In Österreich war ich über die Jahre mehrfach unterwegs. Anhand der Karten ist nachvollziehbar wo das war

Sommer 2020, 1. Woche vom 13. bis 19. Juli
Nachdem ich in den letzten Wochen mit meinem neuen VW Camper einige Proberunden in Sachsen und Thüringen gedreht habe führt meine nächste Reise in die Alpen, genauer gesagt nach Österreich. Bei schönstem Wetter fahre ich bei Passau über die Grenze und bin bald darauf in Gössl. Der Campingplatz dort ist gut und liegt fast am See. Gleich um die Ecke der berüchtigte Toplitzsee, wo im 2. Weltkrieg wahre Schätze versenkt worden sein sollen. Dienstag führt eine erste Runde mit dem Rennrad hinauf auf die Loseralm. Anstrengende Steigung mit schönem Ausblick. Tags darauf zu Fuß in die nahen Berge. Spektakulär liegen die Lahngangseen zwischen schroffen Felsen. Allerdings lassen mich aufziehende Gewitter bald umkehren. Das Wetter wird richtig schlecht und ich hänge drei Tage bei teils Dauerregen am Gosau See fest. Außer kurzen Spaziergängen wird da nix. Sonntag Mittag endlich Wetterbesserung. Ich will nach Hallstatt am Traunsee, aber da sind so viele Menschen unterwegs das es im Umkreis von 5 km keinen freien Parkplatz gibt. Also gleich weiter nach Bad Mitterndorf zum Campingplatz Grimmingsicht.

Reiseroute Sommer 2020

     Blick von der Loseralm

     Vorderer Lahngangsee

  *Regenpause am Gosausee

2. Woche vom 20. bis 26. Juli 2020
Fotos mit * sind übrigens Panoramabilder die man durch Anklicken in wahrer Pracht erleben kann. Montag bleibt es mal trocken und sonnig, das nutze ich gleich für eine lange Wanderung. Der Aufstieg zum Grimming ist unerwartet eine teils heftige Kletterei Aber es macht Spaß und auch wenn die Aussicht vom Gipfel durch Wolken getrübt wird war es ein toller Ausflug. Dienstag mein  erster Halt in Kulm an der Skiflugschanze. Die weltweit Größte macht einen imposanten Eindruck. Der Weg ganz hoch lohnt sich um einen Eindruck davon zu bekommen welch irre steile Abfahrt die Sportler da herunter rasen um danach bis zu 250m weit zu fliegen. Dann um mein Rennrad kümmern. Vorgestern ist mir auf der Abfahrt von der Tauplitzalm die hintere Felge gerissen. Gar nicht so leicht in der Gegend Ersatz zu finden. Das gelingt erst in Liezen bei Vasold. Die neuen Laufräder sind recht teuer, aber Qualität hat nun mal ihren Preis. Nebenbei besuche ich die Klamm in Wörschach und das Schloss in Trautenfels. Das Wetter bleibt wechselhaft und es regnet immer wieder, für einen Sommer definitiv zu häufig. Kurze Ausflüge mit dem Rad führen an den Salza Stausee und auf den Stoderzinken. Die Nächte bleibe ich im schönen Haus im Ennstal, toller Ortsname, und Schladming.  

  *Abfahrt vom Stoderzinken

Skiflugschanze am Kulm

   Freiheit in Haus im Ennstal

             Schladming

Samstag früh hängen noch dichte Wolken am Himmel, aber es soll trocken bleiben. Von Ramsau aus will ich sehen wie hoch man auf den Dachstein kommt. Über den Jungfrauensteig geht es steil bergan. Auf 1.955 m Höhe ein Kuriosum: ein Briefkasten. Der arme Postbote der den leeren muss. Postkarten und Stifte liegen bei, eine Briefmarke braucht man nicht, die hiesige Post übernimmt das Porto. Witzig. Weiter rauf über den Edelgries mit viel Schotter und bald kühlen Temperaturen. Bis zum Gletscher komme ich, dann ist Schluss. Schade, aber viel Sicht ist eh nicht. Sonntag ein verregneter Vormittag, aber später wird es gut genug für einen Bummel durch Radstadt. Schönes Städtchen und der Campingplatz Forellenhof lässt keine Wünsche offen.

         mitten am Berg

     *Dachstein Gletscher

der einsame Briefkasten am Dachstein

Beatles Museum Tauernpass

3. Woche vom 27. Juli bis 2. August 2020
Die Woche beginnt mit tollem Wetter. Genau richtig um mit dem Rad über den Tauernpass zu fahren. Eine schöne Strecke mit nur mäßigem Verkehr. Hinter dem Pass rollt man schnell und gut runter nach Mauterndorf. Nach einer Pause dort geht es erneut über den Pass zurück nach Radstadt. Das war eine ordentliche Runde. Dienstag wieder mit dem Rad los, aber die Wandersachen sind im Rucksack dabei. Über Eben im Pongau bis Filzmoos und dann den Berg rauf bis zum Ende der Strasse an den Oberhofalmen. Dort das Rad parken und zu Fuß weiter.

           in Radstadt

     schöne Dörfer am Weg

Die kleine Kapelle Maria am Steineggl wurde von den Almbesitzern im Jahre 2015 erbaut und ist mit dem Panorama der Berge ein absoluter Hingucker. Dahinter führt ein Pfad zum Gosaukamm, wo er auf den Linzersteig trifft. Der steigt bald steil an und hilft bei den schwierigsten Stellen mit einem fest verankerten Stahlseil. Bei knapp 2.000 m Höhe erreicht man eine Scharte und hat von jetzt auf gleich einen atemberaubenden Ausblick. Vom Gosaukamm mit der Bischofsmütze über die Seen und den Gletscher bis hinauf zum Dachstein. Gewaltig! Ich steige noch etwas höher und klettere bis auf das Hochkesselegg. Ein echt toller Tag.

Oberhofalm mit Kapelle

     *auf dem Linzersteig

     Aussicht Hochkesselegg

         *der Gosaukamm

Dienstag Abend ziehen heftige Gewitter durch. Am Mittwoch ein Halt in Bischofshofen, aber ich fahre noch weiter bis Werfen. Dort thront die Festung erhaben über der Stadt und das Tennengebirge ist sehr präsent. In das stoße ich am Donnerstag vor. Bei Sonnenschein über die Mahdegg Alm und die Griesscharte führt viel Schotter und Geröll auf das Raucheck, 2.460 m hoch. Überraschend da oben: kaum Bewuchs und fast nur Felsen. Dafür aber ein toller Blick über Hochkönig und Tennengebirge bis zum Dachstein. Nach dem Programm ist eine Pause nötig. Freitag faulenze ich im Freizeitpark Wengsee. Tags darauf, es ist der 1.August, ein Highlight der Gegend: die Eisriesenwelt. Drei Wochen nach einem tödlichen Steinschlag öffnet sie heute wieder. Ich laufe zu Fuß hin, was an sich schon eine ordentliche Wanderung ist, der Eingang liegt 1.000 m über dem Tal. Ich bin in der ersten Gruppe die hinein geführt wird. Drinnen sind keine 10°C und ich bin froh warme Sachen dabei zu haben. Die Eishöhle ist mit 42 km Länge die weltweit Größte. Auch wenn wir nur einen Bruchteil davon sehen, laufen wir doch durch eine zauberhafte Eiswelt. In jedem Jahr sieht die Höhle anders aus weil das Eis unregelmäßig zunimmt. Ein genialer Rundgang, nur beleuchtet von Karbidlampen und Magnesiumfackeln. Vor der Höhle hat man am steilen Fels ein Brett über dem Nichts angebracht. Cool. Gleich noch ein Abstecher auf den Hochkogelsteig, auch der war bis heute geschlossen. Brandneu überarbeitet kann man auf diesem ausgesetzten Pfad bis rauf auf den Hochkogel. Nach dem Ausflug zum Raucheck nutze ich den Steig heute nur ein Stück.

*Festung und Tennengebirge

     Aussicht vom Raucheck

   Aufstieg zur Eisriesenwelt

   Abenteuer Hochkogelsteig

vor der Eisriesenwelt

           *Aussicht vom Steig

         in der Eishöhle

   Schanzen Bischofshofen

4. Woche vom 3. bis 9. August 2020
Erneut bekommt das Wetter die erste Zeile. Wir sind wieder bei wechselhaftem Regenwetter. Schade, kein guter Sommer. Ich bleibe in Bischofshofen und schaue mir in einer trockenen Phase die Schanzenanlage an. Die wird auch im Sommer mit Matten genutzt und heute ist Training. Schön das mal live und so nah zu erleben. Später ein Ausflug zur südlich von Sankt Johann im Pongau gelegenen Liechtensteinklamm. Die hat man vor zwei Monaten nach dreijähriger Schließung wieder eröffnet. Prunkstück ist die “Helix”, eine große Wendeltreppe mit der man den alten Felssturz umgeht. Abgesehen davon eine sehenswerte Schlucht, die bis zu 300 m tief und teils nur 2 m breit ist. Abends nach dem Regen ist sie nur spärlich besucht, angenehm bei der Enge.   

die Helix in der Schlucht

sehenswerte Liechtensteinklamm

           Bischofshofen

am dunklen engen Grund

Dienstag Abend treffe ich mich mit meinem Cousin und Familie in Werfen. Sie sind auch gerade mit dem Wohnmobil unterwegs. Da sieht man sich in Deutschland selten und läuft sich hier praktisch über den Weg. Sehr schön. Mittwoch trotz kühlem und feuchtem Wetter eine Runde mit dem Rad. Über Dienten, Zell am See und Taxenbach wieder nach Bischofshofen. 101 km mit 1.600 Höhenmetern. Zum Nachmittag wird das Wetter immer schöner und ich kann die Strecke doch noch genießen. Mittwoch Sonne pur. Ich wandere bei Taxenbach zur, um und in die Kitzlochklamm. Nett, aber selten aufregend. Ich bleib dann gleich da

Kitzlochklamm

und spaziere später entlang der schönen Salzach. Freitag auf das Rad und mit dem ins Gasteiner Tal. Eine schöne Tour, am höchsten Punkt das sehenswerte Bad Gastein mit dem alten Glanz der Belle Epoque Zeit. Mitten im Ort liegt der Gasteiner Wasserfall, leider bei Sonne schwer zu fotografieren. Geplant war noch die Gasteiner Alpenstraße, doch die ist für Radler gesperrt. Ungewöhnlich, aber wegen der langen und schmalen Tunnel verständlich. Also gemütlich wieder in Richtung Auto rollen und mit dem weiter fahren. Im Kurpark Thumersbach in Zell am See findet sich dann ein guter Platz zum Übernachten.

             Bad Gastein

Samstag passt alles zusammen. Schönes Wetter, Wochenende und ich will mit dem Rennrad auf die Großglockner Alpenstraße. Von Zell am See bis Bruck anrollen, dann bis zur Mautstelle Ferleiten leicht bergan. Die Straße ist für Radler kostenlos und man kann ein spezielles Ticket ziehen um seine Zeit nachweislich zu stoppen, was ich gern tue. Am Wochenende ist viel los auf der Strecke, auch viele Radkollegen sind dabei. Das motiviert zusätzlich. Die gut ausgebaute Straße zeigt schon bald Panoramen der Extraklasse. Ich bin fit und nach 1:25:00 h am Fuscher Törl. Klasse. Weiter durch das Hochtor und auf der anderen Seite ein ganzes Stück bergab um gleich darauf wieder zur Franz-Josefs-Höhe hinauf zu kraxeln. Oben der Blick auf Großglockner und den leider stark schrumpfenden Pasterzegletscher. Wunderbar. Wieder runter zur Kreuzung und von der Seite rauf zu Hochtor und Fuscher Törl. Langsam werden die Beine schwer, doch gepuscht durch die Euphorie das geschafft zu haben noch ein Extra Die Straße rauf zur Edelweißspitze ist nur 1,5 km lang, aber die Steigung beträgt 12 bis 14% - auf Kopfsteinpflaster. Das ist die Härte, aber der grandiose Ausblick von oben entschädigt für alles. Das waren heute auf dem Rad 120 km und 3.360 Höhnmeter.

Blick von der Edelweißspitze

*Großglockner, Pasterzegletscher

       ich - da oben

   *Großglockner Alpenstraße

Am Sonntag nur “leichtes” Programm. Vormittag durch Zell am See bummeln und gegen Mittag rauf zur Schmittenhöhe wandern Ungeplant summieren sich auch heute die Höhenmeter, aber ich lasse mir Zeit damit. Unterwegs ein überaus schöner Speicher See mit Kunst drinnen und drum herum. Von der Schmittenhöhe ein sehr schöner Ausblick. Hier ist der Startpunkt des beliebten Pinzgauer Höhenweges, aber das wäre heute zuviel des Guten. Da besuche ich nach einer kurzen Autofahrt lieber die Sigmund Thun Klamm und spaziere später am Klammsee samt Aussichtspunkt auf dem Bürgkogel. Übernachtet wird am Kesselfallhaus.

           Zell am See

           Schmittenhöhe

       Speichersee am Weg

Sigmund Thun Klamm

5. Woche vom 10. bis 16. August 2020
Das schöne Wetter hält sich gerade, also weiter, immer weiter. Montag recht früh aufstehen und schon 8 Uhr zur Wanderung aufbrechen. Vom Kapruner Kesselfallhaus steil rauf zum ersten Stausee, dem Wasserfallboden. Da fahren auch Busse, aber die sind vollgestopft und man verpasst einiges am Weg. So zum Beispiel den Blick über den Wasserfallboden oder den folgenden, sehr abenteuerlichen, Pfad, der am Steilhang entlang und durch Tunnelabschnitte führt. Später die wunderschöne Fürthermoar Alm und kurz vor elf am oberen Stausee, dem Mooserboden. Das reicht mir aber nicht, also weiter steil bergauf bis über das Heinrich-Schwaiger-Haus. Auf dem Gipfel des Kleinen Fochezkopf, 3.000 m hoch mit herrlicher Aussicht, ist dann gut für mich.

Klammsee

         Wasserfallboden

         Fürthermoar Alm

 Blick vom Kleinen Fochezkopf

Tags darauf am Klammsee faulenzen und etwas spazieren. Diese Pause ist für meinen Körper nach dem Programm der letzten Zeit dringend nötig. Mittwoch gemütlich weiter nach Niedernsill wo ich in der Nähe des Badesees campieren kann. Das Bad hat 24 Stunden geöffnet und verlangt ab 18 Uhr keinen Eintritt mehr. Ideal für mich. Donnerstag die nächste Rad/Wandertour. Erst mit dem Rennrad über Uttendorf rauf zum Enzingerboden. Die Straße ist weiter oben ziemlich mies und man muss höllisch acht geben. Am Alpengasthof Paletti das Rad abstellen und zu Fuß weiter. Leider zieht der Himmel zu und es wird recht kühl, aber für schöne Eindrücke vom Grün-, Weiß- und Tauernmoossee reicht es allemal. Kaum wieder am Camper starten die nächsten Gewitter. Freitag bei schönem Wetter ein Stück die Felbertauernstraße rauf radeln und zum Hintersee abbiegen. Ganz nett. Am Abend erneuter Regen. Was ist nur mit diesem Sommer los? Samstag ein Besuch des Habachtals. Auf dem Smaragdweg immer am Fluss entlang. Entspanntes Wandern und Schauen. Fast um die Ecke der sehr schöne Blausee. Sein klares Wasser in vielen Farbschattierungen. Dann zum netten kleinen Campingplatz Viktoria in Wald im Pinzgau. Wäsche waschen ist mal wieder nötig. Während die am Sonntag trocknet eine sehr angenehme Radtour über den Gerlos Pass und am Speicher Durlaßboden entlang.

ich am Weißsee

     *Panorama Weißsee

       Krimmler Wasserfall

       Speicher Durlaßboden

6. Woche vom 17. bis 23. August 2020
Montag im Ort Krimml kostenlos parken und zu den Wasserfällen laufen. Die gelten bei einer gesamten Fallhöhe von 385 m als höchste in Europa. Leider regnet es immer wieder, was den Eindruck schmälert. Ohne Sonne fehlt auch der Kontrast und Fotos werden nur mittelmäßig. 15 Uhr eine nette Vorführung in Krimml, wo passend zu klassischer Musik Wasserfontänen “tanzen”. Später zum Durlaßboden, wo ich auf einem halb offiziellen Parkplatz eine Lücke in der ersten Reihe ergattere. Leider ziehen Regengebiete durch und zwingen mich die nächsten 36 Stunden größtenteils im Camper zu verbringen. Schade, der Stausee ist echt schön. Montag Wetterberuhigung, aber mein Plan drängt zur Weiterfahrt. Schnell bin ich im Zillertal und stelle das Auto in Zell am Ziller ab. Bei klarem Himmel das Rad raus holen und bei Ried rauf auf die Zillertaler Höhenstraße. Einige Straßen führen da hoch, doch keine hat im Schnitt weniger als 10% Steigung. Das kneift in die Beine. Einmal oben zählt neben dem sportlichen Erfolg der unschlagbare Ausblick. Donnerstag gleich wieder aufs Rad. Von Mayrhofen auf der für Kraftfahrzeuge mautpflichtigen Straße rauf zum Schlegeis Stausee. Die schmale Straße mit Ampelverkehr, für Radler nicht ungefährlich. Das waren schon mal 25 km und 1.200 Höhenmeter. Nun in die Wandersachen und zur Olpererhütte. Das sind nur 3,5 km, aber über 600 Höhenmeter. Überraschend: die vielen Leute hier, teils keine richtigen Wanderer. Das Wetter übrigens durchwachsen. Wolken hängen tief in den Bergen und es nieselt sogar. Nach der Hütte Betrieb an einer kleinen Hängebrücke, ein Instagram Spot. Das erklärt warum hier Leute unterwegs sind die man sonst nicht in den Bergen sieht. Ich laufe kopfschüttelnd weiter bis zum Friesenberghaus. Das Wetter wird nun besser und die Landschaft zeigt ihre wahre Schönheit. Der Weg zurück mit traumhaften Panoramen. Am Brückchen stehen inzwischen fast 60 Leute und warten bis zu einer Stunde auf ihren Instagram Moment... Bergab sehe ich dann noch Kleidchen, Handtaschen und Sandalen beim beschwerlichen Weg bergauf. Abends bin ich bei Freunden in Kramsach. 

Zillertaler Höhenstraße

 *Panorama Schlegeisspeicher

 *Schlange stehen fürs Foto

         Schlegeis Stausee

Freitag ein Ausflug mit Karin. Wir lernten uns 2013 in Australien kennen und sind noch immer befreundet. Am heutigen, heißen, Sommertag fahren wir bis Durchholzen und steigen auf die Pyramidenspitze hinauf. Schöne Wanderung. Abends eine dringend nötige Abkühlung in der Ache bevor der Tag bei Freunden mit Pizza und Bier ausklingt. Samstag mit Karin und ihrem Mann in die Tiefenbachklamm. Die liegt praktisch um die Ecke und ist ein Kleinod. Ohne Touristentrubel, aber mit vielen Eindrücken. Die Schlucht ist breiter als manch andere, aber länger und voller kleiner Überraschungen. Rechtzeitig vor den nächsten Gewittern sind wir zurück. Sonntag fahre ich weiter, besuche Kufstein und den Hintersteiner See. Übernachtung dann in Söll am Ahornsee

 *Panorama Tiefenbachklamm

 Paparazzi Foto ;-)

             Kufstein

     Peter und Paul in Söll

7. Woche vom 24. bis 30. August 2020
Montag ein wenig durch Söll bummeln, wobei vor allem die Kirche Peter und Paul beeindruckt. Tags darauf wieder in die Berge. Auf Empfehlung besteige ich den 2.111 m hohen Scheffauer. Ein toller Ausblick von da, aber das eigentliche Abenteuer kommt noch: die Gratquerung über die Hackenköpfe zum Sonneck. Ohne Markierungen bzw. installierter Hilfen ist das eine recht wilde Kletterei. Abgesehen davon ist der Grat teilweise keinen Meter breit und zu beiden Seiten fällt der Fels mehrere hundert Meter weit ab. Da pumpt ordentlich Adrenalin durch die Adern. Unter den Umständen brauche ich für einen Kilometer schon mal eine Stunde. Nichts desto Trotz ein Abenteuer mit Genussfaktor. Die Ausblicke während der ganzen Zeit zu allen Seiten gigantisch.

der Scheffauer

   schmale Gratwanderung

   der leichte Teil der Strecke

       *Panorama Sonneck

Mittwoch eine weitere Tour am/im Wilden Kaiser. In Ellmau abbiegen und an der Grünberg Brücke kostenlos parken. Zu Fuß über die Wochenbrunneralm zur Gruttenhütte. Dahinter mitten hinein in die zerklüftete Felsenlandschaft auf dem Jubiläumssteig. Der bietet alles. Felstürme, ausgesetzte Pfade, Abenteuer und großartige Landschaft. Ich bin begeistert. Am Ellmauer Tor abbiegen und nun wieder steil bergan. Über viel Schotter und Geröll hinauf auf den Gipfel des Hinteren Goinger Halt, 2.192 m hoch. Das verlangt noch mal viel vom Körper, aber der Blick vom Gipfel lässt das schnell vergessen. Ruhige Nacht an der Grünberg Brücke.

Wilder Kaiser, Jubiläumssteig

   *Panorama Goinger Halt

 beim Abstieg der Blick zurück

immer schön aufpassen wohin man tritt

Donnerstag den Camper am Goinger Badesee abstellen und auf das Rad steigen. Schön windet sich die Straße durch das Tal der Aschauer Ache. Ein kurzes Stück auf der B170 und nach Kirchberg erneut an der Ache entlang. An der Hintenbachalm das Rad abstellen und zu Fuß weiter. Ziel ist der Große Rettenstein, der markanteste Gipfel der Kitzbüheler Alpen. Zwischen all den grünen Bergen ringsum ragt er als felsiges Gegenstück heraus. Kein leichter Aufstieg, der sich jedoch lohnt. Die Fernsicht ist heute weniger gut, aber am Horizont sind Großglockner und Co. deutlich zu erkennen. Auf der Rückfahrt mit dem Rad habe ich den Wilden Kaiser als Panorama die ganze Zeit vor mir, sehr schön. Freitag auf nach St. Johann in Tirol. Am Steinlechnerplatz kann ich ungestört in einer Ecke parken und da sogar die im hiesigen Waschsalon gereinigte Kleidung zwischen Auto und hohem Zaun aufhängen. Hat was von Zigeunerleben ;-). Das verregnete Wochenende bleibe ich dann in St. Johann und ruhe mich aus

   Blick vom Großen Rettenstein nach Norden...und nach Süden

         St. Johann in Tirol

Innersbachklamm

8. Woche vom 31. August bis 1. September 2020
Montag das kurze Stück bis Erpfendorf fahren und dort in der Griesbachklamm spazieren. Nett, doch habe ich da schon ganz andere Schluchten gesehen. Langsam weiter in Richtung Deutschland, wobei ich für kleine Spaziergänge halte. Einer der besten führt zu der kurzen, aber sehr eindrücklichen Innersbachklamm. Das war dann meine diesjährige Zeit in Österreich. Dienstag Abend nach Deutschland. Auch da habe ich noch einiges unternommen. Hinter der Flagge hier führt ein Link zur richtigen Seite. Viel Spaß beim Weiterblättern.

Sommer 2021, Reiseroute D und AUT

Sommer 2021, der 13.Juni
Nach knapp zwei Wochen in den deutschen Alpen überquere ich heute die Grenze zu Österreich. Mein Volkswagen Camper und ich sind inzwischen ein eingespieltes Team. Vieles geht wie ganz von selbst von der Hand und das Reisen an sich ist zur sehr entspannten Sache geworden. Kein Druck, keine Deadline, wo es schön ist bleibe ich einfach. Am heutigen Sonntag ein Halt bei Reutte. Die Empfehlung Stuibenfälle lohnt sich außerordentlich. In einer schönen Schlucht fällt das Wasser malerisch von Pool zu Pool, und das bei herrlichem Sonnenschein. Recht planlos dann im Lechtal entlang Bei Elmen der Wegweiser zum Hahntennjoch. Kurz entschlossen das Auto am Freibad Haselgehr abstellen, mein Rennrad auspacken und damit die Passstraße rauf fahren. 

Es ist mein erster richtiger Berg in diesem Jahr, doch es tritt sich überraschend gut die Steigungen hinauf. Die Aussicht ist bei dem Wetter traumhaft und motiviert zusätzlich. Am Nachmittag faulenze ich im Freibad und darf davor heut sogar übernachten

Stuibenfälle

             Stuibenfälle

         Impressionen von der Tour auf das Hahntennjoch

3. Woche vom 14. bis 20. Juni 2021
Montag früh nach Elbigenalp. Das Wetter traumhaft, also auf in die Berge. Der Platzwart am Fußballstadion, Einheimische sind eine gute Informationsquelle, empfiehlt die Jöchelspitze. Selbiges sagt der Typ vom Fremdenverkehrsamt der gleich noch einen guten Parkplatz kennt. Der liegt halb verborgen und bietet dem Auto Schatten. Fast am Wanderweg liegt dann der Modertal Wasserfall. Sehr hübsch. Dann über Almwiesen hinauf zum Bernhardseck. Dort beginnt der Lechtaler Panoramaweg, der seinem Namen alle Ehre macht. Langsam auf einem Bergrücken ansteigend wird die Aussicht immer schöner und aufregender. Ein paar Schneefelder sind zu überqueren, aber das ist ungefährlich. Gegen Mittag Pause auf der 2.226 m hohen Jöchelspitze. Es sind nur wenig Leute unterwegs und über allem liegt eine friedliche Ruhe. Zurück zum Auto über den Alprosensteig. Gegen Abend fahre ich weiter, komme aber nur bis Warth. Die B198 nach Lech ist derzeit nachts wegen Bauarbeiten gesperrt. Für mich ein glücklicher Umstand, so bleibe ich etwas länger im sehr schönen Lechtal in dem überraschend wenig Touristen unterwegs sind.

       *Panorama am Bernhardseck

Modertalwasserfall

             Lechtaler Panoramaweg mit der Jöchelspitze

Dienstag sehr früh aufstehen und 5 km zur Passhöhe Hochtannberg fahren. Frühstück mit Blick auf die Berge, so schön. Dann auf das Rad. Bei tollem Wetter bergab bis Au rollen, dort wenden und die Strecke bergauf zurück. Die Strecke ist wunderschön und macht trotz der Anstrengung Spaß. Am Nachmittag vom Pass zum Körbersee spazieren. Der wurde 2017 zum schönsten Platz von Österreich gewählt. Warum allerdings, das bleibt mir etwas schleierhaft. Es ist schön hier, aber nicht zum Niederknien

               Eindrücke von der Radtour vom Hochtannbergpass nach Au und zurück 

     kurz vor dem Körbersee

Mittwoch eine weitere Tour. Mein Körper ist nach den letzten Tagen schon etwas müde, aber das schöne Wetter lockt mit aller Macht. Vom Hochtannberg aus sieht man den beeindruckenden Widderstein, mein heutiges Ziel. Nach der Widdersteinhütte die ersten Schneefelder. Später führt der alpine Weg, blau/weiß gekennzeichnet, über Schotterfelder steil bergan. Bald sind die Markierungen unter Schnee begraben und die offizielle Route durch eine Rinne zu gefährlich. Umkehren? Der Berg sollte auch auf einem anderen Weg zu bezwingen sein. Also einen Weg suchen. Meine Erfahrung hilft bei der folgenden Kletterei ungemein. Es ist gefährlich, da ist keine Hilfe und keine Markierung, aber ich schaffe es auf den 2.533 m hohen Gipfel. Was für ein Erfolg! Im Gipfelbuch stehen dieses Jahr nur 5 Leute - und ich. Herrliche Aussicht, wenn auch nicht so klar wie in den letzten Tagen. 

beim Aufstieg

     Gipfel Großer Widderstein

           tolles Panorama

glücklicher und stolzer Gipfelstürmer

Am Nachmittag fahre ich weiter. Die B198 führt erst durch eine interessante Landschaft, doch ab Lech wird es zunehmend öde was vor allem an den im Sommer recht hässlichen Liftanlagen liegt. Hinter dem unschönen Arlbergpass geht es steil bergab. Ein Halt in Klösterle, doch Kaisersteig und Wasserfälle beeindrucken kaum. Weiter bis Bludenz/Bürs, wo Auhof Camping die nächste Basis wird. Netter kleiner Platz mit frischen Produkten vom eigenen Bauernhof. Freitag die nächste Tour. Zuerst mit dem Rad ins Brandnertal. Der Aufstieg bis zur Lünerseebahn schön, aber mit sehr unterschiedliche Steigungsraten. Oben angekommen bin ich schon in Wandersachen als heraus kommt das der Pfad rauf zum Lünersee gesperrt ist. Und nun? Auf maps.me findet sich eine Alternative. 300 m weiter führt der Latschenfresserweg steil bergan bis zum Saulajochsteig. Dem folge ich dann bis zur Staumauer, bei der Hitze heute eine Schweiß treibende Angelegenheit. Trotzdem eine alles in allem sehr gelungene Tour. Samstag gleich wieder aufs Rad. Das war nicht geplant aber gestern erfuhr ich das gerade heute die Silvretta Hochalpenstraße nach der Wintersperre wiedereröffnet wird. Am ersten Tag ist trotz Wochenende noch wenig los. Leider hat es an der Straße nicht mehr die erhofften Schneewände, doch die Strecke führt schön bis zur Bielerhöhe auf 2.032 m. Sonntag die Weiterfahrt nach Feldkirch, meine vorerst letzte Station in Österreich. Etwas über der Stadt gibt es einen Wildpark, der 24 Stunden offen hat. Nachmittags, mit den vielen lärmenden Kindern, sieht man nur wenige der scheuen Tiere. Erst bei meinem zweiten Besuch kurz vor der Dämmerung zeigen sich unter anderem Füchse und auch die ganze Luchsfamilie. Nur der Maschendrahtzaun stört.  

auf dem Saulajochsteig

   *Lünersee und Brandnertal

   Silvretta Hochalpenstraße

     Bielerhöhe mit Stausee

4. Woche vom 21. bis 23. Juni 2021
Montag keine Wanderung, mehr ein Spaziergang. Vorbei an der Ruine Tosters über die grüne Grenze nach Liechtenstein. Mit Neu-Schellenberg eine weitere Ruine und dann über den interessanten Felsbandweg zurück nach Österreich. Nachmittags liege ich dann am Baggersee Alte Rüttenen. Dienstag ein weiterer Ausflug nach Liechtenstein, diesmal mit dem Rennrad. In Vaduz abbiegen und hinauf nach Malbun. Unten Sonne, oben bedeckt und so niedrige Temperaturen das der Atem Wolken schlägt.

             Feldkirch

der Wildpark über der Stadt

     Zentrum von Feldkirch

EU Außengrenze ;-)

Mittwoch verlasse ich das schöne Feldkirch wie auch Österreich. Weiter geht es in diesem Sommer in die Schweiz und später nach Italien. Wer sich dafür interessiert: einfach auf die Flagge gleich hier klicken oder das eben auf der Hauptseite tun. Weiterhin viel Spaß beim Lesen und Schauen.

18. Woche, 3. Oktober 2021, der letzte Reisetag in diesem Sommer
Aus Sterzing, Italien, kommend, kreuze ich noch einmal Österreich. Über den Brenner geht die Fahrt nach Innsbruck. Nachdem ich schon mehrmals an der Stadt vorbei gefahren bin kommt es heute zu einem Besuch. Es ist ein stürmischer Empfang, denn der Föhn bläst heftig an diesem Sonntag. Im Zentrum liegen Bauzäune, Fahrräder und Werbetafeln verstreut am Boden. Ich parke an der Basilika Wilten und laufe erst mal um den Bergisel herum. Ganz nett. Mehr Eindruck macht dann die Stiftskirche Wilten, deren Interieur wahrlich prunkvoll ist. Weiter dann ins Zentrum mit Triumphpforte, dem Blick auf Mariahilf, das Goldene Dachl und dem Hofgarten. Alles wirklich sehr schön. Am späten Nachmittag noch ein kurzer Halt in Wattens an der Swarowski Kristallwelt und dann zu Freunden nach Kramsach. Montag dann die Rückkehr nach Deutschland und Crimmitschau.  

Innsbruck, Triumphpforte

Blick aufs farbenfrohe Mariahilf

         Stiftskirche Wilten

   Swarowski Kristallwelten

Das war er dann, mein Sommer 2021 in den Alpen