Seit Mai 2025 bin ich auf einem Roadtrip durch einen Teil von Europa unterwegs. Nachdem die  Seite “2025” gut gefüllt ist, beginnt hier die Fortsetzung mit der Zeit in Spanien.
finale Fassung

meine Route durch Spanien und Portugal

19. Woche vom 16. bis 22. September 2025
Dienstag behalte ich meine Basis in Frankreich noch und starte mittags eine Radtour nach Spanien, praktisch nur 1 km entfernt. Gleich hinter der nördlichen Küste des Landes liegen häufig schon ordentliche Hügel bzw. Bergketten. Hier und heute ist es der 455 m hohe Jaizkibel Mendatea (schwierige baskische Namen). Schöne Strecke, leider kaum gute Ausblicke. Auf dem Rückweg ins spanische Hondarribia. Nur ein Steinwurf von Frankreich entfernt überrascht das Städtchen mit komplett anderer Architektur. Enge Gassen, viele Balkone und eine durchaus düstere Atmosphäre, die jedoch irgendwie angenehm ist. Ein gelungener Ausflug mit neuen Eindrücken. Nach einer letzten Nacht in Frankreich heißt es dann ab Mittwoch Morgen: Viva Espania!

Schon kurz nach acht überquere ich die Grenze und erreiche nach einer Pause zum Tanken (Premiumdiesel 1,37€/l) schon bald San Sebastian. Gewarnt vor Autoaufbrüchen steuere ich einen offiziellen Wohnmobilstellplatz an und ergattere einen der raren freien Plätze. Das Stadtzentrum ist nur eine halbe Stunde zu Fuß entfernt und bei schönstem Sonnenschein mache ich eine Erkundungstour. San Sebastian liegt an einer ca. 1 km breiten, mondsichelförmigen Bucht mit tollem Sandstrand. Fast schon zu schön um wahr zu sein. Mein erstes erwähnenswertes Gebäude am Weg ist der Palacio de Miramar, gebaut von der spanischen Krone im späten 19. Jh. Sehenswert und perfekt gelegen. Weiter um die Bucht herum zur Altstadt. Das Rathaus abgesperrt, trotzdem mehr als ein Foto wert. Eine Kaffeepause mit baskischem Quarkkuchen, dessen Oberfläche leicht verbrannt sein muss

unterwegs in den Gassen von Hondarribia

erster Eindruck San Sebastian

Palacio de Miramar

 hinter dem Rathaus

Gestärkt weiter durch die Stadt bummeln. Die Basilica Santa Maria del Coro komplett eingebaut, man muss den Hals verrenken um den eindrucksvollen Eingang zu bewundern. Drinnen sind überraschend wenig Leute und ich kann ungestört herum wandeln. Dann rauf auf den felsigen, 100 m hohen Hügel über der Stadt. Na ja, die Aussicht geht so. Lieber wieder runter in die engen Gassen, wo eine (Tapas) Bar neben der anderen liegt. In San Sebastian hat diese Kultur (Baskisch: Pintxos) einen neuen Level erreicht. Die angebotene Auswahl ist riesig und sieht so lecker aus das die Entscheidung schwer fällt. Ich wähle sorgsam eine Bar, denn die angesagten verlangen logischerweise eine ganze Menge mehr pro Stück. Am Nachmittag einige schöne Brücken und die Kathedrale, bevor der Hügel Igeldo mit Standseilbahn sowie Skulpturen von Chillida am Meer den Tag ausklingen lassen. 

die beeindruckende Basilica Santa Maria del Coro

ein kleiner Teil der Auswahl an Pintxos

Maria Kristina Brücke

 manch coole Bar

Nach einer überraschend erholsamen Nacht mitten in San Sebastian fahre ich weiter die Küste entlang. In Orio findet sich ein schattiger Parkplatz, es sind heute wieder 30°C. Ich hole das Rad raus und mache eine Tour durch das Küstengebirge. Zum einen ist der Tontor Txiki Ziel, zum anderen ein kleines Kap mit Ruinen. Nachmittag setze ich die Fahrt mit dem Camper fort. Getaria wird im Reiseführer beworben, doch das Dorf enttäuscht mich eher. Viel Industrie und ein recht unansehnlicher Hafen trüben den Eindruck. Ohne Grund zu bleiben schlage ich mein Nachtlager in Zumaia auf. Netter Ort und der Stellplatz am Hafen erstaunlich ruhig. Freitag hängt vorerst zäher Küstennebel über der Gegend. Ich mache mit dem Rad einen Ausflug die Küste entlang, was ein teils heftiges Auf und Ab beinhaltet. Die Orte am Weg, Deba und Mutriku, geben kaum Grund länger zu bleiben so das ich am frühen Nachmittag zurück in Zumaia bin. Am Strand westlich vom Zentrum wartet dann eine Überraschung, ein Flysch (siehe Wikipedia). Zig dünne Gesteinsschichten, farbig und zwischen 3 cm und 15 cm breit, hat die Natur gefaltet und aufgestellt. Donnerwetter, so was sehe ich zum ersten Mal. Verblüfft mache ich viel zu viele Fotos, die vielleicht besten gleich hier. Oben auf den Felsen steht übrigens die San Telmo Ermita, eine kleine Kirche wie aus einem Filmset entsprungen.  

der Strand von Zumaya

in der Geologie wird so etwas als Flysch bezeichnet

die Natur als Künstler

Noch am gleichen Nachmittag fahre ich ungefähr 15 km landeinwärts nach Azpeitia. Vom Ort selbst bekomme ich kaum etwas mit, mein Interesse gilt der Basilika Loyola, etwas außerhalb. Die ist einem Mitbegründer der Jesuiten gewidmet, dem heiligen Ignatius von Loyola. Der wurde im 15. Jh. in einem mittelalterlichen Wohnturm geboren, welcher im restaurierten Zustand noch heute steht. Die Basilika auf selbem Grund ist ein imposanter Bau, die 65 m hohe Kuppel mit 24 m Durchmesser lässt einen fast in Ehrfurcht erstarren. An diesem Wallfahrtsort landen Busladungen voller Gläubiger, darunter überraschend viele Asiaten. Ich drehe trotz der auch heute erdrückend wirkenden Hitze (34°C) meine Runden und lasse alles auf mich wirken. Nachts ziehen Gewitter durch, was der Basilika im Licht von Blitzen und Scheinwerfern einen ganz besonderen Reiz verleiht. Samstag Morgen besuche ich das Gotteshaus erneut. Zufällig ist für eine Weile niemand anderes in der Basilika, für mich ein Gänsehautmoment. 

Zumaya, San Telmo Ermita...

...dagegen die Basilika Loyola

ein wahrlich beeindruckender Bau mit großartiger Kuppel

Vormittag geht die Fahrt mit dem Camper nach Eibar. Die Stadt ist förmlich in ein enges Tal gepresst und recht unansehnlich. Ich steige trotz der Wärme/Hitze auf das Rad und erklimme auf teils steiler Straße den Arrate. Die Ideen und Tipps für meine Touren beziehe ich übrigens von www.quaeldich.de. Auf der Seite von und für Rennradler stehen inzwischen 9.000 Pässe und Berge mit Beschreibung, Profil usw. Das hilft vor allem in der Fremde ungemein. Mittag das Rad verladen und nach Durango fahren, um bei noch gutem Wetter eine Radtour auf den Urkiola zu machen. Für die Anstrengung bekomme ich tolle Ausblicke auf eine ganz andere Bergwelt mit dominanten Kalksteinfelsen. Der Tag hat mich körperlich ganz schön geschafft, aber bei dem regnerischen Wetter am Sonntag bleibt genug Zeit sich zu erholen. Auch am Montag regnet es immer wieder. Ich lasse mir Zeit und fahre erst am Nachmittag nach Zamudio, wo die Gemeinde einen schönen und kostenlosen Wohnmobilstellplatz gebaut hat. Als typische Satellitenstadt, in dem Fall von Bilbao, bietet der Ort praktisch nichts, abgesehen von zwei kleinen Supermärkten. 

das Guggenheim Museum, eine futuristische Architektur mit Bezug zu Bilbao

 Bilbao, Altstadt

Skulptur Mamam

20. Woche vom 23. bis 29. September 2025
Dienstag besteige ich in Zamudio den Vorortzug und bin eine halbe Stunde später mitten in der Großstadt. Das ist bequem und mein Auto parkt sicher und kostenfrei. Während letzte Schauer über die Gegend ziehen, beginne ich meine Erkundungstour im alten Viertel “Calle Siete”. Viele der sehr zahlreichen Bars und Cafes haben noch geschlossen, weshalb in den Gassen gerade kaum jemand unterwegs ist. Darüber hinaus macht Bilbao wenig Eindruck, was auch an viel Zerstörung durch mehrere Kriege und der präsenten Großindustrie liegt. Die große Ausnahme: das Guggenheim Museum. Nach Plänen des Amerikaners Frank O. Gehry 1997 fertig gestellt, ist es ohne Frage ein absolut spektakulärer Bau, der von jeder Seite einen anderen Eindruck macht. Dabei hat der Architekt es nicht versäumt eine Verbindung mit Bilbao (Meer, Schiff, Fisch) zu schaffen. Drum herum markante Skulpturen, wie die Spinne “Mamam”. Der riesige Hundewelpe (Puppy), bestehend aus Blumen, wird gerade neu bepflanzt und war komplett eingerüstet. Mein Programm “Bilbao” geht am Mittwoch weiter. Ich besuche den städtischen Friedhof in Derio mit seinen langen Säulengängen und schaue mir die älteste Schwebefähre der Welt, mehrfach überholt, aber original 1893 gebaut, in Portugalete an. Danach verlasse ich den Großraum Bilbao und finde im kleinen Miono einen guten Platz für die Nacht.        

Bilbao, Graffiti in XXXL

der städtische Friedhof von Bilbao im Stadtteil Derio

Portugalete, Schwebefähre

Donnerstag: Bilderbuchwetter. Nach 5 km parke ich den Camper am Stadtrand von Castro-Urdiales und spaziere hinunter zum Hafen. Dort steht auf einem kleinen Felsplateau das Castillo de Santa Ana mit Minileuchtturm, die Ermita San Pedro und die Kirche Santa Maria de la Asuncion. Ein tolles Ensemble, wobei die gotische Kirche durchaus als Filmset zu “Der Name der Rose” vorstellbar wäre. Darüber hinaus macht ein Bummel durch Castro-Urdiales mit schönen Häusern und kleinen Badebuchten richtig Spaß. Mittags bin ich dann in Laredo, dessen Puebla Vieja alt, aber wenig sehenswert ist. Besser ist da La Atalaya, ein felsiger Hügel über der Stadt mit alten Ruinen und Panoramablick, sowie der realistisch bemalte Fußgängertunnel durch eben diesen.   

Castro-Urdiales

Santa Maria de la Asuncion

Fußgängertunnel La Atalaya

die Bucht von Laredo

Nachmittag fahre ich um und über den Ria (eine Mischung aus Fluss und Meeresbucht) de Treto nach Santona und parke dort vorerst am Hafen. Das Wetter ist schön und noch genug Tageslicht übrig, also in die Wandersachen schlüpfen. Entlang der Promenade mit vielen Grünflächen geht mein Weg nach Osten zur felsigen Halbinsel mit dem Monte Buciero. Bald führt der Pfad bergan auf steile Klippen. 5 km später erreiche ich das Steilufer zum offenen Meer, welches zusammen mit meinem Ziel, dem Leuchtturm Faro del Caballo, 200 m tiefer liegt. Es sind 671, teils sehr hohe, Stufen hinunter, wobei spektakuläre Ausblicke die Mühsal erträglich machen. Erstaunlich das der Leuchtturm, so schwer erreichbar, nicht “oben” gebaut wurde. Egal, die Lage wie auch die Sicht auf das Steilufer sind außergewöhnlich. Soll ich erwähnen das man auch wieder alle Stufen hinauf muss...? Abends finde ich eine kleine Sackgasse an der Promenade zum Parken, Meer und Fischkutterverkehr genau vor der Nase :-)

der abenteurliche Weg runter zum Faro del Caballo

was für ein Ausblick auf die Steilküste

Blick von Pedrena auf Santander

Auch am Freitag verwöhnt mich Petrus mit Sonnenschein und blauem Himmel. Ich fahre die Küste entlang und parke das Auto in Pedrena. Von da setze ich mit einer kleinen Fähre nach Santander über. Diese Verbindung spart mir wenigstens 40 km mit dem Camper um die große Bucht herum und die leidige Parkplatzsuche in der Großstadt. Außerdem ist es einfach schön so per Schiff anzulanden. Die Bebauung von Santander zieht sich am Ufer entlang soweit das Auge reicht. Richtig schön ist das nicht. Auch ist nach einem Großbrand 1941 kaum noch etwas vom historischen Stadtkern übrig. Sehenswert ist die Zentrale der Bank Santander, im Moment leider komplett eingerüstet, das futuristische Sportstadion am Park Las Llamas und die Halbinsel La Magdalena. Auf dieser steht der gleichnamige Palacio, durchaus als Filmkulisse geeignet. Gebaut 1911 war er ein Geschenk der Stadt an die königliche Familie des Landes, welche hier 17 Jahre lang regelmäßig Sommerurlaub machte. Gegen Abend mit der Fähre zurück nach Pedrena. Da finde ich eine kleine Sackgasse und campiere mit Blick auf Santander und die Bucht am Wasser

Santander, Sportstadion

auf der Halbinsel La Magdalena

Palacio La Magdalena

romantischer Tagesausklang

Am Samstag Morgen sind die Straßen regelrecht leer und ich bin sehr schnell in Solares. Beim Bummel durch die Stadt stoße ich auf einen kleinen Park voller Mystik. Große Felsen “liegen” da herum wie hingeworfen, dazwischen gewundene Pfade. Figuren aus der Märchenwelt vervollständigen das Ganze. Dann eine Radtour zum Pena Cabarga. Die ersten 4 km der Steigung schon mit 10 %, dann die letzten 2 km mit 18 %. Das war kurz, aber sehr heftig! Nachmittag mit dem Camper in Socobio halten wo eine Kirche aus dem 12. Jh. als letztes Zeugnis eines Klosters aus dem 10. Jh. steht. Ziemlich eindrucksvoll. Eigentlich hat die Kirche nur im Juli/August für das Publikum geöffnet, aber heute habe ich das Glück das für eine Gruppe extra geöffnet wird.  Mein Ziel des Tages ist dann Puente Viesgo, ungefähr 30 km südwestlich von Santander. Auch da steht mit der Iglesia de San Miguel eine schöne alte Kirche und mitten im Ort fließt der Rio Pas durch eine sehenswerte Schlucht mit abenteuerlichem Weg.  

Puente Viesgo, der abenteuerliche Rio Pas

Iglesia de San Miguel

 Solares, Parque Mitologico

Colegiata Santa Cruz de Castaneda

Sonntag hat das schöne Wetter Pause, nur selten schafft es die Sonne durch die Wolken. Ich mache eine 65 km lange Radtour durch das bergige Hinterland. Ziel und Wendepunkt ist der Alto de Caracol, ein 822 m hoher Bergpass. Schöne Strecke, wenig Verkehr, abgelegene Almwirtschaften. Die Nacht verbringe ich erneut am Kunstmuseum in Puente Viesgo, ein herrlich ruhiger Ort. Montag strebe ich über Torrelavega zurück zur Küste. Ein Stück vor dem Meer ein Halt in Santillana del Mar. Eigentlich ein schönes Dorf, dem zufolge heftig beworben. Leider hat der Kommerz inzwischen Überhand genommen und viel Ursprünglichkeit ist dem Bedarf der Touristen gewichen. Neben einigen, scheinbar vergessenen, Gassen bleibt mir vor allem das Klosters Santa Juliana in Erinnerung. Alte romanische Architektur, ein schöner Chor und ein Kreuzgang in dem gefühlt immer noch Mönche ihre Runden drehen. Bei sonnigem Wetter eine Pause am Playa de Luana bevor das Programm weiter geht. 

das Colegiata y Claustro de Santa Juliana macht viel Eindruck

 in Santillana del Mar

Am frühen Nachmittag erreiche ich Comillas. Das liegt theoretisch direkt am Meer, die meisten Sehenswürdigkeiten allerdings in den Hügeln dahinter. Bei dem herrlichen Wetter drehe ich zu Fuß eine große Runde. Die Villa Casa del Duque ist sehr schön, nur leider kommt man nur bis zum Tor. Etwas weiter der Parque Güell y Martos mit der Statue, mehr ein Denkmal, vom Marques de Comillas. Auf dem Nachbarhügel der Friedhof, ungewöhnlicherweise in den Ruinen/den Grundmauern einer alten Kirche. Das hat was. Weiter durch den ansprechenden Dorfkern nach Süden. Leider ist der große Park mit dem Palacio de Sobrellano und der Capilla Panteon de los Marqueses de Comillas derzeit geschlossen, mir bleibt nur ein entfernter Blick darauf. Richtig staunen lässt mich die Universidad de Cantabria, die auf dem gleichen Gelände wie das Seminario Pontificio liegt. Ein pompöser Bau, der Wissen wie auch Macht vermittelt. Den Abschluss des Tages bildet die Villa El Capricho de Gaudi, das erste Werk des genialen Architekten Gaudi. Phantasievoll und verspielt kommt das Haus, gebaut im 19. Jh., daher, wobei das Innere verblüffend modern wirkt. Schön wenn man einem Architekten derart freie Hand lässt. Puh, das war ein Tag angefüllt mit vielen neuen Eindrücken.

Comillas, Palacio und Capilla

Universidad de Cantabria

 El Capricho de Gaudi

Friedhof von Comillas

 der Eingang erweckt Ehrfurcht

21. Woche vom 30. September bis 6. Oktober 2025
Dienstag bleibe ich vorerst noch in Comillas und steige Vormittag aufs Rad. 10 km weiter südlich liegt das Monumento Natural de las Secuoyas del Monte Cabezon, sperriger Name. Neben einheimischen Beständen stehen da auch 848 Sequoia, ca. 1920 aus Amerika importiert und angepflanzt. Sie haben schon eine ordentliche Größe, hinken aber ihrer Artgenossen noch weit hinterher. Zurück von der Tour geht es mit dem Camper weiter. Die Pause am Playa de Oyambre fällt aus, da ist so viel los das kein ordentliches Parken möglich ist. Viel Trubel auch in San Vicente de la Barquera, dabei ist die Stadt in meinen Augen gar nichts besonderes. Einige alte Gebäude auf einem Felssporn, dazu der breite Ria. Ruhe finde ich etwas außerhalb am Friedhof. Mittwoch, keine Wolke am Himmel. Bei der Weiterfahrt mit dem Camper verlasse ich hinter Pesues die Küste und komme auf der N-621 in die Picos de Europa. Dieses kleine Kalksteinmassiv (ca. 45x25 km) erhebt sich nur 20 km hinter dem Meeresstrand bis auf 2.655 m Höhe. Flüsse haben das weiche Gestein tief eingeschnitten und dramatische Schluchten geschaffen. Ich parke in La Hermida und schlüpfe in die Wanderschuhe. Mein Weg durch die Schlucht des Rio Urdon windet sich bald steil bergan. 

gerade noch am Strand...

..tauchen schon die Picos auf

 bei den Mammutbäumen

Weg nach Tresviso

 tiefe Schluchten in den Picos

Auf der rund 5 km langen Wegstrecke bis ins Dorf Tresviso kommen heftige 760 Höhenmeter zusammen. Das ist anstrengend, aber man bekommt auch was geboten. Die Aussicht wird mit der Höhe immer besser und lohnt manch Foto: Gipfel, Schluchten und unberührte Natur. Heute und hier ist kaum jemand unterwegs, ich sehe mehr Geier als Menschen. Eine Pause in Tresviso, ein malerisches Dorf, in dem ich aber, so abgeschieden, nicht leben möchte. Auf dem Weg bergab ergibt sich eine ganz andere und wunderbare Sicht auf diese Bergwelt. Schon jetzt steht für mich fest: das hier ist genau meine Welt. Ich bleibe dann in La Hermida über Nacht. Der Ort. mehr ein Weiler, liegt tief in der Schlucht. Er hat einen gewissen Charme, der schöne Rio Deva fließt mitten durch und der kleine Parkplatz am Fluss ist als Stellplatz vorzüglich geeignet. Was will man mehr.

Tresviso

Balcon de Pilatos

der Weg hinab

am Rio Urdon

La Hermida

Am Donnerstag eine ausgedehnte Radtour. Einrollen im Tal des Rio Deva zur 8 km entfernten Iglesia de Santa Maria de Lebena. Schöne Kirche aus dem 10. Jh., leider in dichter Vegetation gut versteckt. Zurück nach La Hermida und dann östlich aus den Picos heraus. Über den Collau Joz weiter zum Collau Jozalba und wieder zurück. Schöne Strecke auf einsamen Straßen, wo mir manch Kuh begegnet. Ordentliche Steigungen, jedoch nichts was einen überanstrengt. Am Weg hübsche Dörfer, wie Lafuente oder Sobrelapena. Deren schöne Kirchen sind allerdings leider alle geschlossen. Dazu immer wieder herrliche Ausblicke auf eine teils bizarre Bergwelt. Nach 70 km bin ich zurück in La Hermida und um etliche Eindrücke reicher. Ein Bad im kühlen Fluss wirkt erfrischend und stählt den Körper. Meine letzte warme Dusche ist eine Weile her, aber das vermisse ich gar nicht.   

Blick vom Collau Jozalba

Kirche bei Sobralapena

in Lafuente

Schlucht des Rio Deva

Nach einer weiteren Nacht in La Hermida steht heute ein eher entspanntes Programm an. Für mich heißt das: Klettern. Rings um den Weiler existieren einige recht unterschiedliche Klettersteige. Ich beginne mit dem “Escalada de Cielo” (Himmelsleiter). Der ist recht kurz, aber die rund 30 m lange, schräg nach oben führende “Strickleiter” ist genial. Weiter dann zur anderen Seite von La Hermida. Der Klettersteig da ist weitaus länger, aber nur selten schwierig. Höhepunkt ist eine schmale Hängebrücke, die sich gut schwankend 95 m lang über dem Abgrund spannt. Schöne Sache. Das Wetter ist heute eher bewölkt, was mich nicht stört. Am Nachmittag fahre ich 15 km zurück ins weiter nördlich gelegene Panes, wo ich neben dem schönen Arboretum einen ruhigen Parkplatz für die Nacht finde. Zum Abschluss des Tages ein traumhaft farbenreicher Sonnenuntergang.     

Klettersteig Escalada de Cielo

Ausblick beim Klettern

Hängebrücke, 95 m lang

Sonnenuntergang in Panes

tolle Skulpturen in La Hermida

Der Sonnabend zur körperlichen Erholung. Am Morgen scheint noch die Sonne, dann ziehen Wolken herein und am Nachmittag beginnt es zu regnen. Ich fahre gegen Mittag weiter nach Cabrales, praktisch die Basis zur Erkundung des zentralen Teils der Picos. Dementsprechend gibt es auf dem großen Parkplatz neben dem Fluss und dem Stadtzentrum viel Platz für Wohnmobile. Am Sonntag lasse ich eine Waschmaschine im nahen Salon laufen, bummle etwas herum, gehe gut Mittag essen und fahre am späten Nachmittag, inzwischen ist es trocken und die Sonne versucht es durch die Wolken, 6 km entlang der Schlucht des Rio Cares nach Poncebos. Das besteht nur aus wenigen Häusern, mehr Platz bietet die Schlucht auch nicht. Parken ist ein Problem weshalb ich lieber heute schon herkomme. Vor Ort erfahre ich, das der SEHR beliebte Wanderweg Ruta de Cares nach drei von elf Kilometern gesperrt ist. Das ist mies und durchkreuzt meine Pläne. Weil noch Tageslicht übrig ist, laufe ich ein Stück vom Weg. Schön, wenn auch nicht atemberaubend. Das Beste und Aufregendste liegt wohl im gesperrten Bereich der Schlucht. Am Abend sind fast alle Autos weg gefahren und obwohl ich direkt an der Straße stehe wird es eine ruhige und erholsame Nacht.  

römische Brücke

Erwischt

Poncebos

Eindrücke vom offenen Teil der Ruta de Cares, laut Werbung die schönste Wanderung in ganz Spanien

Montag früh ist es überraschend kühl. Die 8°C muss ich erst mal verkraften. Nach dem Frühstück gleich auf die Ruta de Cares. Trotz Sonnenschein macht der Weg und das was man sieht auch heute wenig Eindruck auf mich. Das gesperrte Stück beginnt übrigens bereits kurz hinter meiner gestrigen Umkehr. Und nun? Da führt ein unscheinbarer und schwieriger Pfad steil runter in die Schlucht. Dem folgend komme ich zum Rio Cares. Weiter geht es da nur in Richtung Startpunkt, allerdings viel aufregender als “oben” herum. Direkt an und unter dem senkrechten Fels windet sich der schmale Pfad entlang. Klasse! Alle anderen sind auf der “normalen” Route unterwegs. Schon 10 Uhr bin ich wieder am Camper. Es ist kaum wärmer geworden, das Tal liegt nach wie vor im Schatten der Berge. Trotzdem steige ich Mittag auf mein Rennrad. Von Poncebos führt eine schmale Straße rauf nach Camarmena. Das sind nur 1,6 km, allerdings müssen dabei mittels 10 Spitzkehren ganze 210 Höhenmeter überwunden werden. Echt heftig. Oben angekommen gibt es ein kleines Dörfchen nebst Kirche und Ausblicke auf die Berge zu bewundern.

ein kalter Morgen am Rio Cares

abenteuerlicher Weg am Grund der Schlucht

Camarmena, die Kirche und die Aussicht am Weg dahin

Die Steigung nach Camarmena als Aufwärmprogramm. Gleich nach der Abfahrt rein in die Steigung auf der anderen Seite. Die wenig befahrene AS-264 führt durch eine sehr sehenswerte Schlucht teils angenehm, teils mit heftigen Abschnitten auf denen 20 % Steigung zu überwinden sind, immer tiefer in die Picos de Europa hinein. Mein Ziel ist der Jitu de Escarandi, ein Bergsattel auf 1.285 m Höhe. Was mich überrascht, und das im außerordentlich positivem Sinn, ist die vielfältige Landschaft die man zu sehen bekommt. Selten bin ich so eine abwechslungsreiche und tolle Strecke gefahren. So was motiviert natürlich ungemein. Der Verkehr ist übrigens so dünn, das hier und da Kühe die Straße als Weg benutzen und dabei wenig Respekt oder Angst vor den Autos zeigen. Nach 1:16:40 h liegen 14 km Steigung mit 1.035 Höhenmetern hinter mir. Bergab halte ich ziemlich oft um immer wieder tolle Fotos zu machen. Für mich ist dies eine wahre Traumstrasse, einfach herrlich. Zurück am Camper stelle ich fest das der nur 20 Minuten Sonne abbekommen hat und drinnen 15°C sind. Unter diesen Umständen streiche ich die Idee einer zweiten Nacht hier und fahre lieber zurück nach Cabrales, wo es spürbar wärmer ist und ich noch etwas Sonne abbekomme.  

Traumstrecke AS-264

Blick auf Sotres

*Panorama Jitu de Escarandi

22. Woche vom 7. bis 13. Oktober 2025
Dienstag zeitig aufstehen und noch im Dunkeln nach Pencebos fahren. Nach dem Frühstück kann ich 9 Uhr los laufen. Heute ist es ein Stück wärmer als gestern, was ich beim Gang ins Hochgebirge gern annehme. Durch eine Schlucht führt der ausgebaute Pfad zum Weiler Bulnes. Dahin kommt man sonst nur per unterirdischer Standseilbahn. Weiter rauf in die Berge durch den Canal de Balcosin, ein saisonales Bachbett, das bei Regen oder Schneeschmelze schwer passierbar ist. Dann ein Hochtal, an dessen Ende die nächste steile “Stufe” mit rund 350 Höhenmetern wartet. Ich komme gut voran und erreiche 12 Uhr das Refugio de Urriellu. Den namensgebenden Berg, Picu Urriellu oder Naranjo de Bulnes, sieht man schon von weitem. Der monolithische Fels des 2.518 m hohen Berges gilt als Wahrzeichen der Picos. Ihn zu bezwingen ist hart, manch Bergsteiger hat sein Leben dabei gelassen. Ich steige weiter auf, was eigentlich unvernünftig ist. Bald umgeben mich nur toter Stein, Geröll und Fels. Schwierig so dem richtigen Pfad zu folgen. Trotz solcher Probleme stehe ich nach einer wilden Kletterei 14 Uhr auf dem Gipfel des Torre Bermeja, 2.598 m hoch. Vor mir das Panorama einer Steinwüste, schlecht mit Bergsteigerromantik zu beschreiben. Beim Abstieg merke ich spätestens am Refugio, das diese Tour über dem Limit liegt. Die restlichen Kilometer mit schwierigem Gelände werden zum wahren Kampf. 18.30 Uhr: was für eine Freude das Auto zu erreichen. 30 schwere Kilometer mit 3.000 Höhenmetern liegen hinter mir. Neue Lebensgeister weckt ein Bad im kalten Rio Cares, bevor ich nach Cabrales zurück fahre. Was für ein Tag!  

Aufstieg am Morgen durch Schluchten und ein Hochtal

Bulnes

Picu Urriellu

*Panorama vom Torre Bermeja

Den Mittwoch gemütlich angehen. Als sich gegen Mittag die Sonne zeigt, steige ich trotz, oder gerade wegen, gestern auf das Rad. Eine entspannte 35 km Runde über einen Bergsattel und zurück. Dabei gelingt es mir den Puls meist unter 133 zu halten, was zeigt das der Körper die gestrige (Tor)tour gut weggesteckt hat. Noch einige Erledigungen in Cabrales, dann nachmittags mit dem Camper weiter bis Benia de Onis, wo ich hinter dem Museum als Einziger neben zahlreichen Picknickplätzen stehe. Es zieht nun zu und bald regnet es. Am nächsten Vormittag 15 km weiter nach Cangas de Onis. Nördlich der Stadt ein sehr großer Parkplatz mit wenigstens 30 Stellplätzen für Wohnmobile, die fast alle bereits vergeben sind. Ich bummle mehrfach durch den hübschen Ort mit mittelalterlicher Brücke und manch schöner Villa. Die Nacht auf dem großen Parkplatz ist dann ziemlich mies. Irgendwie herrscht ständig eine gewisse Unruhe, das hat mir gar nicht behagt. Zerknautscht warte ich Freitag auf besseres  Wetter, welches sich Mittag anbahnt. Rauf aufs Rad und los. Östlich biege ich bald auf die AS-340 ab, eine schmale und wenig befahrene Straße, die sich über den Collado Zardon zum Collado de Igena hinauf schwingt. Dabei zeigt sich eine unerwartet pittoreske und abwechslungsreiche Landschaft, eine wirklich schöne Tour. Nach der Erfahrung von gestern lieber am späteren Abend 3 km weiter fahren, wo ich neben der Monasterio de San Pedro de Villanueva eine erholsame Nacht verbringe.      

in Cangas de Onis

am Collado Zardon

Lago Enol

*Panorama Lagos de Covadonga

Der Sonnabend startet mit dickem Nebel und nur 15°C. Da heißt es abwarten. Gegen Mittag hat die Sonne das Grau aufgelöst. Ich riskiere es und setze mich mit kurzem Trikot aufs Rad. Die Strecke ist heute ein ganzes Stück schwieriger, bis rauf zu den Seen Lagos de Covadonga sind es 21 km Steigung mit 1.015 Höhenmetern. Zu Beginn herrscht noch sehr viel Verkehr, doch die Autos in Spanien nehmen außerordentlich viel Rücksicht auf Radfahrer, das ist Klasse. Nach 10 km wird es ab Covadonga sehr viel ruhiger, nur Rad, Bus und Taxi dürfen weiter. Schön zieht sich die Strecke die Berge rauf, bis vor mir der erste See, Lago Enol, auftaucht. Einige Höhenmeter weiter das Rad abstellen und zum Mirador de La Picota laufen. Von da hat man einen tollen Blick auf beide Seen. Bergab der kleine Umweg über Covadonga, ein historisch wichtiger Ort für Asturien/Spanien. Hier geschah es 718 das der König von Asturien eine Schlacht gegen die Araber gewann und damit die Rückeroberung (Reconquista, dauerte einige hundert Jahre) der gesamten iberischen Halbinsel einleitete. Neben der Heiliger Quelle und Kapelle steht eine imposante Basilika aus rotem Kalkstein, wo viele Könige begraben sind und heute gerade eine große Hochzeit ihren Segen bekommt. 

Almwirtschaft in Asturien

immer wieder schöne Ausblicke

Basilica de Covadonga

tolle Schleppe

Santa Cueva

Spät am Abend fahre ich wieder zum Kloster, doch da ist heute der Teufel los. Morgen begeht Spanien seinen Nationalfeiertag und nicht nur hier finden bereits heute Partys statt. Also weiter. Vor Arriondas auch noch eine größere Umleitung, aber dann ist es geschafft und ich kann mich auf einem ruhigen Platz schlafen legen. Der Sonntag beginnt erneut neblig kalt, so verläuft im Nordwesten wohl der Herbst. Mittag bekommt die Sonne wieder die Oberhand und ich setze mich auf das Rad. Die AS-260 windet sich langsam und schön durch das Küstengebirge. Ziel ist der Mirador d’El Fitu. Trotz leicht diesigen Verhältnissen hat man eine gute Aussicht von den Bergen bis ans Meer. Am Nachmittag fahre ich mit dem Camper 35 km weiter bis nach Nava. Keine aufregende Stadt, aber als Zwischenstopp durchaus geeignet. Hier und da feiert man noch, aber im Großen und Ganzen scheint der Nationalfeiertag, zumindest in der Gegend in der ich gerade unterwegs bin, kein besonderes Ding zu sein.

Mirador d’El Fitu

riesige Aussichtsplattform ;-)

auch andere schauen

*Panorama: Berge und Meer

Der Montag gilt ebenfalls als Feiertag, weil selbiger auf einen Sonntag fiel, was einige Länder so handhaben. Dankend nehme ich das an und kann so sehr entspannt in die Großstadt Oviedo fahren. Es herrscht kaum Verkehr und Parken ist kein Problem. Ich stehe im Parque de Invierno, zu Fuß keine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt. Auf dem Weg dahin fällt auf wie leer die Straßen und Gassen sind. Keine Ahnung wo sich die Bewohner herum treiben. Selbst auf den zentralen Plätzen verläuft es sich und als am frühen Nachmittag viele Cafes/Restaurants schließen wird es noch ruhiger. Mir kann das nur Recht sein, ohne Trubel lässt sich das alles mehr genießen. In Oviedo findet man an allen Ecken Statuen von Königen, Volkshelden, aber auch Filmstars und Comicfiguren. Der Plaza de Cathedral samt Gotteshaus beeindruckt, drum herum stehen weitere Kirchen, Kapellen und Kloster. Weiter draußen die San Julian de los Prados, vorromanische Kirche aus dem 9. Jh.. Krass in welch gutem Zustand die noch ist. Leider hat sie, wie auch sehr viele andere Kirchen in Spanien, geschlossen. Ein großer Unterschied zu Frankreich oder Deutschland. Zurück im Zentrum spaziere ich durch den Campo de San Francisco, mit 9 ha einer der größten Stadtparks des Landes. Er entstammt den Obstgärten des inzwischen verschwundenen Klosters San Francisco und ist eine Augenweide. Zwar angelegt, aber trotzdem irgendwie Natur belassen. Einer der breiten Wege trägt sogar den Namen “Deutsche Allee”. So geht der Tag dahin und ich kann für mich den Besuch einer weiteren spanischen Großstadt als sehr gelungen verbuchen.        

Oviedo, Plaza de la Catedral

Folklore und Kultur

Jardin de los Reyes

San Julian de los Prades

23. Woche vom 14. bis 20. Oktober 2025
Nach einer erholsamen Nacht am Rande der Großstadt kommt heute die Sonne früher durch den Nebel und schafft angenehme Temperaturen. Meine nächste Radtour starte ich gleich von hier. Erst einige Kilometer auf dem Sendero Verde, wie an anderen Orten eine umfunktionierte alte Bahnstrecke. Weiter auf einer Schnellstraße und nach 20 km in La Vega zum Angliru abbiegen. Dieser Berg ist auch unter Profis gefürchtet und ich sollte bald merken warum. Die ersten Kilometer gehen noch, dann kommen bei Cuesta les Cabanes die ersten Serpentinen mit 22 % Steigung. Das zieht sich fast einen Kilometer. Die 12 bis 15 % danach fühlen sich komischerweise gar nicht so steil an. Auf den letzten 5 km warten dann lange Rampen mit 19 bis 23,5 %! So ein schlimmer Berg kam mir noch nie unter. Ein Motorroller der mich schleichend überholt muss sogar etwas weiter oben umkehren weil es der Motor nicht schafft. Nach 1:26:00 h bin ich oben, komplett verschwitzt, kaputt und ob der Anstrengung gar nicht richtig glücklich über den Erfolg. Dieser Anstieg wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Am späten Nachmittag fahre ich von Oviedo nach Aviles, wo die Stellplatzsuche einige Mühe macht. Letztlich findet sich ein herrliches Plätzchen direkt an einem Stausee.

Oviedo: Kathedrale, Woody Allen, Mafalda

die Straße ins Nichts

*Panorama vom Angliru

geschafft, an der Säule die Strecke mit Steigungsraten

Mittwoch Vormittag stehen profane Dinge auf dem Programm, wie Auto waschen und Einkauf. Im Brico, Baumärkte sind selten in Spanien, räume ich fast alle Gaskartuschen aus dem Regal und kann nun wieder monatelang kochen. Nachmittag der Weg an die Küste, genauer gesagt zum Dorf Cudillero. Das liegt sehenswert in einer sehr schmalen Bucht und bietet mit seinen weiß getünchten Häusern eigentlich eine perfekte Filmkulisse. Zur Hochsaison muss wohl der Teufel los sein, doch unter der Woche und Mitte Oktober sieht man nur wenige Touristen. Ich bummle entspannt von einem Aussichtspunkt zum nächsten. Dieses Dorf mit seinem kleinen Hafen und dem Leuchtturm davor wird aber auch jedem Klischee, in positivem Sinne, gerecht. Als Tüpfelchen auf dem i liegt vor dem Dorf der sehenswerte Palacio de Selgas mit einer wundervoll gestalteten Parkanlage.    

typische Bauweise in Asturien

Cudillero

*Panorama Cudillero

Palacio de Selgas

Donnerstag weiter direkt am Meer entlang. Der Küstennebel löst sich nur langsam auf, was mich nicht weiter stört. Ich mache eine längere Pause in der Nähe von Ovinana am Cabo Vidio. Direkt an der Steilküste ist am Mirador de Cueva ein Platz in der ersten Reihe frei, so schön. Ich spaziere über die Klippen zum Kap, tief unter mir das tosende Meer. Hinter dem Leuchtturm führt ein schmaler Pfad genau zwischen einer Mauer und dem 50 m tiefen Abgrund entlang und sorgt für Herzklopfen. Nach dem Mittag setzt sich die Sonne durch und sorgt für satte Farben. Wenige Kilometer weiter nehme ich mit dem Camper eine wirklich schmale Straße zum Meer. Parken kann man derzeit nur an einer etwas breiteren Stelle, perfekt direkt über dem Playa del Silencio. Die halbmondförmige Bucht ein romantischer Traum mit fast senkrechten Felswänden als Abschluss. Feinen Sand sucht man vergebens, alles grober Kies, auf dem sich schwer laufen lässt. Das ist wohl der Grund dafür das außer mir niemand bis zum Ende der Bucht läuft, wo es einen kleinen Flysch mit tollen Farben zu bewundern gibt. Meinen, herrlich einsamen, Platz für die Nacht finde ich später am Cabo Bustu. 200 m vom Leuchtturm entfernt, sorgt der nachts für besondere Lichteffekte.   

am Cabo Vidio

tolle Bank

der Playa del Silencio in seiner ganzen Pracht

kleiner, farbenfroher Flysch

Am nächsten Morgen sind die wenigen Kilometer bis Luarca schnell geschafft. Die Stadt hat allerdings wenig zu bieten und so fahre ich bereits Mittag weiter. Lohnend ist der bald folgende Abstecher zum Reserva Natural Parcial de Barayo. Neben alten  Küstenwäldern und einem Feuchtgebiet sticht vor allem die schöne Bucht mit tollem Strand heraus. Dazu hat das Meer in der Steilküste einige sehenswerte Höhlen ausgewaschen. Erst am späten Nachmittag fahre ich nach Navia. Schönes Städtchen, durchaus einen Zwischenstopp wert. Sonnabend Vormittag eine kleine Runde mit dem Rad. Das Wetter ist sonnig genug und so bleibe ich im Training. Mittag mit dem Camper weiter nach Westen. Kurze Pause am netten Playa de Porcia, wo gerade Reiter auf einem Wettkampf durch kommen. Nächster Halt: Tapia de Casariego. Es ist heute ein Tag der Kleinigkeiten, nichts wirklich aufregendes, aber durchaus schön. So auch diese Stadt mit kleinem Fischereihafen und halb natürlichem Meerespool. Gegen Abend erreiche ich Ribadeo, lasse allerdings die Stadt links liegen und fahre zum nördlich gelegenen Kap mit Leuchtturm. Da stehen auf einem großen Platz mit Blick zum Meer gut verteilt schon einige Kollegen, was mich hier nicht weiter stört.    

Playa de Barayu

Playa de Porcia

Tapia, Piscina Marina

Tapia de Casariego

Sonntag weckt mich Regen der auf das Dach trommelt und heftige Windböen die am Camper rütteln. Noch vor dem Frühstück wende ich mich vom ungeschützten Kap zum Stadtzentrum von Ribadeo. Unten am Hafen sorgt eine hohe Mauer am Parkplatz für etwas Schutz vor dem gruseligen Wetter. Nachmittag reißt der Himmel auf, bei den Sturmböen bleibt es. Ich spaziere durch Ribadeo. Da stehen ein paar schöne Gebäude, wie die Casa do Patin oder einige Casa del Indianos. Letztere bezeichnen recht pompöse Häuser von Spaniern, die früher ihr Glück sowie ein Vermögen in (Süd)Amerika gemacht haben und schließlich zurück gekehrt sind. Das, in Ribadeo, größte und schönste, Torre dos Moreno, ist derzeit leider komplett eingerüstet. Neben anderen Kleinigkeiten überrascht ein futuristischer Turm, der eigentlich nur einen Fahrstuhl zum bequemeren Erreichen der Altstadt als Inhalt hat. Am Abend schläft der Wind dann fast komplett ein und es wird eine ruhige und erholsame Nacht für mich.      

Ribadeo, Casa do Patin

in Navia

Rey y Reina

Fahrstuhl

Illa Pancha

wir sind die Roboter...
alter Kraftwerk-Song ;-)

Der Montag beginnt mit leichtem Regen, aber schon am Vormittag zeigen sich erste Wolkenlücken. Ich fahre zum nahen Praia das Catedrais, zu deutsch: Strand der Kathedrale, und komme wie geplant zur Zeit der Ebbe, heute 10.30 Uhr, an. Nur bei Niedrigwasser kann man den Strand in seiner außerordentlichen Schönheit bewundern. Trotz Nebensaison bin ich längst nicht der Einzige vor Ort, der Parkplatz ist fast voll. Gar nicht so einfach unter den Umständen, wie von mir bevorzugt, Fotos ohne all die Touristen zu machen. Da braucht es Glück, Geschick und jede Menge Geduld. Was diesen Ort so besonders macht? Nun, neben dem sehr feinen Sandstrand hat das Wasser Höhlen, Spalten und Canyons im vielschichtigen Fels geschaffen. Ein paar Höhlen sind teils eingestürzt und bilden nun Naturbrücken und -bögen. Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, das ganze ist eine wahre Show mit unzähligen Motiven zum Fotografieren. Schon eine Stunde später beginnt das Wasser spürbar zu steigen, erste Passagen sind “Land unter” und es wird Zeit zu gehen. Wohl als Einziger laufe ich noch oberhalb der Klippen entlang und sammle weitere Eindrücke von diesem herrlichen Ort. Am Nachmittag erreiche ich Foz, eine Kleinstadt neben einer breiten Lagune und einer riesigen Sandbank als Badestrand. Der allerdings ist beim heutigen Wetter weitestgehend leer.

Praia das Catedrais

24. Woche vom 21. bis 27. Oktober 2025
Schon in der Nacht gab es teils heftige Windböen, das setzt sich am Dienstag so fort. Laut Vorhersage gibt es heute mieses Wetter, deshalb fahre ich nur 20 km weiter bis Burela. Kurz vor der Stadt führt eine außerordentlich schmale Straße über eine Minibrücke zu einem Park mit Kinderspielplatz und Picknickplätzen direkt am Meer. Tolle Lage und Dank der begrenzten Zufahrt kommen keine Wohnmobile hier her. Im großen und ganzen stehe ich da allein, nur Spaziergänger und Hundebesitzer lassen sich sehen. Das Wetter überrascht positiv mit mehr Sonne als Regen und die Lage des Platzes bietet einen natürlichen Windschutz. Spazieren, lesen, Seele baumeln lassen, das ist heute alles. Mittwoch Vormittag eine Wanderung auf die nahen Hügel, wo es nur wenig zu sehen gibt. 20 km weiter eine lange Pause am Praia de Area. Tolle Gegend, aber zum Baden ist es zu stürmisch. Mein Tagesziel ist dann Viveiro. Keine besonders schöne Stadt, als Zwischenstopp ganz okay. Neben dem Sportstadion einige Wohnmobilstellplätze. Da parke ich zwischen zwei großen “Kollegen” und habe so etwas Schutz vor dem heftigen Wind.  

mein Stellplatz in Burela für einen “Tag am Meer”

Praia de Area

Praia de Covas

Nach einer stürmisch regnerischen Nacht bietet der Donnerstag vertretbares Wetter. Ich lasse nach dem Frühstück im Salon eine Waschmaschine laufen und fahre Vormittag weiter. Noch in Viveiro ein Halt am Praia de Covas, wo bewachsene Klippen fotogen am Strand im Meer stehen. Weiter auf der LU-862 durch hügelige Landschaft nach O Barqueiro. Ein Parkplatz findet sich nach steiler Abfahrt am kleinen Hafen. Hier steige ich auf das Rad um. Richtung Norden ist Estaca de Bares mein Ziel, der nördlichste Punkt Spaniens. Das Kap macht leider wenig Eindruck auf mich. Auf dem Rückweg zum Praia Esteiro, wo am riesigen Strand keine Menschenseele zu sehen ist. Gegen Abend dann in Ortigueira. Schöne Stadt die einen Bummel lohnt. Am nächsten Vormittag fahre ich um die große Bucht herum und parke in Feas. Auch heut eine Radtour. Gen Norden liegt Carino am Weg, kein Ort der in Erinnerung bleibt. Über steile Hügel weiter zum Cabo Ortegal, ein weiteres Kap der hier sehr zerklüfteten Küste. Hübsch, aber kaum spektakulär. Schmalen Straßen folgend erklimme ich die 600 m hohen Klippen. Das Wetter wird schlechter und es regnet auch etwas. Von den Aussichtspunkten, wie der stark beworbene Vixia da Herbeira, schaut man weit die Küste rauf und runter, doch da hätte ich weit mehr Dramatik erwartet. Insgesamt eine recht mäßige Tour ohne richtige Höhepunkte.

Estaca de Bares

Friedhof in Ortigueira

Cabo Ortegal

Blick vom Vixia da Herbeira

Der Sonnabend beginnt trüb und regnerisch, auch in Spanien gibt es einen richtigen Herbst. Ich starte in Avenida do Marques de Figueroa und halte mich südlich. Der erste Besuch des Tages gilt Pontedeume und ist schnell Geschichte. Eine Kleinstadt ohne Charme, im Mauerwerk und auf dem Dach der geschlossenen Kirche grünt es bereits ordentlich. So bin ich bereits gegen Mittag in Betanzos. Langsam kämpft sich die Sonne durch die Wolken und es wird spürbar angenehmer. Einige schöne Kirchen machen Eindruck, doch nur von außen, leider sind alle geschlossen. Echt schade wie häufig das in Spanien der Fall ist. Sonntag wird es Dank Umstellung auf Winterzeit wenigstens schon 8 Uhr hell. Ich fahre früh ab und bin gegen neun in La Coruna. Wie gewohnt der Besuch einer Großstadt gern am Sonntag, was einigen Stress erspart. Westlich vom Stadtzentrum parke ich an einem Sportplatz, auf dem sich bald viele tummeln. Zu Fuß der Gang durch La Coruna. 1 km weiter das große Stadion der Stadt, das wohl einzige in Europa gleich neben einem Strand. Schön zieht sich der um die halbmondförmige Bucht, nur die vielen Blocks gleich dahinter wirken wie eine Mauer aus Beton, für mich kein wirklich schöner Anblick. Auch sonst beeindruckt nur wenig. Altstadt, Herkules Park, Botanischer Garten, die Galerien an der Marina, alles nur Mittelmaß. Einzig der Hauptplatz Praza de Maria Pinta samt Rathaus sticht da hervor. Insgesamt, und da beziehe ich neben La Coruna die ganze Region Galizien mit ein, hinkt der Nordwesten Spaniens meinen Erwartungen bisher leider weit hinterher.     

Betanzos

La Coruna

Galerias de Marina

das Rathaus von La Coruna

Am Abend bekomme ich die Nähe zum Stadion zu spüren. La Coruna hat ein Heimspiel und im Umfeld kommt es zu chaotischen Parkplatzszenen. Nach einer klaren Nacht, 5°C, bin ich schon vor dem Frühstück auf der Straße. Bei der Fahrt heizt sich der Camper schön auf, nach 70 km herrscht im Inneren eine gute Temperatur. Mit der für mich relativ langen Strecke lasse ich die Costa de Morte (Todesküste) aus. Nach den bisherigen Erfahrungen wird mir da kaum etwas spektakuläres geboten und die Wege an der zerklüfteten Küste sind lang. So nutze ich den herrlich sonnigen Tag lieber für: Santiago de Compostela, das Ziel zahlloser Pilgerer. Die habe ich unterwegs häufig gesehen, denn der (besser gesagt: die) Jakobsweg(e) führen sehr oft an der Straße entlang. Ein zu-sich-kommen ist dabei schlecht vorstellbar. Zurück zu Santiago de Compostela. Fußläufig neben der Altstadt liegt ein Camperpark mit, für Spanien, akzeptablem Preis: 17 € die Nacht. Den Camper abstellen und los. Egal wie gut die Jakobswege ausgeschildert sind, am Zielort fehlt das. Mehrfach werde ich nach dem Weg gefragt. Schwierig den Leuten im Gewirr der Gassen zu helfen. An der Kathedrale ist die Warteschlange am (Neben) Eingang lang und bewegt sich kaum, also

Santiago de Compostela, Praza do Obradoiro mit Kathedrale

Westfassade, verborgen: Portico da Gloria

weitere Eindrücke von der Stadt

Praza das Praterias mit Fonte dos Cabalos

zuerst andere Dinge anschauen. Santiago de Compostela hat einiges zu bieten, wobei religiöse Bauten klar in der Überzahl sind. Trotz allem hält sich der Kommerz in Grenzen und es fühlt sich vieles authentisch an. Am Nachmittag komme ich ohne Warterei in die Kathedrale. Der Eingang nicht mehr durch die Portico da Gloria, sehr schade. Das Innere, abgesehen vom überaus reich geschmückten Hochaltar und der Doppelorgel mit 90° gedrehten Pfeifen, ist ziemlich schmucklos. Am langen Seil das selten genutzte 1,60 m große Weihrauchgefäß (Botafumeiro), das von 8 Mann bedient mit bis zu 80 km/h durch das Kirchenschiff pendelt. Ein silberner Schrein in der Krypta enthält die vermeintlichen Gebeinen des Apostel Jakobus. Das wichtigste für viele ist aber im Hochaltar die lebensgroße, sitzende, Figur aus Silber von ihm. Die Schultern berührend sprechen Pilger dabei ihren Dank aus. Das war dann erst mal genug Religion für mich. Die letzten Sonnenstrahlen genießend endet der intensive Tag.

Barockfassade der Kathedrale Santiago de Compostela

Heilige Pforte, 2027 offen (heiliges Jahr)

im Inneren

der Hochaltar

sooo viele Jakobswege

silberner Schrein mit den Gebeinen

25. Woche vom 28. Oktober bis 3. November 2025
Laut Wettervorhersage war es das vorerst mit dem schönen Wetter, im Anmarsch sind viel Regen und Wind. Dienstag Morgen genieße ich bei einem Bummel durch Santiago de Compostela den derzeit wenigstens noch teilweise blauen Himmel. Mittag geht die Fahrt weiter. Es sind einige Besorgungen zu machen und so wird schon O Milladoiro mein nächstes Nachtlager. Tags darauf ziehen heftige Regenschauer durch. Ich fahre nach Padron, eine hübsche kleine Stadt. Neben sehenswerten Kirchen, auch die sind wieder fast alle geschlossen, gibt es im alten Stadtkern verwinkelte Gassen und nebenan einen kleinen aber feinen Park. Mir begegnen auch überraschend viele Pilger die auf dem (portugiesischen) Jakobsweg in Richtung Santiago unterwegs sind. Am Donnerstag komme ich nach 40 km Fahrt zum Kloster Mosteiro de San Xoan de Poio. Großer Bau mit einer beeindruckenden Kirche daneben. Neben ein paar schönen Stücken, wie dem geschnitzten, sehr detailreichem, Altarretabel, begeistert mich der Kreuzgang. An dessen Wänden ist nach dem Entwurf eines Tschechen der Jakobsweg aus Frankreich dargestellt. Das Mosaik mit den Maßen 80 m mal 2,60 m besteht aus über 1.000.000 Marmorwürfelchen und ist an sich schon einen Besuch wert.        

Herbst in Padron

Padron, Igrexa de San Xose

Mosteiro de San Xoan de Poio

*Panorama vom riesigen Mosaik

 wunderschönes Altarretabel

Donnerstag Mittag ist es dann nur ein kurzes Stück bis Combarro, ein uraltes Fischerdorf. Verwinkelte Gassen, fast zu schmal für Autos, einfache Häuser ohne viel Raum und Luxus, sowie, als Besonderheit, Horreos. Diese kleinen Schuppen aus Stein sind Vorratskammern, denen man ihr Alter ansieht. Gerade deshalb sind sie pittoresk und fotogen. Die vielen Lüftungsschlitze halten das Innere trocken und die erhöhte Bauweise auf Stelzen schützt vor Nagern und andere Schädlingen. Am späten Nachmittag treffe ich in Pontevedra ein. Trotz leichtem Regen gelingt mir noch ein ansprechender Stadtbummel. Erneut gefallen neben den verkehrsfreien Gassen und einigen alten Gebäuden, Pazo nennt man in der Gegend die Gutshäuser, vor allem die Kirchen. Die architektonisch wohl einmalige, weil mit muschelförmigem Grundriss, Capela da Virxe Peregrina, ist derzeit leider eingerüstet, so schade. Auch im Zentrum: die Ruine vom Convent de San Domingos. Mehrfach dem kompletten Abriss entgangen, wurden die baulichen Überreste bereits 1895 als Kulturgut anerkannt und sind damit seither geschützt.      

Combarro

Horreos, kleine Vorratskammern

Pontevedra, Fassade der Real Basilica de Santa Maria a Maior  und die Ruine San Domingos

Am Freitag regnet es wie vorhergesagt fast pausenlos. Ich sitze lange in einem Cafe und konkretisiere den weiteren Verlauf der Reise, wobei das Internet mit viel Information hilft. Mittagessen in einem recht modernen Restaurant: Lola y Lia. Das Menu del Dia für 13 € (!) beinhaltet Brot, Wein, Vorspeise, Hauptgang und Kaffee. Gutes Essen ohne Schnickschnack, bin sehr zufrieden. Spät am Nachmittag fahre ich im dichten Verkehr nach A Ponte, wo die schmale Ponte de Ponte Sampaio seit dem Mittelalter über den Rio Verdugo führt. Auf der anderen Seite finde ich einen Park nebst Strand sowie meine Ruhe. Der Sonnabend Morgen wunderbar. Der Regen ist durchgezogen und am stillen Fluss ergeben sich herrliche Spiegelbilder. Gestern hatte ich bereits die Einkäufe erledigt. Gut so, denn heute hat alles geschlossen. 1. November, Allerheiligen. Mittag die kurze Fahrt zum Strand in Cesantes. Der Grund, die Sandbank Punta do Cabo, steht noch unter Wasser. Ebbe, so finde ich heraus, ist erst gegen Abend. Also weiter nach Redondela. Der Ort taugt praktisch nur dazu etwas Zeit zu überbrücken. Da fällt es leicht nach Cesantes zurück zu kehren. Zur Dämmerung liegt die große Sandbank dann trocken und es gibt einen spektakulärer Sonnenuntergang.  

Ponte de Ponte Sampaio

A Ponte am stillen Rio Verdugo

*Panorama Punta do Cabo

was für intensive Farben

Sonntag fahre ich 30 km weiter bis Tui, die letzte Stadt vor der Grenze zu Portugal. Schöner Stellplatz am ruhigen Rio Minho. Im Ort, und das wahrscheinlich nicht nur am Sonntag, geht es sehr gemächlich und entspannt zu. Kleine Gassen mit uraltem Kopfsteinpflaster, oder gleich so in den nackten Fels gehauen, das Kloster San Domingos, die burgähnliche Kathedrale aus dem 12./13. Jh., die schöne Capela San Telmo usw. Es macht Freude das beim Spazieren zu sehen, vor allem als der Morgennebel langsam verschwindet. Am frühen Nachmittag setze ich mich aufs Rad. Tut gut das nach einer längeren Pause mal wieder zu machen. Über die doppelstöckige Brücke, oben die Eisenbahn, unten die Straße, hinüber nach Portugal. Weiter am friedlichen Rio Minho entlang durch viele Obstplantagen bis nach Lara. Dort das Rad abstellen und ein kleines Stück zum Cascata do Fojo laufen. Der ist nicht groß, aber fotogen. Auf dem Rückweg will ich mir die Stadt Valencia de Minho anschauen, doch dunkle Wolken halten mich davon ab. Kaum am Auto, fängt es an zu regnen. Genug gesehen und Glück gehabt, also ein guter Tag.

das Städtchen Tui

alte Gassen

Catedral de Santa Maria de Tui

Capela San Telmo

Cascata do Fojo

Montag den Tank mit günstigem Diesel füllen, dann Spanien verlassen und meine Reise in Portugal fort führen. Gleich hinter der Brücke/Grenze parke ich und schaue mir heute die Stadt Valencia de Minho an. Bei schönem Wetter macht der Bummel Spaß. Als wichtiger Grenzposten war die Stadt als Festung ausgebaut um der ständig drohenden Eroberung durch Spanien stand zu halten. Die stattlichen Überreste selbiger kann man zusammen mit dem alten Viertel auf dem Hügel über dem Fluss bewundern. Spanier fallen übrigens immer noch zahlreich ein, heutzutage vor allem um sehr günstig Handtücher und Bettwäsche zu kaufen. Neben der Igreja de Santo Estevao steht eine monolithische Säule, rund 2 m hoch. Lateinisch beschriftet, genutzt vom Militär, ist sie Zeitzeuge der römischen Besatzung. Mittag fahre ich weiter. Die EN-201 windet sich in gefühlt 1.000 Kurven durch die Hügel nach Süden. Mein Ziel: Ponte de Lima. Im Name steckt die Erklärung: Brücke über den (Rio) Lima. Bereits zu römischer Zeit gab es eine Brücke, die als einzig sichere Querung über den Fluss galt. Heute ist gerade großer Markt und hunderte von Händlern säumen die breiten Wiesen und Straßen am Fluss. Darüber hinaus kann Ponte de Lima voller Stolz von sich behaupten eine schöne Stadt zu sein. Mehrfach spaziere ich hindurch und erlebe wie die Brücke auch nachts in Szene gesetzt wird.

Valencia de Minho

in Ponte de Lima

 ein Relikt vergangener Tage

die mittelalterliche Brücke

 am Rio Lima

26. Woche vom 4. bis 10. November 2025
Nach einer angenehm ruhigen Nacht fahre ich Dienstag Vormittag auf der Autobahn flussaufwärts neben dem Rio Lima entlang bis nach Ponte de Barca. Kleiner Ort in dem es außer dem ganz normalen Leben nicht viel zu sehen gibt. Weil das Wetter aber schlechter werden und es viel regnen soll, bleibe ich um in den nächsten Tagen, wenn es tiefer in die Berge geht, die Chance auf bessere Bedingungen zu haben. In der Nacht zu Mittwoch legt Petrus dann so richtig los. Heftige Gewitter ziehen durch, bei denen der Donner seiner Bezeichnung alle Ehre macht. Morgens fällt sogar eine Zeit lang der Strom in der Stadt aus. Den Tag über böse Windböen und sturzflutähnliche Schauer mit nur kurzen trockenen Phasen dazwischen. Donnerstag beruhigt sich das alles und ich fahre weiter flussaufwärts. Ziel ist der einzige Nationalpark des Landes: Peneda-Geres. Meine erste Basis ist das Dorf Soajo, knapp 700 Einwohnern. Am kleinen Marktplatz etwas außerhalb dürfen Camper offiziell über Nacht parken. Es gibt WC, Dusche und WLAN, sehr schön. Nebenan auf einem Felsen eine Ansammlung von Espigueiros, Vorratskammern wie ich sie schon in Spanien sah, wo sie Horreos heißen. Uralt und teils von Flechten und Moos bedeckt, sind sie echt fotogen. Im Dorf laufen kleine Pferde und sehr liebe Hunde frei herum. Einer folgt mir sogar und lässt sich überzeugen Modell zu stehen ;-). Bei einem fast trockenen Spaziergang erkunde ich die Gegend mit schönen Wasserfällen und einer mittelalterlichen Brücke.

Soajo

Espigueiros, kleine Vorratskammern, die einem Fotografen viele Motive bieten

Freitag kann ich mir Zeit lassen, es regnet wieder. Gegen Mittag fahre ich ins 10 km entfernte Lindoso, auch ein Dorf weit weg von allem. Mitten drin eine Festung, Baubeginn im 13. Jh., und eine Ansammlung von Espigueiros. Die Burg samt einem kleinen Museum sind für 1(!) € zu besichtigen. Portugal ist in einigen Belangen wie Eintritt, Brot, weitere Grundnahrungsmittel, Gemüse und Obst sehr günstig, Wohneigentum, Benzin, Diesel und anderes sind dagegen teuer. Am Nachmittag geht die Fahrt weiter. Einen langen Umweg vermeidend kreuze ich die Grenze nach Spanien. Die Abkürzung dort durch Padrendo und Bubaces bereue ich fast, die Gassen sind teils so eng das der Camper trotz Spiegel einklappen fast stecken bleibt. Ein Platz für die Nacht findet sich in Os Banos, ein recht abgeschiedener Kurort. Bemerkenswert: der öffentliche Pool unter freiem Himmel, gespeist von einer Thermalquelle. Die 42°C Wassertemperatur sind mir fast zu warm, bei 6°C die Nacht jedoch eine Wohltat.  

morgens im Nebelwald

Festung Lindoso

 das sind Hörner!

...und erneut kann ich bei den Espigueiros nicht widerstehen

Am neblig kalten Sonnabend Morgen wieder im heißen Thermalpool sitzen. Herrlich, bis auf den Moment an dem man aus dem Wasser steigt... Vormittag erobert die Sonne den Himmel und es wird ein strahlend schöner Tag. Auf der OU-312 fahre ich in südlicher Richtung zur Grenze nach Portugal, parke da und streife durch den Peneda-Geres Nationalpark. Die Natur zeigt sich in tollen Herbstfarben, dazu führt mein Weg am schönen Rio Homem entlang. Viel Wasser überall, auch der Pfad gleicht teils mehr einem Bachbett. Am Wegesrand stehen immer wieder verwitterte Steinsäulen, mit Meilenangaben einer römischen Heerstraße. Zurück davon reise ich auch mit dem Auto wieder nach Portugal ein. Die EM-308 ist für die nächsten 6 km sehr schmal und ohne Haltemöglichkeit. Das ist Absicht, sie führt dabei durch ein Naturschutzgebiet in dem Parken wie auch Halten strengstens verboten ist. Kurvenreich geht es dann bergab nach Geres, ein Kurort der wohl seinen Zenit überschritten hat. Trotzdem eine schöne Ecke. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen eine Planänderung: Camper durchlüften und Wäsche waschen.

Stausee Encoro do Lindoso

 Herbstfarben

Cascata das Lagaos da Mata da Albergaria

Rio Homem

 römische Meilensteine

Sonntag früh scheint die Sonne, doch bis sie es ins tiefe Tal schafft wird wohl Mittag sein. Ich schlüpfe in die Wanderschuhe und strebe steil bergan zum Aussichtspunkt Pedra Bela. Da oben liegt einem das Tal mit dem Rio Homen zu Füßen, sehr schön. Mittag fahre ich weiter und mache in Rio Caldo Pause. Der Fluss gleicht hier mehr einem See. Im ruhigen Wasser spiegeln sich die Berge wie auch manch buntes Boot. 4 km weiter steht die Basilica de Sao Bento da Porta Aberta (in deutsch:...zur offenen Tür). Da sind viele Leute unterwegs. Weil die Kirche auf mich wenig Eindruck macht ziehe ich eine längere Pause am Fluss vor. Nachmittag die Fahrt nach Povoa de Lanhoso. Über der Stadt die Reste einer mittelalterlichen Burg, im Zentrum einige schöne Gebäude, mehr gibt es nicht zu berichten. Am Abend beginnt es lang anhaltend zu regnen. Deswegen lasse ich mir am Montag Morgen Zeit und fahre erst Mittag weiter. Der Umweg nach Citania de Briteiros, Ruinen eines keltischen Dorfes, ist umsonst, die Anlage hat geschlossen. Später bin ich dann 10 km weiter auf dem Gipfel eines weiteren Wallfahrtsortes: Sameiro. Zwei Mal breche ich den Spaziergang wegen heftigen Schauern ab. Erst gegen Abend beruhigt sich das Wetter kurz. Leute sind hier so gut wie keine unterwegs, was wohl dem miesen Wetter geschuldet ist. An so einem friedlich ruhigen Ort bleibe ich gleich über Nacht und erlebe wie dicker Nebel zusammen mit dem Regen den heiligen Hügel komplett einhüllt.    

*Panorama vom Pedra Bela

 schöner Wald

Rio Caldo

Santuario de Nossa Senhora da Conceicao do Sameiro

Basilica de Sao Bento da Porta Aberta

27. Woche vom 11. bis 17. November 2025
Der Dienstag wird, wie vorhergesagt, sonnig und schön. Dementsprechend voll ist mein Tagesplan. Frühstück noch im Dunkeln. Bin früh in der Kirche von Sameiro und damit ganz allein dort. Gleich weiter zum nächsten Wallfahrtsort: Bom Jesus, nur 4 km entfernt. Da ist schon mehr los. Der Morgennebel reißt auf und die Sonne macht diesen wunderbaren Ort noch sehenswerter. Für alle die es nicht wissen: ich bin Atheist, doch keineswegs abgeneigt tolle Bauten jeglicher Religion staunend zu bewundern. Die prunkvolle Basilica do Bom Jesus macht von außen wie auch im Inneren viel her, nebenan ist eine künstliche Grotte der in Lourdes nachempfunden und, das für mich Beste, der mit Steinmetzarbeiten und Brunnen ausgeschmückte Aufgang, wohl um die acht Stockwerke hoch. Beim Rundgang ergeben sich zahllose Fotomotive und ich bin ehrlich begeistert. Viel Zeit bleibt mir 

der Aufgang zu Bom Jesus

Basilica do Bom Jesus

die künstliche Grotte mit  ganz anderer Perspektive

jedoch nicht, denn mein Tagesprogramm ist dicht gedrängt. Gegen elf die Fahrt ins Zentrum von Braga, nach Lissabon und Porto drittgrößte Stadt des Landes. Parken ist, wie praktisch in fast allen portugiesischen Städten und Dörfern, ein Problem. Fündig werde ich mehr zufällig in der Seitenstraße eines Wohngebietes. Bis zur ersten Sehenswürdigkeit, der Fonte do Idolo, sind es keine zehn Minuten zu Fuß. Allerdings beeindruckt die seit römischer Zeit ausgebaute und genutzte Quelle kaum. Dafür gibt Braga gleich danach Vollgas: Palacio do Raio, barock mit blau/weißen Kacheln; Platz Largo de Santa Cruz mit Igreja do Hospital de Sao Marcos und Igreja de Santa Cruz; Paco Arquiepiscopal mit viel altem Stein neben einem schönen Park. Als Krönung die Se de Braga, älteste Kathedrale Portugals (12. Jh.). Sie ist von außen recht bieder und angestaubt, doch innen überrascht sie. Aufwendige Deckengemälde, ungewöhnlich auf Holz gemalt und eine Doppelorgel mit überbordender Verzierung. Es war schwierig bis unmöglich diesen grandiosen Eindruck aufs Foto zu bannen. Im Ganzen überrascht mich Braga positiv, da stört es wenig das zum Ende die Ruinen vom römischen Bad und Amphitheater eine ziemliche Enttäuschung sind. Müde sitze ich am späten Nachmittag im Auto und streiche den möglichen Besuch der gestern geschlossenen keltischen Ruinen. Für heute war das genug. Ich verlasse die Großstadt und finde im kleinen Caldas das Taipas einen ruhigen Platz für die Nacht.     

Braga, Largo de Santa Cruz

Palacio do Raio

Paco Arquiepiscopal

Details der Kathedrale von Braga

Warum diese Hast? Nun, Mittwoch Mittag fängt es an zu regnen und hört so bald nicht wieder auf. Im Süden des Landes tobt Sturm “Claudia” und deckt ganz Portugal mit Regen ein. Ich fahre nur 10 km weiter nach Guimaraes und mache dort Station am großen Einkaufszentrum der Stadt. Das wird mein Zeitvertreib und Zufluchtsort für den halben Tag. Als der Regen gegen Abend kurz Pause macht, schaffe ich einen kleinen Stadtrundgang. Guimaraes hat ein paar schöne Ecken und in den Altstadt Gassen kann man sich verlieren. Donnerstag Vormittag breche ich meinen nächsten Stadtbummel wegen heftiger Niederschläge ab und ziehe mich erneut ins Einkaufszentrum zurück. Immerhin ist es nicht all zu kalt, tagsüber wie auch nachts bleibt es bei 12°C. Freitag Mittag besuche ich im Regen den Park Colina Sagrada, wo das Castelo de Guimaraes, eine kleine Kapelle und der Paco dos Duques de Braganca steht. Die mittelalterliche Burg verfügt über 39 Schornsteine, für jede Feuerstelle einer. Sonst sind die Räume recht leer, zu damaligen Zeit war nicht viel mit Prunk und Glamour. Die hauseigene Kapelle ist wohl der heimeligste Ort innerhalb der hohen Mauern. Hinterher fahre ich gen Süden und finde in Amarante einen mir genehmen Platz zum Bleiben. 

Guimaraes

Largo da Oliveira

 schöne Gassen

Castelo de Guimaraes

 Igreja de Sao Gualter

In der Nacht ziehen starke Gewitter durch, es donnert heftig und der Regen trommelt auf das Dach vom Camper. Gut schlafen kann ich da nicht. Mir bleibt am Sonnabend genug Zeit mich davon zu erholen, denn es regnet weiter. In kurzen Spaziergängen schaue ich mir wenigstens Amarante an. Hübsche Kleinstadt. Das Ensemble am Platz Praca da Republica mit den Kirchen gefällt mir am besten. Dahin führt eine mittelalterliche Brücke hoch über dem Rio Tamega. Der führt logischerweise viel Wasser, doch wie so viele Flüsse im Norden von Portugal hat er sich ein tiefes Tal geschaffen. Bebauung und Infrastruktur existiert nur weit darüber, so (zer)stört Hochwasser nicht. Nach einer weiteren Nacht in Amarante muss ich nur noch den verregneten Sonntag überstehen, danach verspricht die Vorhersage Besserung. Nach dem Mittag fahre ich 25 km weiter nach Mesao Frio, eine kleine Stadt kurz vor dem Tal des Rio Duoro. Ringsum dominieren nun Terrassen das Bild, auf denen Landwirtschaft, insbesondere der Weinanbau, betrieben wird. Abends öffnet Petrus einmal mehr die Regenschleusen und am Montag Morgen liegt dicker Nebel über der Gegend. Der löst sich langsam auf und als ich an den ersten Aussichtspunkten im Tal des Rio Duoro halte erobert sich die Sonne gerade den Himmel. Nach sechs Tagen mit praktisch Dauerregen schafft blauer Himmel ein wahrhaftes Glücksgefühl.

Amarante

bei Mesao Frio

Miradouro do Imaginario

blauer Himmel - satte Farben

Montag Mittag erreiche ich Peso da Regua. Die Kleinstadt am Rio Duoro, erste geschützte Weinbauregion der Welt, gilt als das Zentrum der Portweinproduktion. Sandeman hat auf einem nahen Hügel eine große Statue mit dem markanten Schattenriss der Marke errichtet. Ich parke nahe dem Zentrum auf einem überraschend ruhigen Platz und genieße am Nachmittag die Sonne. 

28. Woche vom 18. bis 24. November 2025
Nach einer frischen Nacht löst sich der dichte Nebel über dem Flusstal erst gegen Mittag auf. Es bleibt trotzdem noch genug Zeit für eine Radtour. Hinter Peso da Regua steigt die Strecke spürbar an und zieht sich langsam hinauf auf die Bergrücken. Auf den Nebenstraßen herrscht kaum Verkehr. Ich kann problemlos überall anhalten und die grandiose Sicht auf die im Herbst bzw. Winter sehr farbenfrohen Weinberge genießen. Mein Ziel, der Miradouro de Sao Leonardo de Galafura, liegt dann 500 m über dem Rio Duoro und bietet einen spektakulären Blick über die Gegend. Zurück schlage ich einen direkteren Weg zum Fluss ein, der allerdings teils halsbrecherisch steil und durch den abartig schlechten Straßenbelag lange in Erinnerung bleiben wird.     

bei Peso da Regua

*Panorama Alto Duoro

Covelinhas

Peso da Regua

Nach einem Kaffee im letzten Sonnenlicht fahre ich 20 km weiter nach Lamego und parke dort am Stadtzentrum. Leider fällt die gefühlte Temperatur mit dem Sonnenuntergang rapide, was mich nicht von einem Spaziergang abhält. Gleich um die Ecke liegt die Santuario de Nossa Senhora dos Remedios, eine Wallfahrtskirche. Auf dem Weg hinauf sind in treppenförmigen Abschnitten ganze 612 (!) Stufen zu erklimmen, die Dank verspielter Bildhauerei sowie viel verwittertem und bemoostem Stein schon an sich eine Sehenswürdigkeit darstellen. Den selben Weg wähle ich am Mittwoch Vormittag erneut, im Tageslicht wirkt das Ganze um einiges imposanter. Daneben hat Lamego durchaus noch einiges zu bieten, wie die Kathedrale oder die sehr schmalen und krummen Gassen der Altstadt mit dem Castelo als kleine Krönung auf dem Hügel mit Blick über die Stadt. Nach reiflicher

Lamego

Santuario de Nossa Senhora dos Remedios

in Balsemao

Überlegung streiche ich die für den Nachmittag geplante Radtour und unternehme statt dessen eine kleine Wanderung. 5 km außerhalb von Lamego liegt der Stausee des Rio Varosa inmitten einer Hügellandschaft. Auch da wird viel Wein angebaut und bei so herrlichem Sonnenschein wie heute leuchten die Farben des Weinlaubes kräftig in Rot, Gelb sowie den Schattierungen dazwischen. Einfach herrlich. Ich laufe bis in das abgelegene Dorf Balsemao, wo die wahrscheinlich älteste Kirche des Landes, erbaut im 7. Jh., steht. Leider ist die Kirche abgeschlossen und macht von außen wenig her. Egal, die Wanderung hat sich, wie die Fotos zeigen, auf jeden Fall auch so gelohnt. Am späten Nachmittag nutze ich die Autobahn A24 gen Süden und mache Station in Castro Daire. Dort reicht das Tageslicht gerade so für einen kleinen Stadtbummel ohne größere Höhepunkte.  

bei Lamego

Albufeira de Varosa

tolle Landschaft und Farben

Nach einer recht kalten Nacht sind am Donnerstag früh nur 4°C. Immerhin scheint die Sonne und wärmt den Camper zusätzlich zur Heizung bald auf. Ein weiterer Stadtbummel, dann fahre ich weiter. Auf der Autobahn ist wenig los und so sind die wenigen Kilometer bis Viseu schnell geschafft. Die Stadt mit 100.000 Einwohner hat eine lange Geschichte. Für mich Grund genug bei schönstem Wetter das alte Viertel auf dem zentralen Hügel zu erkunden. Kathedrale, Adro da Se und Igreja da Misericordia sind da die Höhepunkte. Freitag Mittag die Weiterfahrt nach Santa Comba Dao. Die Kleinstadt hat durchaus Flair und wird wohl nur von sehr wenigen Touristen besucht. Ich spaziere bei erneut sehr sonnigem Wetter ohne großes Ziel ein wenig herum. Ein ganz entspannter Tag ohne das Gefühl etwas zu verpassen. Nachts ist mein Camper das einzige Fahrzeug auf dem Platz gleich neben dem Zentrum mit Wiese, Bach und großen Bäumen. Am nächsten Vormittag folge ich der kurvenreichen EN 234 durch die hügelige Landschaft bis kurz vor Luso. Da steht, versteckt im dichten Wald, eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art. Neben dem Palacio do Bucaco, Sommerresidenz des letzten Königs von Portugal und heute ein Luxushotel, steht ein altes Kloster des “Ordens der Unbeschuhten Karmeliten”. Drum herum steile Hügel, tiefe Täler, kleine Kapellen und manch geheimnisvoller Ort. Der Palast wird seiner Bezeichnung mehr als gerecht und könnte in seiner Architektur glatt einem Märchen entsprungen sein. Ich habe auf jeden Fall eine sehr vergnügliche Zeit dort und fahre erst am späten Nachmittag in den nahen Kurort Luso. Der hat seine besten Tage anscheinend schon hinter sich, ist aber als gemütliche Zwischenstation durchaus zu empfehlen.         

Eindrücke rund um das Hotel  Palacio da Bucaco

In der folgenden Nacht zieht Regen herein, so das der Sonntag trüb und nass beginnt. Ich gönne mir ein Frühstück im besten Hotel von Luso. Das 4* Haus verlangt überraschenderweise nur 10 € für die gute Auswahl am Buffett, ein guter Deal. Gleich in der Nähe entspringt im Zentrum der kleinen Stadt übrigens die Quelle Fonte de Sao Joao. Das Wasser muss über himmlische Kräfte verfügen, anders ist die nicht enden wollende Warteschlange von Leute mit jeder Menge Kanister nicht zu erklären. Ich fahre dann im Regen weiter nach Sangalos zum Alianca Untergrund Museum. In den alten Weinkellern von Alianca Vinhos de Portugal zeigt ein Kunstmäzen, Jose Berardo, seine unzähligen Kunstgegenstände und Artefakte aus der Natur den Besuchern. Die Räumlichkeiten an sich sind schon bemerkenswert, aber noch besser ist das Fehlen jeglicher Absperrungen. Weil man so den Stücken sehr nahe kommen kann ist ein Besuch nur mit Führer möglich. Touren in englisch sind selten, und bei meiner am Nachmittag bin ich der einzige Gast, sprich mir wird eine ganz persönliche Führung geboten. DAS IST SPITZE! Neben vielen Objekten aus Afrika begeistern mich vor allem die Mineralien und manch außergewöhnlicher Raum für Festlichkeiten, welche wie auch die nach wie vor genutzten Weinkeller alle unter der Erde liegen. Nach diesem tollen Erlebnis übernachte ich in Mealhada.

im Alianca Untergrund Museum

die Ausstellung ist thematisch geordnet und zeigt Dinge die kein anderes Museum hat

 im rosa Raum

Montag kann ich mir Zeit lassen. Es regnet heute des Öfteren und verleidet mir den Aufenthalt im Freien. Immerhin bietet die Gemeinde von Mealhada einen großen und sehr sauberen Sanitärblock, in dem auch Durchreisende kostenfrei zu einer heißen Dusche kommen. Danke dafür. Am Nachmittag treffe ich in Coimbra ein. Im Ursprung wohl keltisch, war die Stadt von 1139 bis 1256 Hauptstadt Portugals. Die Universität, gegründet 1290, zählt heute 30.000 Studenten, deren Kennzeichen seit Urzeiten ein schwarzes Cape ist. In der Nähe vom Friedhof Conchada finde ich ein ruhiges Plätzchen und spaziere ein wenig umher.   

29. Woche vom 25. November bis 1. Dezember 2025
In der Nacht klart es auf. So ist der Dienstag Morgen fast frostig, aber der strahlend blaue Himmel verspricht einen schönen Tag. Meine Besichtigung von Coimbra beginnt am Friedhof Conchada. Tolle Lage über der Stadt, viel Bildhauerei an den Grüften und der freie Blick auf die Särge darin, die meist nur von einem Tuch bedeckt sind. Dann gleich zur Biblioteca Joanina, die zur Universität gehört. Gebaut im 18. Jh. ist sie ein wahres Meisterwerk. Fotografieren ist streng verboten, also muss eine kurze Beschreibung genügen. Das Herzstück sind drei miteinander verbundene Sälen, die nur so vor Barockkunst strotzen. Die darin gelagerten 60.000 kostbaren Bücher können nach wie vor gelesen werden. Erstaunlich: hier lebt eine Kolonie Fledermäuse. Die jagen nachts Schädlinge, weswegen abends alle Tische mit Tüchern abgedeckt und somit geschützt werden. Sachen gibts...

Coimbra, am Rio Mondego

Eingang zur Universität

Biblioteca Joanina

Friedhof Conchada

Altstadt Coimbra

Botanischer Garten Coimbra

Nebenan steht die sehenswerte Capela de Sao Miguel, ebenfalls zur Universität gehörend. Auf dem weiteren Rundgang laufen mir immer wieder Studenten mit den bereits erwähnten schwarzen Capes über den Weg, Das hat was von “Harry Potter”. In den Fakultäten kann man alte Hörsäle wie auch jeweils passende Ausstellungen zu den Wissensgebieten besichtigen. Wer das intensiver tut braucht allein dafür einen halben Tag. Ein Espresso in den Gassen der Altstadt putscht mich auf, also weiter. Ein Umweg durch den Botanischen Garten, trotz “Winter” ein grünes Wunderland, begrenzt vom Aquädukt aus römischer Zeit. Am Rio Mondego entlang zurück in die Altstadt mit seinen verwinkelten Gassen. Puh, das war schon ein ordentliches Programm. Vor dem Weg zum Auto noch die Kirche und das Kloster Santa Cruz. Nach all den tollen Kirchen in letzter Zeit erwarte ich nicht viel Neues, werde aber komplett überrascht. In der herrlichen Kirche sind nur wenige Besucher, im Allerheiligsten und dem Kloster bin ich unglaublicherweise praktisch allein. Was es zu sehen gibt ist mehr als das i-Tüpfelchen auf dem grandiosen Tag. Hinter dem Altar zwei imposante Königsgräber; die wohl größte Sakristei des Landes, reich geschmückt; beeindruckender Kreuzgang; eine weitere Kapelle und schließlich der mit Holz und Gold verzierte Chor. Was für ein toller Abschluss der Stadtbesichtigung.    

Coimbra, Kirche Santa Cruz

Altar und Königsgräber

einer der schönsten Chöre, reich und detailverliebt verziert

 Sakristei

Ich bleibe eine weitere Nacht in Coimbra, allerdings ist die auf der anderen Seite des Flusses weniger erholsam als meine erste Nacht in der Stadt. Sei es drum. Mittwoch Vormittag nutze ich einen kleinen Waschsalon. Die fast trockene Wäsche wird dann nur 15 km weiter in Conimbriga im Auto verteilt, wo ich mich neben einem Museum im schönsten Sonnenschein ausbreite. Am Nachmittag war ein Besuch der alten Ruinen geplant, doch ein Anruf aus der Heimat bringt alles durcheinander. Die schlechte Nachricht und deren Folgen beschäftigen mich für den Rest des Tages. Donnerstag besichtige ich, wenn auch abgelenkt und etwas lustlos, die römischen Ruinen von Conimbriga. Die gehören nicht zu den größten, aber zu den am besten konservierten des Landes. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Orten wurde die Siedlung nicht überbaut, weshalb Grundrisse, Fundamente und vor allem die Mosaikfussböden sehr gut erhalten sind. Am Nachmittag geht die Fahrt weiter bis Pombal. Nach dem Besuch der Burg spaziere ich ein wenig durch die Stadt. Das Telefon beschäftigt mich nun unentwegt, was auch an meinem heutigen Geburtstag liegt. Die Idee am Abend noch schön was Trinken zu gehen scheitert jedoch kläglich, kein gutes Angebot hier. 

die Ruinen von Conimbriga

Conimbriga, Casa dos Repuxos

ein paar Eindrücke von Leiria

Freitag gegen Mittag die Weiterfahrt nach Leiria. Die Stadt hat rund 50.000 Einwohner und ein sehr belebtes Zentrum. Auf den großen Parkflächen am Rio Lis ist viel Platz und ich finde eine ruhige Ecke. Tolles Wetter, genau richtig für einen Bummel durch die Stadt bis hinauf zur Burg. Am Nachmittag besuche ich das Schwimmbad. Englisch spricht dort keiner so richtig, aber ich darf nach Vorlage vom Ausweis sogar kostenlos hinein. Abends laufe ich noch eine Runde und komme mitten in den Trubel um die Eröffnung vom hiesigen Weihnachtsmarkt mit Musik und Feuerwerk. Schöne Sache. Am nächsten Morgen bummle ich erneut durch Leiria und fahre mittags nach Batalha. Die Ausschilderung ist verwirrend und ich komme auf die mautpflichtige Autobahn. Die ist elektronisch überwacht, mal sehen ob und wann ich deswegen Post bekomme. In der Kleinstadt Batalha wurde nach der siegreichen Schlacht und der daraus resultierenden Unabhängigkeit Portugals 1385 das vom ersten König Joao I. versprochene Kloster gebaut. In dem sind auch Joao I. und seine Frau in aufwendig geschmückten Sarkophagen beerdigt. Die Kirche macht durch die Höhe des Innenraumes viel Eindruck, genau wie die verspielte Schnörkelei in den Kreuzgängen. Ich werde Zeuge von der Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten und schaue mir die unvollendete Kapelle an, welche seit Jahrhunderten ohne Dach Wind und Wetter preisgegeben ist. Abends fahre ich weiter nach Alcobaca, wo es dann leider heftig regnet.   

Kloster von Batalha

Eindrücke von der Kirche und dem Kloster

Außenansicht unvollendete Kapellen

Sonntag Morgen ist der Regen bereits wieder Geschichte und die Sonne lacht am strahlend blauen Himmel. Auch in Alcobaca steht ein altes Kloster, welches ich mir in Teilen anschaue. Auffällig sind die Sarkophage von Pedro und Ines, deren Geschichte an “Romeo und Julia” erinnert. Die vom König verbotene Liebe endet mit der Ermordung von Ines, doch Pedro rächt ihren Tod. Ihr Sarkophag steht übrigens auf den in Stein gehauenen Köpfen ihrer Attentäter dem von Pedro gegenüber, so das sie sich am Tag der Wiederauferstehung als erstes sehen. So was denkt sich sonst nur “Hollywood” aus. Meine Fahrt geht dann ans nahe Meer, genauer gesagt nach Nazare. Das kleine Fischerdorf ist inzwischen ein bei Touristen sehr beliebter Ort geworden, was auch an der spektakulären Küste liegt. Vor ihr liegt ein Tiefseegraben, der für spektakulär hohe Wellen verantwortlich ist.

Kloster Alcobaca

die Sarkophage von Pedro und Ines

Felsplateau von Nazare

Surfer haben hier schon die höchsten Wellen der Welt, über 20 m hoch, bezwungen. Heute wehen durchaus stürmische Winde, allerdings aus der falschen Richtung. Große Wellen türmen sich auf, nur taugen die nicht zum Surfen. Heute ist Sonntag und die Sonne strahlt, so sind viele (Tages)touristen unterwegs. Ich lasse mich durch die Gassen des alten Dorfes auf dem oberen Felsplateau treiben, mache Fotos, besuche den berühmten Leuchtturm auf einer Klippe und gehe schließlich im neueren Viertel unten in Strandnähe essen. Zeitlich rund um den schönen Sonnenuntergang herum leert sich das Dorf rapide und Ruhe kehrt ein. Meinen Platz für die Nacht finde ich auf einem großen Platz nur einen Kilometer weiter im Schutze einer großen Halle. Das hilft dem böig-stürmischen Wind aus dem Weg zu gehen. Eine ruhige Nacht ist mir trotzdem nicht vergönnt, denn Geräusche aus dem INNEREN des Campers wecken mich mehrfach. Unglaublich, aber ich habe eine Maus im Auto! Trotz aller Bemühungen höre ich sie zwar immer wieder, sehe sie sogar, erwische sie aber nicht. An geruhsamen Schlaf ist so leider kaum zu denken. 

spektakuläre Küste und furiose Wellen

Nazare, Statue Veado/Leuchtturm

Impressionen von Nazare

Was bei mir daheim passiert lässt mir derweil keine Ruhe. Meine Gedanken kreisen um das “wann” und “wie” einer Heimkehr. Das alles präzisiert sich am Montag Vormittag. Ich entscheide mich, trotz drohendem Wintereinbruch auf der langen Strecke, möglichst schnell nach Hause zu fahren. Also letzte Dinge klären, Klebefallen für die Maus besorgen und Essen für die lange Fahrt einkaufen. Ein weiterer Anruf aus Deutschland sorgt für viel Durcheinander und stundenlanges Telefonieren meinerseits. So muss ich letztendlich eine weitere Nacht hier verbringen, was gleich um die Ecke im ruhigen Salir do Porto geschieht.  

30., und gleichzeitig  letzte, Woche dieser Reise vom 2. bis 6. Dezember 2025
Die Nacht verlief ruhig und mein Mitbewohner, die Maus, war gar nicht zu hören. Das erklärt sich weil sie in eine der Klebefallen getappt ist. In Portugal werden übrigens keine “klassischen” Fallen verkauft, die sind ja meist tödlich. So kann ich meinen Fang lebend in die Freiheit entlassen. Nach dem Frühstück der Start zur 3.000 km lange Fahrt nach Crimmitschau. Das Wetter ist recht gut, genau wie die Strecke. Abgesehen von kurzen Pausen passiert recht wenig. Bei Vilar Formoso überquere ich die Grenze zu Spanien. Nun verlaufen die Straßen meist geradlinig über das zentrale Hochplateau der Iberischen Halbinsel. Die Landschaft wird eintönig und ist abgesehen von wenigen Großstädten nur spärlich besiedelt. Ich übernachte in Tordesillas, ein nettes Städtchen kurz vor Valladolid. Mittwoch weiter nach Nordosten. Die Gegend erinnert in ihrer weiten Leere ein wenig an die USA. Am Nachmittag durchquere ich einen Gebirgszug und komme bei San Sebastian in bekanntes Gebiet. Noch über die Grenze nach Frankreich, dann reicht es für heute. Die Küstenstadt Hendaye kenne ich bereits aus dem September 2025.       

Spanien - nicht Holland

Spanien, zentrale Hochebene

Frankreich, Phantasieschloss

wieder in Crimmitschau

Donnerstag früh weckt mich heftiger Regen schon 4 Uhr. Da kann ich auch aufstehen und los fahren. Die ersten 100 km führen eh durch urbanes Gebiet, da kommt man zu so früher Stunde sehr gut durch. Einzig der nervige Regen und sollte mich heute fast den ganzen Tag begleiten. Vorbei an Bordeaux und Limoges schaffe ich auch heute rund 600 km. Nach einer Nacht in Domerat, bei Montlucon, durchquere ich am Freitag den Rest von Frankreich und überquere bei Mulhouse die Grenze. Nun also wieder Deutschland. Davon ist vorerst wenig zu sehen, denn dicker Nebel hängt über der Gegend. Bei Nimburg findet sich ein ruhiger Parkplatz. Samstag scheint dann immer öfter die Sonne und ich bringe die letzten 500 km bis nach Hause hinter mich. So endet dieser Roadtrip. Zwar war das Ende eigentlich später und anders geplant, doch die letzten Monate waren voll genug mit Erlebnissen und Abenteuern, von denen ich noch lange zehren kann.

...und außerdem: Nach der Reise ist vor der Reise...

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