Wir schreiben das Jahr 1993 und ich mache mich auf mir einen Traum zu erfüllen...

Okay, zu der Zeit hatte ich noch keine Homepage und die Digitalfotografie war für den normalen Konsumenten noch ein Buch mit sieben Siegeln. Doch die Technik macht es möglich, und so bin ich Ende 2011 dabei euch meine Sicht auf Orte dieser Welt im nachhinein zu ermöglichen. Die analogen Fotos wurden eingescannt und ich habe einige alte Unterlagen durchwühlt um so manchem Bild einen Ort zuzuordnen. Sollte mir dabei ein Fehler unterlaufen sein bitte ich um Nachsicht. Die Texte sind kürzer ausgefallen, worüber sich einige sicher freuen werden :-) Zu der Zeit habe ich kein Reisetagebuch geführt und die Erinnerung nach fast 20 Jahren ist ein klein wenig löchrig geworden Nichts desto Trotz lassen wir das Abenteuer Ägypten neu auferstehen

Nach dem Fall der Mauer hat es eine Weile gedauert bis ich Geld und Mut zusammen hatte und zur ersten Soloreise meines Lebens aufbrach. Ziel war das, für mich, magische Ägypten. Alte Pyramiden, Tempel und verbliebene Zeugnisse einer längst untergegangenen Kultur versprachen so einiges.

Nebenan die Karte der Reise. Nach einem Aufenthalt in Kairo nebst Besuch der Pyramiden in Gizeh reiste unsere Gruppe mit dem Flieger hinunter nach Assuan. Von dort aus mit dem Flusskreuzschiff einige Tage lang den Nil runter und zum Schluss quer durch die Wüste für ein paar Tage Badeurlaub nach Hurghada, zur damaligen Zeit noch ein kleines Dorf mit wenigen Hotelanlagen.
 

29.Mai 1993,
Landung in Kairo. Im Gegensatz zu den Erwartungen lerne ich weder im Flughafen noch im Flieger jemand aus der Reisegruppe kennen. In Kairo werde ich abgeholt und per Taxi ins Hotel gebracht. Ein lückenloser Service, der verspricht mich am nächsten Morgen mit anderen zusammen abzuholen. Dieses Versprechen wird eingelöst, wenngleich nur ein Paar aus Bayern dazu stößt. Später auf der Reise sollten wir durch Gespräche feststellen, das viele Reiseteilnehmer abgesagt hatten und unsere Gruppe letztlich aus sage und schreibe FÜNF Reisegruppen bestand. Der Grund dafür waren Terroranschläge, bei denen vor ein paar Monaten Busse mit Touristen beschossen wurden und es einige Verletzte gab. In den Medien war das nur eine Randnotiz. Kein Ding, so kam ich günstiger auf ein besseres Schiff für die Nilkreuzfahrt, wir mussten praktisch nie an Tempeln anstehen und konnten problemlos Fotos schießen ohne dauernd zig andere im Bild zu haben. Dazu erfuhren wir eine Gastfreundschaft ohne wenn und aber. Spaziergänge durch so manches Viertel in Kairo blieben ungefährlich und ich habe mich während der ganzen Reise rundum wohl und sicher gefühlt. Zurück zum ersten Tag. Mit dem Lehrerehepaar aus Bayern werde ich einen halben Tag mit einer Limousine durch Kairo gefahren. Dabei haben wir nur Orte besucht die in den nächsten Tagen nicht auf dem Programm stehen. Wir waren in der Totenstadt, wo die Ärmsten in den Grüften eines der größten und ältesten Friedhöfe der Stadt leben, sahen Monumente der Macht, bestiegen den Kairoturm und hatten den Nachmittag zur freien Verfügung. Dabei mache ich einen Ausflug allein durch die Strassen der Stadt. Man sah mir wohl an das ich ein Greenhorn bin und bald hatte ich Teppichhändler, Schmuckwerber, Papyruskunsthändlern und Parfümdealer an den Hacken kleben. Nun ja, ich kam zu einigen Ladenbesuchen und jeder Menge kostenlosen Tee. Immerhin konnte ich auf meine Tätigkeit als schwer zu überzeugender Einkäufer einer Elektrogroßhandlung zurückgreifen und kam nicht mit einer Menge mehr oder minder wertvoller Dinge zurück.

                     erste Eindrücke von Kairo                        

             Ausblick vom Kairoturm (El-Borg) auf die Stadt

Die Fotos links sind von Tag 1 Beim Besuch der “Totenstadt” wurde uns geraten das Auto nur kurz zu verlassen. Dazu ein Foto von einem Monument in Kairo. Ich konnte leider nichts mehr dazu finden. Wenn also jemand weis was das ist: bitte bei mir melden!

Am 31. Mai 1993 dann der “normale” Beginn der Rundreise. Vom Hotel werde ich mit dem Bus abgeholt. Drinnen sitzt bereits der Großteil unserer nun fast vollständigen Reisegruppe. Wir lernen uns im Laufe des Tages kennen und sehen die nächsten Höhepunkte die auf dem Programm stehen. Wir beginnen mit dem weltberühmten Ägyptischen Museum, dessen beeindruckende Schätze aus dem Grab des Tut-ench-Amun nur einen klitzekleinen Teil der Sammlung historischer Ausstellungsstücke ausmacht Um diese in ihrer Gänze zu bewundern würde im Normalfall mehr als einen Tag gebraucht werden. Doch unser Zeitplan drängt. Nachmittag stehen einige Moscheen auf dem Besichtigungsplan, wobei die Alabastermoschee die bei weitem Eindrücklichste davon war. Um den Tag abzurunden besuchen wir den farbenprächtigen Khan-el-Khalili Basar, dessen quirlige Atmosphäre leider nicht wirkungsvoll auf ein Foto zu bannen war. Am nächsten Vormittag werden wir hinaus nach Gizeh gefahren um die Pyramiden und die Sphinx zu bewundern. Ein absolut phantastisches Erlebnis. Schon als Kind hatte ich davon geträumt einmal vor diesen Monumenten einer alten Kultur zu stehen. An diesem Tag wurde es endlich wahr. Man fühlt sich unbedeutend und klein, stellt auf einmal vieles in Frage was einem doch so klar und deutlich erschien. Das hat wahrscheinlich mit der Bündelung kosmischer Strahlen durch die Pyramidenform zu tun ;-) Wir haben nicht ewig Zeit, aber es reicht um diesen Ort und seine Umgebung von einigen Seiten zu beleuchten und ganz nebenbei auch noch auf einem Kamel zu reiten...

  die Alabastermosche,          
  von innen und aussen

   Gizeh, Sphinx und Chephren Pyramide, “nur” 4.500 Jahre alt

die drei großen Pyramiden,    
 in der Mitte die Chephren

die wahre Größe aus der Nähe

     Scheich “El Lutz” ;-)))

         Blick über Kairo

Kurzes architektonisches Abschwenken: die Cheopspyramide, im linken Foto ganz links, ist die größte, mit einer Originalhöhe von 146 m, wovon durch Abfallen der Verkleidung und nutzen der Steine für Bauten in Kairo heute noch 138 m übrig sind. Bei einer Basislänge von 230 m wurden unglaubliche 6,25 Millionen Tonnen Steine verbaut, und das 2580 Jahre vor Christus! Die etwas bekanntere Chephren Pyramide weißt an ihrer Spitze noch Teile der Original Verkleidung auf, und wirkt trotz einer 5m geringeren Höhe durch den höheren Standort größer als die Cheops. Am Nachmittag erkunden wir die Umgebung mit Besuchen in Memphis und Sakkara. Die dortige, gut erhaltene, Stufenmastaba des Djoser gilt als Vorläufer der uns bekannten Pyramiden.

Teppichladen muss wohl sein

 Stufenmastaba des Djoser in                Sakkara

auf dem Land läuft vieles noch wie vor 1.000 Jahren

       Ankunft in Assuan

Am 2. Juni 1993 holt man uns nach dem Frühstück vom Hotel ab. Es dauert eine Weile bis der Bus voll ist, da praktisch alle in unterschiedlichen Häusern untergebracht sind. Zügig fahren wir hinaus zum Flughafen, wo bereits eine kleine Maschine der Air Egypt darauf wartet nach Assuan zu fliegen. Kaum angekommen setzt sich das Programm in einer Felukenfahrt auf dem Nil fort. Vorbei an der Lord-Kitchener Insel segeln wir ziemlich historisch, oder romantisch, zum Mausoleum von Aga Khan III., der zu Beginn des 20. Jh. als führendes Mitglied des Persischen Königshauses herrschte. Das war es dann für heute und wir checken auf dem Hotelschiff ein. Das lässt kaum Wünsche offen: auf dem Oberdeck ein Swimmingpool, dazu großzügige Kabinen, eine sehr noble Ausstattung nebst sehr gut funktionierender Klimaanlage. Dazu eine Küche die uns bis zu fünf Mal täglich verwöhnt. Herz und Bauch, was willst du mehr! Leider habe ich nicht mehr den Namen des Schiffes heraus finden können, da, statt der “Nile Romance” ein Schiff der höheren Kategorie zur Verfügung gestellt wurde. Letzte Ereignisse des Tages: Am Abend haben wir zum ersten gemeinsamen Abendessen an Bord freie Tisch- und Platzwahl. Wie es der Zufall (?) will, treffen sich an unserem Tisch: ein Bänkerehepaar aus Frankfurt, die bereits erwähnten Lehrer aus Bayern, zwei junge Frauen aus Berlin und ich. Es sollte sich heraus stellen das sich da genau die Richtigen gefunden haben. An unserem Tisch war es praktisch nie ruhig, ein Kalauer jagte den nächsten und nach so mancher Mahlzeit wurden wir von anderen gefragt was denn bei uns schon wieder los war. Wir hängen praktisch ständig zusammen, was uns gegen Ende der Reise sogar einen Bonusprogramm bescheren sollte.

romantische Felukenfahrt      

   das Aga Khan Mausoleum

   Blick von dort auf den Nil 

   der Salon vom Hotelschiff

Donnerstag, 3.Juni 1993. Nach der ersten, sehr angenehmen, Nacht auf dem Schiff beginnt nach dem Frühstück ein Tag voller Sehenswürdigkeiten. Als erstes der unvollendete Obelisk von Assuan. Vermutlich wurde seine Fertigstellung wegen erkennbarer  Risse im Material aufgegeben. Dabei wäre er mit einer Grundfläche von 4 mal 4 Meter, einer Höhe von über 40 Meter und einem Gewicht von 1.100 Tonnen der weltweit größte Obelisk des Altertums gewesen. Vielleicht war es das immense Gewicht was zur Aufgabe zwang, welches selbst zu heutiger Zeit kaum zu transportieren wäre. Vormittag besuchen wir noch zwei Baudenkmäler in der näheren Umgebung. Aus moderner Sicht wäre da der Assuan Staudamm. Na ja, viel zu sehen gibt es da nicht. Hinter einer unspektakulären Staumauer in einer recht trostlosen Gegend verschwindet der riesige Stausee bald hinter der nächsten Biegung. Aus historischer Sicht ist es der Tempel Philae, welcher für mich weit sehenswerter ist als der Staudamm. Eigentlich stände er mitten im Stausee, wurde jedoch in einem dreijährigen Kraftakt, wie auch das weltberühmte Abu Simbel, rechtzeitig Stück für Stück an einen höheren Ort versetzt. Im Fall des Tempels auf die Insel Agilkia.

Links der unvollendete Obelisk von Assuan, die anderen Bildern sind vom Tempel Philae auf der Insel Agilkia, bei dem man augenscheinlich keine                                 Spuren der Umsetzung bemerkt

Während dem Mittagessen an Bord unseres Hotelschiffes fährt dieses weiter den Nil hinab. Die Bewegung des Schiffes ist kaum zu spüren und draußen zieht gemächlich die Landschaft vorbei. Kleine Dörfer wechseln sich mit Zonen spärlichen Bewuchses ab, wobei der größte Teil sich als trockenes und staubiges Niemandsland präsentiert. Am Nachmittag ein Halt am Doppeltempel von Kom Ombo, welcher zur Hälfte dem Krokodilgott Sobek gewidmet ist. Obwohl wir noch keinen Hochsommer haben, steigen die Temperaturen im Schatten auf knapp 40 °C. Derart belastet müssen einige aus unserer Reisegruppe mit Cola über eine kleine Kreislaufschwäche gebracht werden. Wir beginnen zu begreifen das es wichtig ist die Ausflüge möglichst früh oder spät am Tage zu unternehmen. Bald fahren wir weiter und kommen an diesem Tag mit dem Schiff bis Edfu, ungefähr 100 km nördlich von Assuan. Am nächsten Morgen werden wir sehr früh geweckt. Beim Frühstück bricht mit der Dämmerung gerade der Tag an und viele schauen noch ziemlich verschlafen drein. Vom Schiff werden wir mit kleinen Pferdekutschen abgeholt und zum nahen Horustempel von Edfu gebracht. Diese Tempelruine gilt als eine der am besten erhaltenen in ganz Ägypten, was wir nach der Reise nur bestätigen können. Aus der Ferne wirken die Tempelmauern recht normal, doch je näher wir kommen bauen sich diese immer imposanter vor uns auf. Staunend stehen wir vor dem monumentalen Ausdruck der historischen Architektur und können uns nur zu gut vorstellen wie das vor tausenden von Jahren auf Ankömmlinge gewirkt haben muss. Vor allem im Inneren sind die Mauern häufig vom Boden bis zum oberen Ende mit Reliefen und ägyptischen Hieroglyphen bedeckt. Keine Ahnung wie viele Menschen daran gearbeitet haben und wie lange das wohl gedauert haben muss. Egal, wir sind einfach nur beeindruckt. 

Sonnenaufgang am Nil          

     eine frühe Kutschfahrt

     der Horustempel von Edfu, beindruckend gut erhalten

Nach dem Tempelbesuch von Edfu flüchten wir gegen Mittag in den Schutz der Klimaanlage an Bord des Schiffes. Das leckere Buffet ist bereits aufgebaut. Nach dem Schlemmen ziehen sich die Meisten für ein kleines Schläfchen in die Kabine zurück. Das Schiff bringt uns währenddessen fast unbemerkt ein Stück weiter bis nach Esna, wo wir am Nachmittag den Chnum Tempel besuchen Der liegt mitten in der Stadt, musste aber trotzdem im 19. Jahrhundert aufwendig vom Sand befreit bzw. freigelegt werden. Die umgebende Stadt befindet sich inzwischen auf einem neun (!) Meter höheren Baugrund. Wahrscheinlich oder aber gerade deswegen ist auch dieser Tempel sehr gut erhalten. Er kann sich jedoch nicht mit der Anlage in Edfu vergleichen. Gleich nach der Besichtigung legt unser Schiff ab und ankert am späten Abend an der voll belegten Anlegestelle in Luxor.

links ein Säulengang, daneben die erwähnten Hieroglyphenwände im Horustempel von Edfu
               dazu die Innenstadt von Esna und Andrang an der Anlagestelle in Luxor.

Samstag, 5. Juni 1993. Wegen einer kleinen Verschiebung im Reiseprogramm haben wir heute den größten Teil des Tages frei. Die meisten faulenzen an Bord, planschen im Pool, lesen oder schreiben Ansichtskarten. Ein guter Tag, der auch mir Zeit lässt all die vielen Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten. Sonntag, 6. Juni 1993. Nach dem Programm von heute kommen mir die Tempelbesuche der letzten Tage wie ein lockeres Aufwärmtraining vor. Ein Höhepunkt jagt den anderen. Wir beginnen im Tal der Könige mit dem Besuch eines der Königsgräber. Sehr interessant, nur leider habe ich keine Aufzeichnung mehr darüber in welchem der Gräber wir waren. Dann geht es nach Westtheben zum Tal der Königinnen, dem Tempel der Hatschepsut und den Memnon Kolossen. Puh, das waren definitiv genug Steine, Erklärungen und Eindrücke für einen halben Tag. Glücklich über einen freien Nachmittag macht jeder sein eigenes Programm. Zum Abendessen trifft sich unsere Tischrunde innerhalb der Reisegruppe wieder. Dabei überredet mich das Bänkerpaar mit ihnen zu einer extra Vorstellung in die Tempelanlage von Karnak zu gehen. Eindrucksvoll untermalt mit Musik und vielen Lichteffekten wird der Einzug von Alexander dem Großen dargestellt. Eine geniale Show, die nur durch meine damals noch recht dünnen Englischkenntnisse gebremst wurde. 

Memnonkolosse, 20m hoch,       1.000 Tonnen schwer

         im Tal der Könige

       Ausgrabungsarbeiten

   der Hatschepsuttempel

Am Montag werden wir mit dem Bus abgeholt und fahren ein kleines Stück ins Landesinnere. Der erster Halt in Dendera, um den ptolemäischen Hathortempel zu besuchen. Dann weiter nach Abydos zur Tempelanlage von Ramses II. sowie zum Totentempel von Sethos I. In dem ist eine recht vollständige Königsliste aller Pharaonen vor Sethos I. zu bestaunen. Sehr hilfreich auch für Archäologen, um die Historie des alten Ägypten aufzuarbeiten. Den Abend verbringen wir wieder auf dem Schiff bei Luxor. 

etwas grün nach all dem Stein

   Hathortempel in Dendera

 Fotos aus dem Tempelinneren von Dendera

Tempel in Abydos

Am 8. Juni findet unsere Flusskreuzfahrt mit der Besichtigung der Tempelanlagen in Karnak und Luxor ihren durchaus krönenden Abschluss. Inzwischen begegnen wir immer mehr Touristen und können uns langsam vorstellen was an den Sehenswürdigkeiten los ist wenn die Reiseflaute in Ägypten wieder vorüber sein wird. Doch das soll uns heute nicht interessieren und staunend besichtigen wir die riesigen Anlagen. Auf jeden Fall war es einer der aufregendsten Tage, nach dessen Ende wir aber definitiv der Meinung sind genug Steine gesehen und genug Geschichte und Geschichten gehört zu haben. Nachmittag packen wir die Sachen und fahren mit Kleinbussen quer durch die Wüste. Ziel am Roten Meer ist Hurghada. Heute ein bekannter Badeort, war Hurghada 1993 noch ein Geheimtipp. Das kleine Dorf hatte gerade mal den runden Hotelturm des Sheraton als Wahrzeichen und ungefähr sechs Ressorts teilten sich den Strand.

         die fototechnischen Ergebnisse eines sehr eindrücklichen Tages in den Tempelanlagen von Luxor und Karnak

ein letzter Blick zurück

       vom Nil nach Hurghada durch die ägyptische Wüste

 Blick von meinem Hotelbalkon

Die Hotelanlage, auch deren Name habe ich in keinen Unterlagen mehr gefunden, lässt keine Wünsche offen und ich bewohne ein mega großes Zimmer mit einem wunderbaren Ausblick vom Balkon auf die künstliche Lagune. Die nächsten Tage halten das was sie versprechen: Erholung pur! Wir pendeln zwischen Restaurant, Pool, Meer und Bar. Einziger Wermutstropfen: unsere tolle Gruppe ist auf mehrere Hotels verteilt. Nur, aber wenigstens, das Ehepaar aus Frankfurt wohnt mit in der selben Anlage. Aber unsere dufte Truppe vom Hotelschiff erlebt doch noch einen traumhaften gemeinsamen Tag. Unser Reiseleiter besucht uns und erzählt das er es nur selten erlebt das sich die Leute in einer Reisegruppe so gut verstehen wie wir. Also macht er den Vorschlag für uns sieben einen Tag außerhalb des üblichen Programms zu organisieren. Gesagt, getan. Wir treffen uns eines Morgens am kleinen Hafen. Dort werden wir schon von unserem Reiseleiter und einer Yacht erwartet. Mit der fahren wir zum Schnorcheln an einem wunderschönen Tag hinaus aufs Meer. Das ist aber nicht alles. Am späten Mittag landen wir an einer traumhaften Insel mit herrlichem Strand. Die Männer die mit auf der Yacht waren entpuppen sich als Koch und Kellner :-))) So folgt ein BBQ ganz persönlich für uns! Was für ein Tag. Vielen Dank für dieses tolle extra Abenteuer.

der außergewöhnliche Schnorchelausflug mit Besuch einer Insel samt eigener Küche          

   ein Tag der silbern endet

Der Rest ist schnell erzählt: Nach dem Transfer von Hurghada nach Kairo am 11. Juni trennen sich leider die Wege von unserer Gruppe. Ich bin erneut im Hotel “Cosmopolitan” untergebracht. Dieses Haus im kolonialen Stil wird für eine weitere Nacht meine Basis. Es bleibt genug Zeit noch einmal durch die Stadt zu bummeln. Ich scheine weit weniger Aufsehen zu erregen als bei dem Besuch hier vor zwei Wochen. Eine dunklere Hautfarbe und verändertes Auftreten halten mir wohl einige der Händler vom Leib. Einem Tipp folgend besuche ich ein Freiluftmuseum etwas außerhalb der Stadt. Trotz Google und Co gelang es mir im Jahr 2011 nicht einen Hinweis oder Namen finden. 1993 durfte ich noch einmal einen Streifzug durch ein nachgebautes altes Ägypten wagen, mit Schaustellern in historischen Kostümen und jeder Menge Erklärungen der jeweiligen Gottheiten und dem alltäglichen Leben zur damaligen Zeit. Ein Teil des Rundganges konnte durch ein Kanalsystem bequem im Ruderboot bewältigt werden. An meinem letzten Tag in Ägypten, dem 12. Juni 1993, eine Einkaufstour um auch das letzte ägyptische Geld noch auszugeben. Ich habe inzwischen gelernt hart zu feilschen und biete einigen Händlern lange die Stirn. Mein letztes Geschäft geht soweit das ich mit dem Ladenbesitzer um das begehrte Schachspiel ein eben solches führe. Glücklicherweise bin ich der Gewinner.

der letzte Ausflug in Kairo in einem Freiluftmuseum. Sehenswert und informativ

Das war sie, die Geschichte meiner Ägyptenreise im Juni 1993