber schon bessere Zeiten erlebt. Nachmittags bin ich Comacchio, kurz vor der Adriaküste. Das Dorf wird malerisch von einigen Kanälen durchzogen. Sehenswert vor allem die Trepponti, die drei Kanäle überbrückt. Beim Bummel durch die Gassen bin ich fast allein, das hat schon was von Geisterstadt.

Ferrara, Palazzo Diamante

           Castello Este

             Comacchio

         Brücke Trepponti

Nach einem morgendlichen Bummel durch Comacchio fahre ich gegen Mittag ins 35 km entfernte Ravenna. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück und hat einiges an Erbe aus byzantinischen Zeiten zu bieten. Da wäre die Basilica San Vitale, wo man schon am Bau sieht das es eine ganz andere Kirche ist. Innen ist sie mit prachtvollen Mosaikdarstellungen verziert, ganz klar orthodoxe Kunst. Das zeichnet ebenso das nebenan liegende Mausoleum Galla Placidia, wie auch das Battistero Neoniano und die Basilica di Sant’ Apollinare Nuovo aus. Die Farbenpracht bei den Mosaiken ist viel beständiger als bei gemalten Bildern und verlangt hohe künstlerische Profession. Auch sehenswert: Dante’s Grab. Ausgelassen habe ich das Mausoleum Theoderich.

     Ravenna, Basilica San Vitale: von außen wie von innen

       Battistero Neoniano

Basilica di Sant Apollinare Nuovo

Puh, das war ganz schön viel Kunst und Kultur in den letzten Tagen. Es gibt aber bald wieder leichtere “Kost”. Freitag dann näher ans Meer mit einer Pause in Rimini. Nette Stadt, was ich nach einem Rundgang vor allem wegen dem Castello Sismondo bestätigen kann. Die Strände vor den Toren Riminis lasse ich aus, da treibt es mich bei Sonnenschein und kühlem Wind lieber

Rimini, Castello Sismondo

zu einem anderen Ziel. 20 km landeinwärts liegt San Marino, nach dem Vatikan und Monaco der drittkleinste Staat der Welt. Die Top drei hätte ich somit beisammen :-). Der 700m hohe Felsen ist ein Wolkenfänger, so das ich an seinem Fuß in einer grauen kalten Suppe stecke. Einmal die Altstadt erreicht, reißt jedoch die graue Decke auf und die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Super. San Marino’s altes Viertel ist definitiv einen Besuch wert. Die einheitliche Verwendung von Sandstein für Gebäude wie auch Straßen ergibt ein homogenes Bild. Dazu

     Rimini, Piazza Tre Martiri

bringen einen die steilen und engen Gassen in immer neue Ecken mit imposanten Gebäuden, wie zum Beispiel die Basilica oder der Palazzo Pubblico. Beim Erklimmen der Burgtürme kann ich unter anderem auf die vorhin erwähnte Wolkensuppe schauen und bei einer Gelegenheit zeichnet sich auf dieser sogar mein Schatten mit einer farbigen Corona ab. Das ist so was von genial. 

Basilica di San Marino

Palazzo Pubblico

     der Hexenpfad

auf den Wolken mein Schatten mit farbiger Corona

 in den Gassen von San Marino

Nach der Nacht bei Rimini fahre ich am Samstag 120 km weiter in den Süden. Mieses Wetter, heftiger Regen und kalter Wind. Zeit in den hoffentlich wärmeren Süden zu kommen. Sonntag Vormittag etwas “Büroarbeit” und unter langsam aufreißendem Himmel weiter bis Porto Recantani. Beim Strandbesuch weht es mich fast weg und der Wind peitscht die Adria auf, Herbststurm

29. Woche vom 21. bis 27. November 2022
Montag als erstes in den Waschsalon. Trotz Trockner braucht es noch einen sonnigen Platz, um den Rest der Feuchtigkeit aus den Sachen zu bekommen. Erst spät fahre ich weiter nach Marina Palmense. Der kleine Ort an sich nicht interessant. Auf einem Felsen darüber jedoch Torre di Palme, dessen alte Steinhäuser und schmale Gassen wie Relikte aus vergangener Zeit wirken.

stürmische Adria

 in den Gassen von Torre di Palme

Einen guten Teil vom Dienstag verbringe ich wieder auf der Strasse. Die SS16 führt immer in Küstennähe nach Süden. Auf dem Weg viele Ortsdurchfahrten, was die Reise, neben dem Problem der schlechten Strassen, deutlich verlangsamt. Ich will aber auch nicht auf der Autobahn an allem vorbei rauschen. Gegen Abend in Ortona, eine durchaus ansehnliche Stadt die ich mir Mittwoch im Tageslicht genauer anschaue. Die imposante Festung stammt wohl aus dem 13. Jh. Weiter südlich Punta Aderci, ein Naturschutzgebiet. Das heute windumtoste Kap an wilder Küste ist zumindest einen Spaziergang wert. Im Wasser eine für die Region typische Fischerhütte, Trabucchi, deren Konstruktion recht zusammengeschustert wirkt, aber definitiv viel aushält.

Festung Ortona...

   ...mit Blick auf die Küste

           Punta Aderci

           ein Trabucchi

Die Städtenamen purzeln weiter nur so dahin. Vasto mit einer sehr schönen Altstadt, die genauso wie wenig später Tremoli, zu einem Spaziergang einlädt. Auffällig wie wenig Leute hier unterwegs sind. Außerhalb der Saison komme ich mir deshalb vor wie im Freiluftmuseum zu Coronazeiten, mit einer fast gespenstischen Ruhe. Ganz abgesehen von den Städten am Meer gäbe  

es auch im Landesinneren einiges zu sehen, aber das zunehmend schlechte Wetter und niedrige Temperaturen halten mich vom Weg in die Berge ab. Die Apenninen steigen bis fast 3.000 m Höhe an und bei guter Sicht sieht man die Gipfel in Schnee. Donnerstag die nächsten 140 km, meist wieder auf der SS16. Die Strecke führt vorbei an den großen Seen Lago di Lesina und Lago di Varano, die beide nur durch ein wenig Land vom Meer getrennt sind. Damit bin ich nun auf der interessanten Halbinsel Gargano, auf der Landkarte der “Sporn” am italienischen Stiefel. Gleich hinter der Küste steigen die Berge an, im Zentrum der dünn besiedelten Gegend durchweg bis 800 m Höhe. Mein erster Halt in Peschici, wo die fast weiße Stadt über dem Meer thront. Weiter im Geschlängel durch die Berge nach Vieste. Die sehenswerte Altstadt auf einem Felsen der weit ins Meer ragt, daneben der Strand mit Pizzomunno, ein imposanter Kalksteinmonolith, sehr fotogen.

               Peschici

Tremoli, Trabucchi

Vieste

       schön im Abendlicht

Strand von Vieste, Pizzomunno

   in den Gassen

Nach einem weiteren Bummel durch Vieste am Freitag weiter nach Mattinata, eine recht kurze Strecke. Dort endlich mal wieder das Rad raus holen. Vorbei an schier endlose Plantagen mit Olivenbäumen (ist das nicht eine vergleichbare Monokultur wie wir sie anderswo kritisieren?) zieht sich die Straße durch die Berge rauf nach Monte Sant’ Angelo, seines Zeichens ein Pilger Ort, der nur durch das nahe San Giovanni Rotondo mit seiner Verehrung für Padre Pio überstrahlt wird. Eine tolle Strecke mit wenig Verkehr und einem heute ungetrübten Blick aufs malerisch friedliche Meer. Abends ein Spaziergang durch das kleine Mattinata. Auf der Flaniermeile ist die halbe Stadt unterwegs, plaudert, spaziert, schaut. Das ist gefühlt noch echt Italien. Samstag das schlechte Wetter in Manfredonia, vom Schwabenkönig im 13. Jh. gegründet, aushalten. Am Sonntag, mein Geburtstag, ein Bummel durch Manfredonia, dann weiter nach Margherita di Savoia, wo ich im Torquemada Beach Club ein Zimmer reserviert habe. Komisch, als ich die Gargano Halbinsel verlasse verändert sich einiges. Die Strassen nun extra schlimm, und haben die Italiener bisher die Verkehrsregeln leger ausgelegt, befolgen sie diese nun gar nicht. Mein Bauchgefühl verheißt nichts Gutes.  

schöne Küste

 Mattinata, viele Olivenbäume

       Monte Sant’ Angelo

       einfach nur schön

30. Woche vom 28. November bis 4. Dezember 2022
Wie schnell mein Bauchgefühl Recht hat, zeigt sich bereits am Montag. Nach einem recht schönen Spaziergang durch Barletta halte ich Mittag an einem kleinen Einkaufszentrum. Nach dem die Einkäufe verstaut sind der schnelle Gang auf die Toilette dort. Beim Weg zurück überrasche ich Diebe die in meinen Camper eingebrochen sind. Eine brenzlige Situation, die mit der Flucht der beiden endet. Willkommen in Süditalien! Fensterverriegelung kaputt, Rollo zerschnitten und einiges gestohlen, wenn auch nichts lebenswichtiges. Die gerufene Polizei kann wenig machen und zeigt das mit Desinteresse. Sie schicken mich eine Stadt weiter, wo ich das Ganze zu Protokoll gebe, was im besten Fall irgendwo abgeheftet wird. Problem: mein Sicherheitsgefühl hier ist nun dahin und wird so schnell nicht wiederkommen. Aber: nach all den Reisejahren ohne Probleme musste ja mal was passieren. Der Tag ist logischerweise im Eimer. Ein Platz zum Übernachten ist auch schwer zu finden, weil nun scheinbar überall Gefahr droht. Dienstag viel telefonieren um nötige Reparaturen am Auto abzuklären, und Sachen ersetzen die gestohlen wurden. Bei Bari hilft mir eine kleine Werkstatt Stahlprofile ins Fenster zu schrauben um weitere Einbrüche zu erschweren. Nach der Nacht in Adelfia baue ich am Mittwoch trotz geringer Ausrüstung das Fenster aus und repariere das Rollo. Das immerhin macht ein wenig stolz. Donnerstag die Fahrt nach Castellana Grotte, wo es eines der größten Höhlensysteme von ganz Europa zu bestaunen gibt. Die Führung geht 3 km tief in den Berg hinein, wo man riesige Hallen, einen langen Canyon und unzählige Stalagtiten/Stalagmiten  bewundern kann. Höhepunkt ist die einzigartige “weiße” Höhle, in der Kalziumkarbonat für den Farbton sorgt. Ein tolles Erlebnis.

Grotte di Castellana

         die weiße Höhle

Am späten Donnerstag Nachmittag die Weiterfahrt ins 15 km entfernte Alberobello, ein Touristenmagnet. Den Grund dafür sehe ich tags darauf. In den alten Stadtteilen stehen noch immer die sogenannten Trullo/Trulli, recht einzigartige Häuser die nur in dieser Region gebaut wurden. Wie aus einem Märchen, winzig klein und mit diesen runden Dächern. Allerdings lebten und leben darin Menschen. Man kann sich sicher vorstellen das das kein luxuriöses Leben war/ist. Ein Stadtteil ist inzwischen komplett an den Tourismus “übergeben” worden, mit Cafe’s, B&B’s und Souvenirshops. Egal, es macht einfach Freude da durch zu spazieren

das alte Alberobello

die einzigartigen Häuser heißen

Trullo, Plural Trulli, wonach die ganze Region benannt ist

Gleich noch am Freitag besuche ich das nur 10 km entfernte Locorotondo. Die kleine Stadt auf dem Hügel mit urigen Gassen, in denen die Weihnachtsdekoration neue Maßstäbe setzt. Schon tagsüber macht es viel Freude da durch zu flanieren, doch nach Sonnenuntergang erstrahlt das alles so richtig. Hohe Strompreise oder den Willen unbedingt Energie zu sparen scheint es hier nicht zu geben. Sei es drum, das Auge erfreut sich daran. Samstag fahre ich ausnahmsweise in westlicher Richtung weiter. Die geplanten Stopps unterwegs fallen dem schlechten Wetter mit Regen und starken Böen zum Opfer, außerdem ist wegen einem Unfall eine Straße längere Zeit voll gesperrt. So bin ich erst spät am Nachmittag in Matera, Provinzhauptstadt von Basilikata.

tolle Weihnachsdekoration in der Stadt

           Locorotondo

   Locorotondo

Allee zum Friedhof

Am Sonntag Matera intensiv. Das wahrlich interessante der Stadt verbirgt sich hinter den schönen Gebäuden in einer Schlucht, die sogenannten Sassi. Das waren bis weit in die 50ger Jahre die Slums der Stadt. Nur ein, zwei Straßen führen durch ein Labyrinth von steilen Gässchen und Treppen, wobei die “Häuser” fast nur aus mit Fassade versehenen Höhlen bestehen. Keine Wasserleitungen, kein Strom und häufig haben sich Mensch und Vieh die Höhle geteilt. Immerhin bauten die früheren Bewohner ein recht geniales Kanalsystem für Zu- und Abwasser. Erst als die Regierung mit Nachdruck darauf gestoßen wurde hat sich die Lage der Menschen dort deutlich verbessert. Ich kreuze die Stadtteile mehrfach, steige hinter der Stadt durch die Schlucht zur anderen Seite, wo noch einige sehr einfache Höhlen begehbar sind, und bin immer wieder erstaunt das Leute hier so lebten. 

“Skyline” von Matera

       der Blick auf und in die Sassi, eine ganz eigene Welt

  öffentliches WC von früher

31. Woche vom 5. bis 11. Dezember 2022
Montag erledige ich noch einiges in Matera und mache mich bei schöner werdendem Wetter auf an die Küste. In Policoro zuerst an den Strand. Der ist lang, breit, heute windig und fast menschenleer. Schön für eine Pause, doch für die Nacht bevorzuge ich die eher belebte Stadt. Am nächsten Tag mal wieder einen Waschsalon besuchen. Die verlangen hier pro Waschmaschine   8 € und für 12 Minuten Trockner 4 €. Der mit Abstand teuerste Laden bisher, aber egal. Später beschäftige ich mich mit dem Kühlschrank, der spinnt rum und schaltet immer mal wieder ab. So hat man auf Reisen immer etwas zu tun. Lange drehe ich am Plan für die nächsten Tage und entscheide mich möglichst schnell zur Fähre nach Sizilien zu kommen. Also am Mittwoch 220 km bis nach Pizzo fahren, an der Nordküste der “Stiefelspitze” gelegen. Die Stadt rühmt sich als Erfinder vom Tartufoeis, was es hier auch in all den großen Cafes gibt, die außerhalb der Saison verdammt leer und keineswegs einladend wirken. So kommt mir auch die Stadt selbst vor, also gleich am nächsten Tag weiter. Die Küstenorte werden kleiner und die Straßen schmaler. Dann Tropea. Schöne Stadt, mal wieder auf einem Felsen hoch über dem Meer. Die Kirche Santa Maria dell’Isola ist durch Verlandung keine Insel mehr, trotzdem sehenswert. Gleich nebenan ein toller Strand an dem ich den Nachmittag verbringe. Am Abend ins Zentrum. Da sind wahre Menschenmassen unterwegs und feiern Vorweihnachtszeit, auch wenn kein Wochenende ist. Freitag will ich um die Halbinsel herum. Das klappt einigermaßen bis zum wilden Capo Vaticano. Dahinter werden die Straßen schmal wie Feldwege und führen ständig steil rauf oder runter. Als es richtig schlimm wird gebe ich auf und erreiche Scilla eben mit einem großen Umweg. Der kleine Ort an der Küste macht einen ordentlichen und sicheren Eindruck, gut für wenigstens eine Nacht.    

Pizzo

 Tropea, Santa Maria dell’Isola

           Tag am Meer

           Capo Vaticano

Samstag sind es nur 10 km bis zur Fähre in Villa San Giovanni. Verwirrendes System um an ein Ticket zu kommen. Bei Sturm und Regen über die Meerenge nach Messina, was nur zwanzig Minuten dauert. Nun also Sizilien. Der Verkehr in der Großstadt gleich eine Herausforderung. Die Leute parken wirklich überall, gern auch in der zweiten oder dritten Reihe. Ich komme gut da  durch und bin echt froh Messina hinter mir zu lassen. Ali Terme wird zu meinem Nachtlager, stehe praktisch direkt am Meer. Sonntag die Fahrt nach Taormina. Dort durch enge Gassen kämpfen, um zu einem richtig guten Parkplatz zu kommen. Der liegt ruhig mit Blick aufs Meer und zum Zentrum ist es nur eine viertel Stunde zu Fuß. Schöner Stadtbummel, wobei vor allem der Parco di Lady Florence Trevelyan heraus sticht. Sonst wieder schöne Gebäude, Brunnen. Kirchen und jede Menge Touristen. Am Abend steigt mein Kühlschrank leider komplett aus. Da muss ich mich kümmern und stelle erst mal alles andere hinten an.  

Taormina, Isola Bella

     Parco di Lady Florence

         Quattro Fontane

             Taormina

32. Woche vom 12. bis 18. Dezember 2022
Montag ein früher Aufbruch ins 50 km entfernte Catania zur Wohnmobilwerkstatt Doctor Camper. Schwierige Verständigung, da spricht nur einer ein wenig englisch. Sie wollen sich den Kühlschrank ansehen und ihn, wenn möglich, bis morgen reparieren. Mit der Aussicht lohnt eine Rückkehr nach Taormina nicht. Es findet sich ein guter Campingplatz am Stadtrand von Catania direkt am Meer. Leider regnet es heute häufig. So laufe ich erst spät in die Stadt. Na ja, Catania hat in meinen Augen recht wenig zu bieten. Dienstag kann ich den reparierten Kühlschrank wieder abholen, das ist super. Auf der Autobahn zurück nach Norden. In Giardini-Naxos, eine der ersten griechischen Siedlungen, gegründet 735 vor Christus, finde ich einen guten Stellplatz. Durchaus möglich das ich hier etwas länger bleibe. Mittwoch das Anschlusskabel vom Kühlschrank erneuern und die Technik checken. Da fällt auf das der Solarregler trotz Sonne nicht die Batterie lädt. Ich bekomme das wieder hin, aber mir schwant das es mehr Probleme geben wird. Tags darauf mit dem Rad den Berg rauf bis Castelmola. Das kleine Dorf war der wehrhafte Rückzug für Taormina in Krisenzeiten. Schöne Strecke mit viel Aussicht. Freitag mit dem Rad zum Ätna. Die Strassen dahin sind in einem überraschend guten Zustand, nur in den Orten nervt das alte, grob verlegte, Pflaster aus Basalt. Lange führt meine Strecke schön durch den Wald. Bei 1.500 m Höhe endet der und heftige Sturmböen wehen mich fast vom Rad. Da kehre ich lieber um.   

seltsame Wolken

             Castelmola

           Giardini-Naxos

             am Ätna

Nachdem der Samstag eher ein Ruhetag war setze ich mich tags darauf wieder aufs Rad. Schön führt die Strecke durch kleine Städte langsam hinein in die Berge. Der anfangs geringe Verkehr auf der SS185 verebbt bald fast komplett. Hinter Francavilla di 

Sizilianisches Hinterland

Sicilia zieht die Steigung spürbar an. Am Weg liegen einige, längst verlassene, Geisterdörfer. In 1.170 m Höhe erreiche ich den Passo Mandrazzi. Der dazu gehörige Gebirgszug sorgt meist dafür das der Süden von Sizilien schöneres Wetter und leicht höhere Temperaturen hat als der Nordteil der Insel. Auf dem Rückweg ein Halt an der Alcantara Schlucht. Die richtig zu begehen ist im Winter wegen höherem Wasserspiegel leider nicht möglich, aber der Blick von oben ist auch ganz nett.

       Alcantara Schlucht

33. Woche vom 19. bis 25. Dezember 2022
Nachdem der Montag recht ruhig verlief, wird es am Dienstag Zeit weiter zu ziehen. Vielleicht sieht mich ja der Eden Stellplatz im Februar wieder. Mit Benutzung der Autobahn komme ich gut um die Großstadt Catania herum und peile etwas außerhalb von Syrakus, eine weitere uralte Siedlung die auf die Griechen zurück geht, den Campingplatz Rinaura an. Ganz nett da, allerdings einsam und weit weg von allem. So fahre ich am nächsten Tag lieber hinein nach Syrakus. Unglaublicherweise existiert da am Rand der Altstadt, sprich auf der Insel Ortigia, beim kleinen Fischereihafen ein kostenloser Parkplatz, noch dazu ruhig gelegen und mit WLAN vom benachbarten Nobelhotel. Genau richtig für mich. In nur fünf Minuten bin ich am Piazza Archimede und dem Piazza Duomo mit der Kathedrale. Syrakus ist schön, und in der Altstadt geht es außerhalb der Saison gemütlich zu. Spazieren, schauen und sizilianische Cannolo genießen, eine sehr leckere Dessertspezialität. Donnerstag der archäologische Park auf dem Festland. Die alte Nekropole, ein Griechisches Theater, das “Ohr des Dyonisos” mit perfekter Akustik sind nur einige Highlights.  

Syrakus, Fontana Artemis

           Piazza Duomo

   Süßwasserquelle am Meer

 Ohr des Dyonisos

 so was macht Eindruck

Latomia del Paradiso

 gr. Theater für 16.000 Leute

         römisches Erbe

Das war dann erst mal genug Geschichte und Kultur. Ich verlasse Syrakus und wende mich landeinwärts. Die Straße schlängelt sich langsam rauf auf ein 500 m hohes Plateau zum Cavagrande Canyon. Mein Camper kann genau am Schluchtrand parken, das hat was. Freitag steige ich auf einem steilen Pfad runter zum Schluchtgrund, wo ein kleiner Fluss natürliche Pools nebst

Cavagrande Canyon

Wasserfällen geschaffen hat. Gegen Mittag die Fahrt auf einer brandneuen Straße nach Noto. Der Ort wurde, wie auch viele andere auf Sizilien, Ende des 17. Jh. durch ein Erdbeben stark zerstört und dann im Barockstil wieder aufgebaut. Nach einem Rundgang kann ich nur bestätigen das dies eine der bisher schönsten Städte auf Sizilien ist. Mehr Barock geht kaum. Die Bildhauereien sind bis ins letzte Detail ausgearbeitet und sogar die Balkone an den Häusern machen viel her. Derart angetan bleibe ich über Nacht und verbringe auch Heilig Abend in Noto.

     am Boden der Schlucht

   Kathedrale di San Nicolo

 Noto, Kirche San Domenico

           Noto, Rathaus

 toller Balkon

coole Treppe

Am Sonntag, es ist der erste Weihnachtsfeiertag, fahre ich 15 km weiter nach Ispica. Dort gibt es ebenso einen Canyon, wenn auch in kleineren Abmessungen als in Cavagrande. Er ist auf jeden Fall groß genug für einen ausgedehnten Spaziergang. Zurück davon macht die Technik wieder Sorgen. Solarfeld oder Regler funktionieren nur eingeschränkt. In den nächsten Tagen stellt sich heraus das es am Solarfeld liegt, welches schnell überhitzt und dann keine Leistung mehr bringt. In diesem Winter ist wohl irgendwie der Wurm drin. Zurück zu Ispica. Dort findet zu meiner Überraschung am Abend ein lebendiges Krippenspiel statt, bei dem circa 50 Laienschauspieler mitwirken. Schön, auch wenn ich nur einen Bruchteil vom italienisch Gesprochenen verstehe.

34. Woche vom 26. Dezember 2022 bis 1. Januar 2023
Montag bleibt bei erneut tollem Wetter genug Zeit für einen schönen Bummel durch Ispica bevor ich weiter nach Pozzallo fahre.

Basilika di Santa Maria Maggiore

Ispica

Eindrücke vom lebenden Krippenspiel in Ispica

Der Ort am Meer, so gilt schnell festzustellen, bietet nur wenig interessantes. Doch weil der Stellplatz direkt am Wasser schön ist, bleibe ich über Nacht. Dienstag weiter an der Küste entlang bis zum Campingplatz La Spiaggetta neben dem Dorf Sampieri. Der Platz ist ganz im Gegensatz zu den gesehenen in den letzten Tagen praktisch voll belegt. Aber der Besitzer findet für mich eine Stellfläche die für Wohnmobile zu niedrig ist. Bald steht fest: hier will ich länger bleiben. Die anwesenden Camper haben meist deutsch als Muttersprache, das kleine Dorf gefällt und nebenan liegt eine hübsche Bucht. Die nächsten Tage spaziere ich durch die Gegend, lerne die Leute auf dem Platz kennen, kümmere mich um die Wäsche, Homepage und die Solaranlage. Am Freitag nach längerer Zeit mal wieder das Rad raus holen. Der Ausflug geht nach Scicli, eine ansehnliche Stadt etwas weiter im Inland. Schöne Gebäude und Kirchen, wobei der Palazzo Beneventano heraus sticht. Sylvester feiere ich mit den anderen, eine bunt gemischte Truppe aus Deutschen, Schweizern und Österreichern, alle mindestens 10 Jahre älter, ins Neue Jahr hinüber. 

                 Scicli

Palazzo Beneventano

               Sampieri

Sonnenuntergang an Sylvester

Zu Neujahr die nächste Radtour. Auf angenehm ruhigen Straßen fahre ich durch Olivenhaine und vorbei an Feldern hinauf nach Modica. Die Stadt wurde, wie so viele hier, hoch auf einem steilen Felsen erbaut, was früher die Verteidigung vereinfacht hat.

35. Woche vom 2. bis 8. Januar 2023
Auch am Montag wieder tolles Wetter, viel Sonnenschein und 18°C. Laut langjährigem Überwinterer der schönste Dezember seit Jahren. Bei mir kommen ein paar weitere Radkilometer dazu, das ist ein gutes Training. Tags darauf nach Pozallo radeln und sich dort etwas umschauen. Mittwoch nehme ich die Sache ernster und fahre mit dem Rad zum Capo Correnti, der südlichste Punkt von Italien. Häufig am Meer entlang wusele ich mich gegen Ende durch ein Labyrinth von teils schlechten Straßen. Rings um liegen viele Gewächshäuser, von denen einige zerfallen sind und kaputte Folie herum fliegt. Die Sizilianer achten leider sehr wenig auf ihre Umwelt und überall liegt Müll herum. Mancher Picknickplatz ist inzwischen eine kleine Müllhalde, sehr traurig. Abgesehen davon ist es wunderbare Tour, wobei am Kap und der Christus Statue erst die Hälfte der 90 km geschafft sind. In den nächsten Tagen passiert dann wenig, nach all dem Reisen, Sehen und Erleben ist das eine angenehme Ruhepause.  

Modica, Dom San Pietro

     Kathedrale San Giorgio

       Capo Correnti mit Christus Statue und tollem Srand

36. Woche vom 9. bis 15. Januar 2023
Die Woche beginnt stürmisch, das Wetter bereffend. Ich vertreibe mir noch ein wenig die Zeit und verlasse dann am Mittwoch den Campingplatz. An der Küste entlang nehme ich die SS115 bis kurz vor Gela. Die Routenplanung schickt mich dort auf die SP35, welche im Verlauf zu einem üblen Feldweg mit unzähligen Schlaglöchern wird. Das kostet Nerven und meine gute Laune. Später rollt es sich wieder gut auf der SS117bis, die nach Piazza Armerina führt. Nette Stadt, die vor ihren Toren ein lange verschüttetes Juwel beherbergt: Villa Romana del Casale. Das große Anwesen aus dem 3.Jh wurde ca. im Jahr 1.200 von einem Erdrutsch verschüttet und so konserviert. Neben Mauerstücken sind heute vor allem die 3.500 m² Mosaikfußböden sehenswert. Detailverliebt zeigen sie Bewohner, Kultur- und Jagdszenen. Die “Große Jagd” bildet im langen Korridor sogar exotische Tiere aus Afrika ab. Den Bikini gab es auch schon, wenngleich der wohl nicht am Strand, sondern von Sportlerinnen getragen wurde. 

aufwendige Mosaikfußböden

die kleine Jagd

Villa Romana del Casale

             Bikinigirls

 die große Jagd, ein 64 m  langer Raum

Freitag fahre ich weiter und halte als erstes nach 25 km am Lago Pergusa. Dieser ist anscheinend der einzige natürliche See in Sizilien und Naturschutzgebiet. Unverständlich das eine Rennstrecke um sein Ufer herum führt. Kurz darauf erreiche ich Enna, mitten im Zentrum der Insel auf einer Höhe von knapp 1.000 m gelegen. Da liegt die Temperatur trotz Sonne ein gutes Stück niedriger als am Meer. Bei einem schönen Spaziergang schaue ich mir die Altstadt näher an. Vieles müsste restauriert werden, auch die Kirchen. Immerhin ist der Dom eine Wucht. Richtig toll an Enna ist, das man zu jeder Seite eine fantastische Aussicht hat. Man kann bei gutem Wetter einen Großteil von Sizilien überblicken. Sehr präsent ist da der schneebedeckte Ätna. Abends finde ich einen tollen Stellplatz am Piazza Europa und genieße zur genialen Aussicht einen spektakulären Sonnenuntergang.     

Enna und Ätna

     der sehenswerte Dom

  Aussicht vom Piazza Europa

       geniales Farbenspiel

Samstag besuche ich den Friedhof von Enna, seines Zeichens recht ungewöhnlich. Er besteht, wie eine kleine Stadt, aus einem Netz von Straßen, die Grabmale wie kleine Häuschen und von den Familien über Generationen genutzt. Das hat was. Am frühen Nachmittag kann ich Freunde aus Deutschland begrüßen. Die sind übers Wochenende zur Stippvisite in Sizilien und schauen ob die Insel ein lohnendes Reiseziel für die wäre. Wir spazieren durch Enna und lassen es uns gut gehen. Auf dem Piazza Europa steht übrigens ein Obelisk, der das geografische Zentrum von Sizilien markiert. Sonntag fahre ich wieder ans Meer. Eine schöne Strecke, wobei das satte Grün auffällig ist. Es wird unterwegs deutlich wärmer, in Agrigento sind wir bei angenehmen 18°C.

Gegend um Enna

tolles Grabmal

       Friedhof Enna

     Blick auf Calascibetta

 der Mittelpunkt von Sizilien

37. Woche vom 16. bis 22. Januar 2023
Montag ein näherer Blick auf Agrigento. In der Altstadt das übliche Gewirr von Gassen und Treppen mit viel alter Bausubstanz. Da müsste einiges sarniert werden. Die Kirchen sind leider alle geschlossen, trotzdem ein schöner Bummel. Von der Kathedrale aus ein weiter Blick übers Land bis hin zum Meer. Das moderne Viertel ist am Nachmittag auf jeden Fall viel belebter, die Leute flanieren anscheinend vor allem zwischen Bahnhof und dem Park der Villa Bonfiglio. Ich checke dann im nahen Campingplatz ein. 

manchmal ist Sizilien sattgrün

           in Agrigento

   Kathedrale San Gerlando

  fast schon morbider Charme

Dienstag mit Kultur. Am Rand von Agrigento liegt das Valle dei Templi. Das ist jedoch kein Tal, sondern das letzte Stück vom Plateau vor der Abbruchkante. Da stehen die teils sehr gut erhaltenen Ruinen einst großartiger Tempel. Die Stadt dazu wurde ungefähr im 6.Jh v.Chr. gegründet und hatte in ihren besten Tagen 200.000 Einwohner, aus heutiger Sicht schwer vorstellbar. Am besten erhalten ist der Concordia Tempel, wo man sich beim Betrachten wie mitten im tiefsten Griechenland fühlt. Echt toll.

Valle dei Templi

       der Concordia Tempel von seinen schönsten Seiten

         Herakles Tempel

Mittwoch fahre ich ein paar Kilometer die Küste rauf bis Marinella und kann dort genau neben dem breiten Strand parken. Am Meer entlang laufe ich zur Scala dei Turchi, fast schneeweiße Kreidefelsen. Leider darf man die nur aus sicherer Entfernung betrachten. Tags darauf bei noch schönem Wetter oberhalb der Kreidefelsen entlang fahren und für ein paar schöne Ausblicke halten. Der Nachmittag in Lido Rossello, ein kleines Strandressort an einer schönen Bucht, das außerhalb der Saison praktisch verlassen ist. Der Strandspaziergang schön und rechtzeitig vor den ersten Schauern. Später wird es schnell kalt, dazu Regen und heftige Sturmböen. Das bleibt auch am Freitag so. Unangenehm, doch versteckt in der kleinen Bucht noch auszuhalten. 

Marinella

         Scala dei Turchi

   oberhalb der Kreidefelsen

             Lido Rossello

Samstag beruhigt sich das Wetter einigermaßen, auch wenn es immer wieder mal regnet. Ich fahre ein Stück zurück bis Porto Empedocle. Netter kleiner Ort, durch den man schön spazieren kann. Die Woche endet erneut auf dem Campingplatz Valle dei Templi bei Agrigento. Der ist schön und ich kann die Batterie aufladen, was wegen dem defekten Solarfeld manchmal nötig ist.

38. Woche vom 23. bis 29. Januar 2023
Montag will ich den Waschsalon in Agrigento nutzen, doch der Trockner ist kaputt. Der freundliche Besitzer schickt mich nach Licata. Das ist 40 km weiter östlich, eigentlich gar nicht meine Richtung. Aber ich habe Zeit und es scheint als wäre dort das Wetter etwas besser und wärmer. Der kleine Stellplatz im Ort ist schon übervoll, doch ich kann um die Ecke auf einem schönen Kiesplatz kostenlos stehen. Außerdem hat der nahe Yachthafen nebst Waschsalon ein gutes Einkaufszentrum mit WLAN und WC, was brauche ich mehr. Darüber hinaus entpuppt sich Licata als sehr angenehme Stadt die zum Bummeln einlädt. Gleich nebenan der breite Marianello Strand, über dem der Friedhof und die recht gut erhaltene Burg thront. Einige der Tage hier sind recht durchwachsen, dann ziehen Schauer und Gewitter durch. Bei gutem Wetter folgt ein Spaziergang auf den anderen. Da ist viel schönes dabei, nur fällt auch immer wieder deutlich der herum liegende Müll auf, und wie wenig das die Leute interessiert.

Licata, Yachthafen

  die letzte Ruh - with a view

   das nenne ich Sarkasmus

tolle Bäume im Giardino Regina Elena

39. Woche vom 30. Januar bis 5. Februar 2023
Die Tage in Licata vergehen heimlich, still und leise. Keine aufregenden Touren, kein immer weiter, kein wieder anders, wieder neu. Das tut auch mal richtig gut und ich komme nebenbei dazu, mir intensiv Gedanken über die Zeit nach Italien zu machen.

40. Woche vom 6. bis 12. Februar 2023
Montag ein Ausflug zum Mollarella Strand, ungefähr 10 km westlich von Licata. Eine sehr schöne Bucht, die im Winter so gut wie verlassen scheint. Dienstag ist laut Wettervorhersage der vorerst letzte schöne Tag, den ich noch einmal am Strand von Licata genieße. Mittwoch fahre ich, nach erstaunlichen 16 Tagen hier, wieder in Richtung Westen. Es stürmt sehr und heftige Schauer gehen nieder. Um keine Schäden zu riskieren fahre ich in Agrigento lieber in die Tiefgarage vom Einkaufszentrum und bleibe dort bis sie schließen. Nachts geht es mit dem Sturm einigermaßen. Im Internet sehe ich das am Ätna fast 2 m Schnee gefallen sind. Donnerstag das selbe Spiel: tagsüber in der Tiefgarage “verstecken”. Gegen Abend beruhigt sich das Wetter langsam. Am Freitag zieht das Regengebiet ab und die Sonne kommt zeitweise raus. Ich gehe mal wieder auf den Campingplatz in San Leone, wo man mich bereits kennt. Sonntag nach längerer Pause Neuland ergründen. Ich fahre an der Küste entlang in Richtung Westen und halte zuerst in Siculiana Marina. Ein sehr schöner Strand, hinter dem malerisch die Steilküste liegt. Ein Stück weiter biege ich von der SS115 nach Eraclea Minoa ab. Dort gibt es einige Ruinen aus griechischer Zeit, doch die lasse ich heute aus. Viel interessanter für mich ist das Capo Bianco mit der Steilküste und den Kreidefelsen. Das gefällt mir, egal ob von oben oder vom Strand aus. Den Tag beende ich in Secca Grande. Im schönen Feriendomizil sind viele Wochenendausflügler unterwegs, doch gegen Abend sind die alle weg und es zieht Ruhe ein. Die Woche endet mit einem tollen Sonnenuntergang.  

Mollarella am einen Ende...

Capo Bianco

...und zur anderen Seite

           Eraclea Minoa

   Abendstimmung in Licata

         Siculiana Marina

mein Stellplatz in Secca Grande und der Sonnenuntergang dort

41. Woche vom 13. bis 19. Februar 2023
Mein Stellplatz in Secca Grande ist so genial, siehe Foto, das ich noch bis Dienstag Nachmittag stehen bleibe. Schönes Wetter und unter der Woche nur wenige Leute ringsum. Dann geht es weiter nach Sciacca. Die Stadt von Anfang an schwierig. Ein Weg in die Stadt gesperrt, keine Umleitung ausgeschildert. Also im Bogen rings herum und dann im Dauerstau durch die engen Gassen quälen. Mittwoch ein Stadtrundgang, bei dem Sciacca kaum punkten kann. Einige schöne Ecken, aber sonst alles recht heruntergekommen. Die Therme ist offensichtlich seit langem geschlossen, wie das Hotel, das Theater und der Park nebenan. Donnerstag erfahre ich das der Karnevalsumzug, wohl einer der schönsten in ganz Italien, auf Mai verlegt wurde. Schade. Ich quäle mich noch einmal durch das Labyrinth der Strassen und fahre zum Castello Incantato. Da hat ein exzentrischer Künstler, ich sah Werke von ihm letztes Jahr in Lausanne, hunderte von Gesichtern in Stein gehauen und über das Grundstück verteilt.  

Sciacca, Via Perollo

  Kirche, wilder Architekturmix

  Chiesa Santissima Soccorso

         Castello Incantato

Donnerstag Nachmittag treffe ich in Selinunte ein. Verschlafenes Städtchen, jedenfalls zur Winterzeit. Eine schöne Promenade am Meer und ums Eck ein Naturschutzgebiet mit tollem Strand. Was die meisten hier her zieht ist aber der archäologische Park. Den besuche ich am Freitag. Selinunte war einst eine griechische Großstadt mit wohl 100.000 Einwohnern. 400 v.Chr. im Krieg dem Erdboden gleichgemacht, blieben vor allem die Tempel stehen. Denen gaben Erdbeben den Rest, so das heute riesige Trümmerfelder von einst imposanten Bauwerken zeugen. Der Hera Tempel wurde teils wieder aufgebaut, das macht Eindruck.    

Selinunte, die Überbleibsel vom Hera Tempel

  archäologisches Puzzlespiel

   blieb fürs Foto ruhig sitzen

Ich habe nun wieder mein Reisetempo und fahre Samstag nach Mazara del Vallo. Am Stadtrand ein schöner Stellplatz mit der wohl besten und vor allem saubersten Ausstattung auf ganz Sizilien. Zeit bleibt genug für einen ausgedehnten Stadtbummel. Ein Teil vom alten Zentrum war und ist fest in nordafrikanischer Hand und trägt den Namen Kasbah. Das Labyrinth der engen Gassen ist inzwischen hell und sicher, wobei viele Wände mit farbenfroher Malerei auf Keramikfliesen verschönt wurden. Die Motive weisen dabei, wie die Geschichte der Stadt, ein weites Spektrum von griechisch bis arabisch auf. Für mich sehenswert.  

San Calcedonio

                               Mazara del Vallo, in den Gassen des Kasbah Viertels

Nach einer frischen Nacht mit 2°C setze ich mich am Sonntag aufs Rad. Das Wetter ist schön und auf den Nebenstrassen nach Marsala herrscht kaum Verkehr. Da radeln sich die 25 km Strecke recht angenehm. Die große Stadt mit langer Geschichte und sehr bekanntem Dessertwein kann mich dann leider kaum begeistern. Das alte Zentrum ist klein und in verhältnismäßig kurzer Zeit abgelaufen. Immerhin werde ich dabei zufällig Zeuge der Tanzvorführung einer lokalen Gruppe in historischen Gewändern. 

Küste vor Marsala

             in Marsala

         Tanzvorführung als ein Teil des kulturellen Erbes

42. Woche vom 20. bis 26. Februar 2023
Nachdem Montag mal wieder intensive Pflege der Ausrüstung auf dem Programm steht, fahre ich tags darauf weiter. Marsala lasse ich dabei links liegen und treffe hinter der Stadt wieder auf die Küste. Wetterbericht: auch heute sonnig und angenehm. Ich halte immer wieder für kleine Spaziergänge um mir vor allem die Salinen anzuschauen. Da stehen noch einige Windmühlen in denen das gewonnene Mehrsalz gemahlen wird. Die Produktion in heutiger Zeit kaum rentabel und mit eher symbolischem Wert. Nach einer angenehm ruhigen Nacht direkt am Meer die Weiterfahrt nach Trapani. Etwas außerhalb an der Bahnstrecke parken und zu Fuß die Stadt erkunden. Trapani macht von Anfang an viel Eindruck und mein Rundgang verlängert sich demzufolge.  

                     an den Salinen nördlich von Marsala

Trapani, die Chiesa delle Anime del Purgatorio von innen und außen

Die Altstadt von Trapani liegt auf einer spitz zulaufenden Halbinsel. Viele Gassen sind verkehrsfrei und neben schönen Häusern oder auch Palazzi stehen eindrucksvolle Kirchen. Ungewöhnlich: in einer wird mit lebensgroßen Tonfiguren die Geschichte von Jesus erzählt. Glauben zum Anfassen sozusagen. Ich bummle bis zur Festung an der Landspitze und drehe einige Runden in der Stadt. Freitag will ich bei der Weiterfahrt das wohl sehenswerte Dorf Erice auf einem Felsen über Trapani besuchen, aber die Straße hinauf ist gesperrt und nach all dem was ich schon gesehen habe lohnt der 30 km lange Umweg kaum. Also weiter nach San Vito Lo Capo, gelegen am nordwestlichen Zipfel von Sizilien. Die Strecke dahin zieht sich meist nett an der Küste entlang, doch der Ort selber macht trotz schöner Bucht einen trostlosen Eindruck auf mich. Da fahre ich nach einer Pause lieber weiter.

Trapani, am Corso Vittorio             Emanuele

Trapani, Torre di Ligny

Trapani

       bei San Vito Lo Capo

In einem Bogen zur anderen Seite der Halbinsel, wo ich in einer kleinen Bucht bei Guidaloca übernachte. Freitag halte ich zuerst in Scopello. Das Dorf wird im Reiseführer in höchsten Tönen gelobt. Das kann ich nach einem Besuch nicht verstehen. Ein paar alte Häuser mit wenig Charme, das ist alles. Immerhin besticht die alte Thunfischfabrik mit ihrer Lage an einer sehenswerten Bucht. Weiter geht es zum Zingaro Nationalpark, wo die zum Schluss sehr holprige Straße endet. Bei traumhaften Wetter laufe ich an der spektakulären Küste entlang. Unterwegs laden teils versteckt liegende Buchten zu Pausen ein. An der Cala Marinella umkehren und am späten Nachmittag die Rückkehr nach Guidaloca. Die Bucht dort schützt vor dem nun stürmischen Wind.   

Scopello, alte Thunfischfabrik

                         im Zingaro Nationalpark

       falsche Tarnfarbe ;-)

Der Samstag ist überwiegend bewölkt und windig, gut das ich gestern im Nationalpark unterwegs war. Heute geht die Fahrt ins nahe Castellammare del Golfo. Nettes Städtchen, das zum größten Teil auf einem Felsenplateau 30 m über dem Meer thront. Angenehm dort durch die Gassen zu Schlendern. Am Sonntag weiter nach Palermo. Die Stadt stand eigentlich gar nicht auf meiner Wunschliste, weil ich was wie Messina in XXL vermutet habe, doch laut Reiseführer scheint sich ein Besuch zu lohnen. Nahe der Altstadt liegt in einer ruhigen Seitenstrasse ein bezahlbarer und sicherer Stellplatz für Camper. Umgeben von hohen Häusern steht man da zwar auf Asphalt, aber es ist recht ruhig und man hat alles was man braucht, sprich Strom, Bad, WLAN. Am Nachmittag ein erster Stadtbummel. Palermo überrascht mich total. In den Außenbezirken viel Verkehr auf engen Straßen, doch das alte Zentrum ist groß und verkehrsfrei. Die Architektur ein überwältigender Mix aus der wechselhaften Vergangenheit und die Bausubstanz versprüht einen, wenn auch morbiden, Charme. So pendel ich von der Kathedrale zum Piazza Quattro Canti und Piazza Pretoria. Als schnell zu übersehendes Kleinod zum Ende die Albergo delle Povere, das ehemalige Armenhaus.  

Palermo, Kathedrale

           Piazza Pretoria

       Albergo delle Povere

         Palermo, die Oper

43. Woche vom 27. Februar bis 5. März 2023
Am Montag Palermo intensiv. Gleich um die Ecke die Katakomben des Kapuzinerklosters. Dort liegen und stehen größtenteils natürlich mumifizierte Tote aus mehreren Jahrhunderten. Irre, so was habe ich noch nicht erlebt. Weiter dann zur Oper, zum Theater Garibaldi und dem Mercato Vaccivia. Einfach toll, bin von Palermo echt begeistert. Im Giardino Garibaldi stehen riesige Ficusbäume und die alte Kirche La Martorana ist der Hammer. Pflastermüde, aber mit leuchtenden Augen beende ich den Tag. Dienstag Nachmittag wühle ich mich durch den dichten Verkehr hinunter zum Hafen und checke auf der Autofähre von Grimaldi Lines ein. Vor drei Wochen zum Schnäppchenpreis von 115€ gebucht, bringt sie mich in 20 Stunden nach Livorno. Das spart mir die so wie so nötige Fähre aufs Festland und rund 1.200 km schlechte italienische Straßen. So endet mein Sizilien Aufenthalt.  Nach einer ereignislosen Überfahrt bin ich Mittwoch Nachmittag in Livorno, es ist kalt und regnet. Am nächsten Morgen geht es nach Pisa. Der schiefe Turm muss natürlich auf dem Programm stehen, aber was mich mehr beeindruckt ist die Komposition aus Turm, Dom und Taufkirche. Den vielen Touristen da kann man in der Altstadt entgehen, die noch genug anderes zu bieten hat.  

Palermo, Catacombe dei Cappuccini und die Kirche La Martorana

     Pisa, Piazza dei Miracoli

 Schiefer Turm von Pisa

Freitag weiter nach Lucca. Die kurze Strecke ist bald Geschichte und ich mache dort bald einen Stadtbummel. Nett und recht sehenswert, auch wenn das Wetter eher durchwachsen ist. Das Zentrum ist nach wie vor von einem breiten Wall umgeben auf dem man entspannt herum spazieren kann. Einige schöne Gebäude, dazu urige Gassen und der Piazza dell’Anfiteatro der wie ein solches geformt ist. Tags darauf ein kleiner Umweg über Pontedera, wo man im Piaggio Werk lange die legendäre Vespa baute. Heute sind die großen Werkshallen halbe Ruinen, aber für ein schönes Museum rund um den Klassiker hat es noch gereicht. 

Lucca, Piazza dei’Anfiteatro und die Kathedrale St.Martin

                     Pontedera, im Piaggio Museum

Schon kurz nach dem Mittag erreiche ich Florenz. Meinen Camper stelle ich am Krankenhaus ab, der Platz dort ist günstig, ruhig gelegen und die Straßenbahn ins Zentrum recht nah. Bei schönem Wetter gleich in die Stadt. Die, das wird schnell klar, hält was sie verspricht. Tolle Architektur, viel Kunst und Kultur. Allerdings sind hier wahre Menschenmassen unterwegs. Die Basilika Santa Maria Novella schaue ich mir nur von außen an, der Eintrittspreis von 8 € schreckt ab. So bleibt mehr Zeit für anderes. Herausragend dabei die wohl älteste Apotheke der Welt, Officina Profuma, in deren zahlreichen Räumen noch immer hochwertig Parfüm und anderes hergestellt wird. Nicht weit davon die Kirche Ognissanti. Trotz freiem Eintritt nur spärlich besucht, ist sie wunderschön. 3D-Deckenmalerei und verschwenderisch gestaltete Kapellen sind da zu bewundern. Um und an der Kathedrale von Florenz sind dann sehr viele Leute unterwegs, ein Besuch würde lange Wartezeiten bedeuten, also lasse ich das für heute.

Blick über Florenz

                     an der Kathedrale von Florenz

                   Florenz, Officina Profuma

               Chiesa Ognissanti

David, 5 m große Kopie

         Kathedrale Florenz

Sonntag zeitig aufstehen und gleich ins Zentrum von Florenz. Da stehen trotz früher Stunde an Ticketoffice und Kathedrale schon lange Schlangen :-(. Bei meiner begrenzten Zeit hier lasse ich das Anstellen und konzentriere mich auf anderes. Mein Glück: in den Wintermonaten kann man am ersten Sonntag im Monat kostenlos in die staatlichen Museen vor Ort. So bummle ich durch die sehenswerten Straßen und besuche die Gärten Bardini und Boboli. Über letzteren kann ich problemlos in den Palazzo Pitti, vor dem die Warteschlange über 100 m lang ist. Im Renaissance Palast, lange im Besitz der Familie Medici, liegt eine prachtvolle Ausstellung neben der anderen. Allein hier kann man locker einige Stunden zubringen. So vergeht der Tag. Spät setze ich mich ins Auto und verlasse Florenz. Die Vorhersage verspricht baldige Schneeschauer, und die Strecke nach Bologna führt sehr kurvenreich in bis zu 900 m Höhe. Dort liegt auch wirklich noch Schnee und das Thermometer fällt auf 4°C.  

Florenz, Palazzo Pitti

     wunderschöne Räume und eine tolle Austellung neben der anderen

44. Woche vom 6. bis 12. März 2023
Nach einer ruhigen Nacht in Pianoro ist es nur eine kurze Strecke bis Bologna. Schönes Wetter, aber der Wind pfeift kalt ums Eck. Die Stadt wird auch “die Rote “ genannt. Zum einen wegen der vielen Ziegelgebäude, aber auch wegen der eher linken Gesinnung. Was auffällt sind die unzähligen Arkaden, unter denen es sich gut spazieren lässt. Bologna gefällt mir sehr gut und die Besucherströme halten sich vor allem im Vergleich zu Florenz in Grenzen. Tolle Bauten, zwei schiefe Türme, Piazza Maggiore und die uralte Universität mit Teatro Anatomico und der Meisterhalle sind Beigaben für einen überaus lohnenden Besuch.  

Bologna

       Basilika Bartolomeo

               Bologna

   Universität, Meisterhalle

Montag Nachmittag fahre ich weiter. Hinter Modena halte und bleibe ich in Carpi. Die Stadt relativ klein und übersichtlich, aber mit Charme. Der zentrale Platz, Piazza Martiri, ist nach dem Petersplatz in Rom und dem Markusplatz in Venedig der 3.größte in Italien. Ringsum stehen einige ansehnliche Gebäude, die das Abendlicht hervorragend zur Geltung bringt. Am nächsten Morgen ein weiterer Stadtbummel mit dem Besuch der grandiosen Cattedrale di Santa Maria Assunta.

Bologna, Neptunbrunnen

       Carpi, Piazza Martiri

               Carpi, Cattedrale di Santa Maria Assunta

Gegen Mittag die Fahrt nach San Benedetto Po. In der Kleinstadt steht das große Kloster San Benedetto in Polirone, welches aber deutlich sichtbar seine guten Zeiten bereits hinter sich hat. Schade. Mittwoch ein gutes Stück Strecke auf der Strasse. Vorbei an Verona komme ich in bereits bekanntes Gebiet und fahre bis Leifers, kurz vor Bozen. Nach einer ruhigen Nacht gleich weiter. Die Vorhersage gibt mir ein kleines Zeitfenster mit gutem Wetter, so komme ich auf schneefreien Straßen gut über die Alpen. Nach einer Nacht bei Freunden in Regensburg erreiche ich am Freitag, den 10.März 2023, Crimmitschau, womit die lange Italienreise ihr Ende findet. 

Viel Zeit das alles zu verarbeiten bleibt nicht, denn schon Ende April 2023 breche ich erneut auf. Diesmal heißt das Ziel USA.

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