Südostasien vom 18. Dezember 2008 bis 7. April 2009

Nebenan, wie gewohnt, eine Karte mit der Route samt Orte der Übernachtung. Von Nepal kommend flog ich recht günstig in der Nacht vom 17.Dezember 2008 von Kathmandu nach Kuala Lumpur

1. Woche vom 18. bis 24. Dezember 2008
Der Flug in der Nacht zum Donnerstag erscheint wie ein Wechsel in eine andere Welt. Das Klima von jetzt auf gleich tropisch. Habe ich noch vor ein paar Tagen in den Bergen auf 4.000 m Höhe bei frostigen Temperaturen sehnsuchtsvoll auf eine heiße Dusche gewartet, sehne ich nun täglich einen kühlenden Schauer herbei. Tag und Nacht herrschen um die 30 °C mit einer Luftfeuchtigkeit die der einer Sauna kaum nachsteht. Da bleibt mir manchmal nur in eine große Shoppingmall zu gehen um dem Körper für eine Pause die Vorzüge einer Klimaanlage zu gönnen. Die ersten Tage Stadtbummel in Kuala Lumpur. Schön. Manches kenne ich schon von einem Stopp Over im Jahr 2001, als ich auf dem Weg nach Neuseeland einen Tag hier war. Diesmal halt alles intensiver und es bleibt auch Zeit auf den Twin Tower von Petronas zu gehen. Sonntag die Fahrt mit dem Bus nach Melaka, eine alte Stadt mit viel Geschichte. Dienstag, also rechtzeitig vor Weihnachten, der Wechsel nach Singapur. Die tolle Stadt wäre meine Wahl einer Metropole in Südostasien. Sehr sauber, trotzdem asiatisches Flair mit Tempeln, Moscheen und Kirchen im trauten Beisammensein. Dazu tolles Essen mit großer Auswahl und sehr niedrigen Preisen.

  Bikertreffen in Kuala Lumpur

   Kitsch-Rikscha in Melaka

  Sultanpalast, Kuala Lumpur

Weihnachten bei 30 °C

 die Twin Towers von Petronas

                   farbenfrohes Multi-kulti in Singapore

in Melaka

2. Woche vom 25. bis 31. Dezember 2008
Drei Tage lang schaue ich mir Singapur und den bunten Mix der Kulturen an, die hier friedlich zusammen leben. Etwas schräg allerdings das Weihnachtsfest bei diesen Temperaturen zu erleben, nebst all der Werbung und passender Deko. Schräg auch der fast übertriebene Ordnungswahn. Zum Beispiel dürfen Raucher ihrer Leidenschaft nur sehr begrenzt nachgehen: auf dem Fußweg sind kleine gelbe Flächen für sie aufgemalt. Donnerstag etwas besonderes: Nachtsafari im Zoo. Ein geniales Erlebnis. Nachts sind die Tiere aktiver, und können sich in dem riesigen Areal relativ frei bewegen. Da sind keine sichtbaren Zäune, und ich komme Tigern, Leoparden und Rhinozerossen sehr nahe. Ganz zu schweigen von der Fledermaushöhle. Freitag ein Besuch des Botanischen Gartens. Der ist sehr eindrücklich und zeigt auf einem extra Gelände eine sehenswerte Orchideenausstellung. 

Skyline von Singapur        

in Singapur                   

     Singapur, botanischer Garten mit extra Orchideengarten

   Show bei der Nachtsafari

     öffentliche Raucherecke

           ohne Worte

   viel Platz und Luxus im Bus

Samstag zurück nach Malaysia. Den kurzen Stopp in Kuala Lumpur bereue ich im Nachhinein. Im Hostel gab es Bettwanzen, die mich in nur einer Nacht heftig beißen. Ist ungefährlich, aber juckt mächtig und lange. Sonntag mit dem Bus in die nordöstlich gelegenen Cameron Highlands, zur Kolonialzeit Rückzugsgebiet für hitzegeplagte Engländer. Auf einer Höhe von 1.500 m sind die Abende kühl und die Nächte auch ohne Klimaanlage erholsam. Ringsum Regenwald durch den sich lange Pfade winden, und dazwischen schier endlose Teeplantagen. Ein angenehmer Aufenthalt, nur das Wetter spielt selten mit. Der Nordostmonsun drückt Wolken über die Berge und täglich jagt ab 14 Uhr ein heftiger Regenschauer den anderen. Das hält uns nicht davon ab eine tolle Sylvesterparty im Father’s Guesthouse zu feiern, einem Hostel das original ein Gotteshaus war und eigentlich noch ist. Der dazugehörige Erzbischof ist zur Zeit auch da, was mir als Atheist vielleicht sogar ein wenig göttlichen Segen beschert.

3. Woche vom 1. bis 7. Januar 2009
Donnerstag runter vom Berg und hinaus aufs Meer. Meine Wahl, die kleine Insel Pulau Pangkor, ist enttäuschend: die Strände langweilig, überfüllt und schmutzig, genau wie Unterkünfte und Restaurants. Also gleich am nächsten Tag weiter. Am Freitag bin ich 12 Stunden unterwegs und benutze dabei 3 Taxis, 2 Fähren und 3 Busse. Lohn der Mühe: Pulau Langkawi, eine sehr schöne Insel an der malaysischen Westküste. Viele Touristen, aber endlose, von Palmen gesäumte, Strände, sehr gutes Essen mit frischem Fisch und zollfreier Alkohol. Das Bier im Restaurant für 0,60 €. Tüpfelchen auf dem i: die Ungarin Gabrielle läuft mir wieder über den Weg :-) Tue nun das was ich seit Jahren kaum getan habe: NICHTS. Am Strand faulenzen, mit dem Moped um die Insel düsen, gut essen und all die Sachen tun die sonst noch Spaß machen. Kurzum: mein kleines Paradies ist gefunden.

Teeplantage,Cameron Highlands, bei Sonne und Regen        

   Pulau Langkawi, Malaysia

       mein kleines Paradies

4. Woche vom 8. bis 14. Januar 2009
Freitag endet mein Aufenthalt auf Langkawi. Zuvor muss ich mich von Gabrielle verabschieden, die nach Singapur fliegt. Es war eine tolle Zeit mit ihr. Mein Abenteuer geht in Thailand weiter. Die Ankunft mit der Fähre an der Grenze bringt eine erwartete Enttäuschung. Bei Einreise über Land werden nur 15 Tage Aufenthalt bewilligt, nicht 30 Tage wie früher. Das hatte ich vor kurzem gehört und entsprechend umgeplant. Mit Paula aus England, kennengelernt auf der Fähre, fahre ich an der Küste von Satun bis Krabi. Die Stadt ist nichtssagend und wir übernachten lieber in Ao Nang Beach. Der Ort erinnert mit Massentourismus stark an die überfüllte spanische Küste und so brechen wir bereits am nächsten Tag zu verschiedenen Zielen auf. Meine Wahl: der Ton Sai Strand, nur per Boot zu erreichen. Gute Entscheidung. An der schönen Bucht, umgeben von steilen Kalksteinfelsen finde ich einen günstigen Bungalow, gebaut aus Bambus und Bast. Die Bauweise und Lage unter schattigen Bäumen sorgt auch ohne Technik für angenehmes Klima. Die 22 °C in der Nacht sind inzwischen kühle Temperaturen für mich. Hauptbeschäftigung der Leute hier: Felsklettern. Das ist was für mich und so buche ich einen Einsteigerkurs. Zufällig bekomme ich meinen eigenen Lehrer. Das bedeutet beste Betreuung - und mehr Kletterei als erwartet. An nur einem Tag komme ich auf elf Klettertouren und habe abends keine Kraft mehr in den Händen. Doch es war absolut cool wie ein Äffchen in 30 m Höhe praktisch am Fels zu kleben. Samstag steigt eine Vollmondparty. Wer schon in Thailand war weis was das bedeutet: Party extrem! Die Leute sind gut drauf und selbst ohne Party grüsst in der Bucht jeder jeden und findet Zeit für einen kleinen Schwatz. Ich fühle mich sehr wohl hier, lerne einige Leute kennen und es fällt dann fast schon schwer am Dienstag weiter zu reisen.

Ton Sai Beach 

       Lehrer und Schüler...

  ...der am Felsen klebend...

...und Ausblick zur Belohnung

Dienstag mit dem Schiff nach Koh Phi Phi. Laut Reiseführer und anderen Reisenden eine DER Inseln hier. Na, das muss ich wohl etwas relativieren. Klar, die Insel ist hübsch, mehr aber auch nicht. Auf der Hafenseite ist das Wasser wohl wegen der vielen Schiffe schon grenzwertig. Auf der anderen Seite ein schöner Strand der jedoch bei Ebbe viele eckige Steine und auch Felsen entblößt. Dazu herrscht ein Hochbetrieb wie auf Mallorca, und die meisten Leute sind auch nur wegen der Strandpartys hier. Die steigen jeden Abend, sind aber vor allem Alkohol lastig. Zwei Tage spiele ich mit, dann reicht es mir.
5. Woche vom 15. bis 21. Januar 2009
Donnerstag mit der Fähre nach Phuket. Ich bleibe in der Stadt, das ist günstiger und bietet mehr Möglichkeiten. Freitag miete ich einen Motorroller, mit 4 € pro Tag und einem Spritpreis von 0,35 € pro Liter sehr günstig, und fahre die Halbinsel ab. Mir wäre nie in den Sinn gekommen das Phuket so bevölkert ist. Man kommt praktisch kaum aus den Ansiedlungen heraus und die Strände sind dermaßen überfüllt das ich kaum Lust verspüre anzuhalten. In vielen der Orte stehen die Hotels fast am Strand, werden jedoch von einer sehr stark befahrenen Strasse davon getrennt. Die berühmten Buchten von Patong und Karon sind verbaut, dazu laut und ohne jeglichen Charme. Einzig der Strand Laem Sing bekommt höhere Noten und ist mir eine Pause wert

Koh Phi Phi                       

         auf Koh Phi Phi

       die Strandbuchten von Phuket samt ihrer Belegung

Samstag mit dem Bus runter von der Halbinsel. Auf der Fahrt lerne ich den Deutschen Peter kennen. Dank gleichem Ziel steigen wir am Khao Sok Nationalpark aus. Der soll durch Regenwald und einen See bestechen. Ersteres können wir bald bestätigen, denn wir sehen im Dschungel eine Rafflesia, mit bis zu einem Meter Durchmesser die größte Blüte der Welt. Sonntag breche ich ohne Peter zu einer Zwei-Tagestour auf. Das Glück steht auf meiner Seite, denn die Gruppe besteht aus drei Engländerinnen und mir. Ich habe viel Spaß mit Michel, Tanya und Lindsay. Ganz nebenbei entpuppt sich unser einheimischer Tourführer als eine Mischung aus Crocodile Dundee und Indiana Jones. Wir fahren zum kleinen Hafen am See, steigen in ein Langboot und brausen eine Stunde übers Wasser. Der See ist riesig und nach steilen Felsen zu beiden Seiten entfaltet er sich in hunderte von kleinen Buchten. Das Ziel: schwimmende Hütten in einer abgeschiedenen Ecke. Volltreffer. Wir schlafen praktisch 50 cm über dem Wasser und von der schmalen “Bambus-Veranda” kann man gleich in den glasklaren See springen. Als Restprogramm: eine Höhlentour ohne Ausrüstung, bei der wir teils nur schwimmend vorwärts kommen, Dschungeltrekking mit Naturausbildung vom tollen Guide, sowie spät am Abend und sehr früh (6 Uhr) jeweils eine Bootsfahrt mit Tierbeobachtung. Geniale 48 Stunden.

am Khao Sok Nationalpark

       mitten auf dem See

   die schwimmenden Hütten

         noch mal der See

Montag Abend treffe ich in Surat Thani wieder auf Peter. Gemeinsam mit dem Zug nach Bangkok. Der ist recht gut, nur das die Bremsen so ruckartig zupacken als hätten wir einen Auffahrunfall und die Schienen so schlecht sind das wir manchmal beinahe aus den Sitzen gehoben werden. Unter den Umständen wird die Fahrt im Nachtzug zu einer schlaflosen Geduldsprobe. Dienstag 6 Uhr morgens Ankunft in Bangkok. Bereits am ersten Tag ein großer Stadtbummel. Bangkok zeigt sich überraschend ruhig und brav, nichts zu sehen vom so gefürchteten Trubel. Selbst die Kao San Road ist tagsüber nur ein Abklatsch dessen was da in der Nacht abgeht. Wir sehen ringsum wunderschöne Tempel wie den Wat Pho. Nur die stickige Luft erscheint dreckig, was das Klima zeitweise recht unerträglich macht. Mittwoch fliegt Peter nach Kambodscha, ich bleibe noch zwei Tage länger in Bangkok

6. Woche vom 22. bis 28. Januar 2009
Weiter in der Haupstadt. Herausragend der Königspalast mit all dem Gold und Prunk. Die vielen Touristen dort verteilen sich gut und lassen den Zauber des Ortes bestehen. Weiter erwähnenswert: das Golden Teak House mit der bizarren Geschichte seines Besitzers, der Siam Square für alle die es modern mögen und die mit Waren vollgestopfte klaustrophobische Sampang Lane. Für einen nahen Blick auf das Leben hier lohnt es mittels den zahlreich vorhandenen Fähren auf dem Fluss Chao Phraya hin und her zu fahren. Dabei einfach aussteigen wo es einem gefällt, so kommt man zu ganz persönlichen Eindrücken. Ich bin begeistert.

Eindrücke von Bangkok, in und um Ko Ratanakosin, der “Vatikan” des Thai Buddhismus, dazu Wat Phra Kaeo sowie der eindrückliche Königspalast

Freitag ein harter Reisetag. 4 Uhr in Bangkok aufstehen und mit einem frühen Bus zur Grenze. 11 Uhr zu Fuß nach Kambodscha und rein in eine Scharr widerlich anhänglicher Taxiwerber. Die ersten Stunden im Land unangenehm, weil dauernd versucht wird einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Selbst die Regierung ist gut dabei, denn Visa Gebühren werden vor Ort festgelegt und eine Quittung über das Geld erhält keiner. Nachdem es uns auf buckligen Strassen stundenlang durchschüttelt wird es erst bei der Ankunft in Siam Reap besser. Im Bus lerne ich Becca aus New York kennen. Mit ihr teile ich dann ein gutes Hotelzimmer. Samstag stößt Peter zu uns, wir wechseln in ein schweizerisch geführtes Hostel und planen die nächsten Tage zu dritt. Kleine Kulinarik: wir begegnen zum ersten Mal vietnamesischem Kaffee. Vorsicht, der kann süchtig machen. Außerdem backen sie hier im Blue Pumpkin Cafe RICHTIGES Brot. Nach drei Monaten Reise mal wieder echtes, festes, wohlschmeckendes Brot. Das ist so lecker! Ansonsten: Meine Erwartung ist hoch, schließlich gilt Angkor Wat als Mutter aller Tempelanlagen. Allerdings ist das nur ein sehr kleiner Teil der ehemaligen antiken Großstadt mit der heutigen Bezeichnung Angkor. Die einzigen Gebäude darin aus Stein waren Tempel, deren Ruinen sich nun auf 200 km² verteilen. Drei Tagen lang stehen wir 4.30 Uhr auf, frühstücken und fahren mit dem Rad in die verschiedenen Tempelanlagen, bis wir am Nachmittag verstaubt und von der Sonne ausgedörrt unter die kühle Dusche flüchten. Der Hostel Besitzer Erik unterstützt mit Informationen, so das wir die Horden von Touristen umgehen Wir erleben tolle Sonnenaufgänge und spielen in abgelegenen Tempeln Indiana Jones. Langeweile ist chancenlos, kein Tempel ist wie der andere. Manche mehr oder weniger zerfallen, verschiedene Architektur und Baumaterialien. Dazu die unbeugsame Natur, die mit riesigen Bäumen und vor allem deren Wurzeln mitten durch oder über die Bauten wachsen. Ein Traum. Fitter als meine zwei Gefährten, lege ich Sonderschichten ein und erlebe unter anderem wie sich fast 3.000 Touristen auf dem Phnom Bakheng drängen um den Sonnenuntergang zu bewundern. Mittwoch fahren wir dann zu dritt mit dem Bus nach Battambang.

Eingang nach Ankor Thom

am Sras Srong

Pre Rup

Sonnenaufgang Angkor Wat

       der Gott Brahma ist überall zu finden, bis ins Detail

               Ta Kea

       die Natur gewinnt

       hübsche Bildhauerei

  Terrasse des Lepra-Königs

               Ta Som

           Angkor Wat

     Tempel Phimeanakas

       Chau Say Thevoda

           Banteay Samre

           in Siam Reap

7. Woche vom 29. Januar bis 4. Februar 2009
Donnerstag leihen wir uns in Battambang Motorroller aus und erkunden damit die Umgebung. Wenn man die Hauptstrasse hinter sich lässt, bleibt der Asphalt zurück und nur Dreck übrig. Wir fahren ein ganzes Stück durch das Hinterland, halten am Phnom Banan genau so wie am Phnom Sampeau, wo sich neben dem Tempel eine Hinrichtungsstätte der Roten Khmer befand. Oben auf dem Hügel übrigens vietnamesische Geschütze made in GDR. Nach einem Platten wechselt in einem Dorf ein alter Mann vor seiner Werkstatt, Schuppen und Wohnhaus in einem, den Schlauch von meinem Hinterrad. Alle sind heute sehr freundlich und hilfsbereit zu uns. Am Abend sehen wir nach der langen Runde aus wie die Strassen der Gegend - voll vom rötlichen Staub.

Battambang, Phnom Banan

Laden auf dem Land          

am Weg gefunden

Battambong, Phnom Sampeau 

     Transport auf dem Land

           normale Straße

         Privattankstellen, mit geeichten Behältnissen ;-)

       Kinder auf dem Land

 roter Staub der alles einfärbt

       Armut auf dem Land

             ohne Worte

Freitag mit dem Bus die Hauptstadt Phnom Phen. Ein Beispiel dafür wie laut und dreckig eine Großstadt sein kann. Bürgersteige selten, und wenn, zugeparkt. KEIN öffentlicher Nahverkehr, ein Unding für die Millionenstadt. So fahren tausende von Mopeds, die alle ihre eigenen Verkehrsregeln kreieren. Überall Müll, der bei 30 °C seine ganz eigene Duftnote entwickelt. Samstag sehen wir uns die “Killing Fields” und das berüchtigte S-21, ein politisches Gefängnis aus der Pol Pot Zeit, an. Unvorstellbar welche Gräueltaten hier in den 70ger Jahren stattfanden. Noch unvorstellbarer das die Welt aus politischen Gründen ganze 20 Jahre weg schaute und den Verantwortlichen so noch viele Jahre sorgenfreies Leben bescherte. Da kann sich die UNO ordentlich auf die Schulter klopfen :-(. Sonntag die schönen Seiten der Stadt mit Nationalmuseum, Königspalast und Silberne Pagode. Unsere Truppe löst sich danach auf. Peter fliegt nach Bangkok und Becca macht sich auf nach Singapur. Komisches Gefühl nach zwei Wochen wieder allein unterwegs zu sein. Für eine Pause fahre ich an die Strände von Sihanoukville. Sonnen, baden und Party. Das gezapftes Bier für 0,20 €, Gin Tonic oder Bacardi Cola 0,80 €. Weitere Erklärung überflüssig. Mit dem Motorroller kann ich den Massen am Hauptstrand samt andauernd werbender Verkäufer entgehen und genieße schöne Zeiten am Otres Beach.

Sonnenuntergang Phnom Phen

StVO ?                                

             Killing Fields

       das S-21 Gefängnis

                       der Königspalast in Phnom Penh

         Moped Werkstatt

             erwischt :-)

8. Woche vom 5. bis 11. Februar 2009
Erholt und voller Energie am Freitag nach Phnom Phen. Nach nur einer Nacht weiter. Eine Bus/Boot Kombination bringt mich auf dem Mekong über die Grenze nach Vietnam  Erste Station dort: Chau Doc, gleich hinter der Grenze. Eine für vietnamesische Verhältnisse kleine Stadt. Ich muss viele Hallo’s erwidern und die Leute versuchen immer mal wieder mich kurz zu berühren, so viele Touristen scheinen hier also nicht Station zu machen. Schwer zu sagen woran es liegt, aber vom ersten Moment an fühle ich mich wohl im Land. Sonntag weiter nach Can Tho, an einem Nebenarm des Mekong. Ich mache eine Bootsrundfahrt, die mich ab 5.30 Uhr morgens in den Sonnenaufgang schifft und an zwei schwimmenden Märkten vorbei, es wird gleich vom Boot aus verkauft, langsam immer tiefer ins Hinterland bringt. Das kleine Boot hat nur mich als Fahrgast, der “Kapitän” ist auch mein Guide. Coole Sache. Tags darauf ziehe ich mit einem richtig guten MTB los und erkunde immer schmalere Strassen, die Pfade werden, und auf immer kleineren Brücken immer schmalere Kanäle überwinden. Viele der Einheimischen die mir begegnen winken freundlich und es wird das nächste tolle Abenteuer zwischen Reisfeldern und Wasserbüffeln. Ein toller Besuch im Mekongdelta.

Markt in Chao Doc       

   schwimmender Markt im Mekong Delta, mit guter Auswahl, das

Architektur in Can Tho

Verkaufsangebot an den Mast gebunden

 auch Boote haben Gesichter

       Transport im Delta

   mit dem Boot durchs Delta

Mittwoch nach Ho Chi Minh Stadt oder, wie es viele immer noch bezeichnen: Saigon. Die Stadt kaum aufregend, vielleicht habe ich aber auch schon zu viele asiatische Großstädte gesehen. Die Einwohner fahren inzwischen mehrheitlich ein kleines Motorrad und das Fahrrad ist eher ein Symbol für Armut. Der dichte Verkehr sorgt für Dauerstau, Busse quälen sich noch langsamer als die Zweiräder durch die Engstellen. Für Fußgänger ist ein Überqueren gleichzusetzen mit dem Teilen des Roten Meeres. Für die Furchtlosen: Auf eine kleine Lücke im Verkehr warten und dann langsam aber bestimmt loslaufen. Klappt zu 99,99 % :-).
9. Woche vom 12. bis 18. Februar 2009
Donnerstag eine geführte Tagestour um Saigon herum. Die Gruppe von 13 Leuten bunt gemischt. Neben den üblichen Touristen Stopps an kunsthandwerklichen Läden besuchen wir in Tay Ninh den Cao Dai Tempel. Hier ist der Hauptsitz des Caodaismus, ein indigener Glauben der Teile von Katholizismus, Hinduismus und Buddhismus unter einem Dach vereint. Sehr farbenfroh und eindrücklich. Hinterher wird es abenteuerlich bei den Tunneln der Vietcong in Cu Chi. Neben viel Information aus Kriegszeiten ist es ein klaustrophobisches Erlebnis durch die Tunnel zu kriechen. Wer will kann hier auch mit einer M 16 oder AK 47 herumballern

mein Hightech MTB im Delta

         Tempel Cao Dai

     Caodaisten beim Beten

drei Farben als Symbol des Einflusses der verschiedenen Religionen

Tunnel der Vietcong nebst Eingang

         Verkehr in Saigon

   ein viel benutzter Klassiker

Freitag nehme ich den ersten Teil meines Open Bus Tickets in Anspruch. Das bindet mich an eine Busfirma, aber die Strecke bis Hanoi kann wie gewünscht gestückelt werden und für die 1.700 km zahle ich nur 437.000 Dong, knapp über 20€. Auf geht es ins zentrale Hochland nach Da Lat. Auf der Höhe von 1.400 m herrschen erträgliche Temperaturen, zum ersten Mal dieses Jahr brauche ich abends sogar lange Sachen. Die Gegend ist schön, mit Seen, Wasserfällen und Vulkangipfeln. Einzig das Wetter ist ungewöhnlich: es regnet täglich, dabei gilt der Februar als der trockenste Monat hier. Das hält mich nicht von zwei Ausflügen mit dem Rad ab, auch wenn es mich manchmal einweicht. Ziele: Lang Bian Mountain, schöne Kiefernwälder und Ausblick auf die Gegend. Bao Dai Palace nebst Bahnhof Cremaillere. Der sehr schöne Linh Phuoc Tempel und unspektakulär: Cam Ly Wasserfall. Zu guter letzt zum Hang Nga, verrückten Haus. Das unkonventionelle Gebäude ohne rechte Winkel ist eine Art Märchenschloss, abenteuerlich und richtig cool. Ich treffe sogar die Architektin, eine Tochter von Truong Chinh, Landesvater wie Ho Chi Minh.

bei Da Lat, der farbenprächtige Linh Phuoc Tempel

   Hang Nga, das verrückte Haus, wie bei Alice im Wunderland

Es ist nun nötig das Reisetempo zu erhöhen, sonst geht mir, wenn es auch unglaublich erscheint, die Zeit aus. Montag sind es nur 130 km aus den Bergen hinunter nach Nha Trang am Meer. Schnell gilt festzustellen: geniale Strände und wenig Touristen. Schade, bei mehr Zeit wären die umliegenden Berge und Inseln drin gewesen. Schon Dienstag Abend mit dem Nachtbus ganze 500 km weiter nach Hoi An. Die Altstadt mit Gebäuden noch aus Kolonialzeiten besticht mit Charme und Elleganz. Es macht mir Spaß durch die Gassen und Märkte zu streifen. Nachts sieht man überall Laternen, ein Produkt für das Hoi An sehr bekannt ist.

Nha Trang                     

   der Strand gleich nebenan

                           auf dem Markt in Hoi An   

Altstadt Hoi An

         Long Son Pagode

   Filmaufnahmen im Tempel

 die Eisenbahn vor der Haustür

     Laternen, Laternen, Laternen, am Tag wie auch nachts

             in Hoi An

             coole Tür

10. Woche vom 19. bis 25. Februar 2009
Donnerstag ein Ausflug zu den nahen Ruinen von My Son, 1.000 Jahre alte Tempelüberreste des Champa Reiches. Die gänzlich   ohne Mörtel errichteten Ziegelbauten haben zwischen all dem grün der Vegetation etwas mystisches. Nachmittag weiter nach Hue, vor 200 Jahren noch Hauptstadt des Landes. Das Zentrum war mal die Verbotene Stadt in Vietnam, allerdings hat der Unabhängigkeitskrieg gegen Frankreich viel zerstört. Was dann noch stand haben die Amerikaner zum großen Teil Ende der 60ger platt gemacht. Was für ein Verlust. Freitag ein Bummel zur riesigen Zitadelle und zur Bao Quoc Pagode. Was auffällt: es sind immer weniger Touristen zu sehen. Im Bus ist sehr viel Platz, wir saßen vorgestern nur zu dritt in einem. Auch bei der Tour am Freitag auf dem Hue Fluss zu alten Tempeln, Pagoden und Gräbern sitzen nur 4 Leute im Boot wo 25 Platz haben. Entweder ist die Saison vorüber oder die globale Krise wirkt sich bereits auf die Reisefreude aus. So wird das Werben um Touristen härter und manchmal nervt es gewaltig wie oft man auf der Strasse angesprochen wird um eine Tour zu buchen, ins Restaurant zu kommen, ein Motorrad oder eine Rikscha zu benutzen. Das sind die Schlimmsten und hartnäckigsten, deren Angebot gleich so weitergeht: Bier, Massage, Lady… Wobei wir bei der Kulinarik wären. Das Essen ist Top. Wir sprechen immer noch von Nudeln oder Reis, aber das wurde mir auch schon in China nicht langweilig, wenn der Rest dazu passt. Feines Gemüse und Tofu, Fisch bzw. Fleisch in allen Varianten. Die Portion um 1 €. Frühstück inzwischen nicht mehr im Restaurant europäisch, sondern auf der Strasse. Dank französischer Kolonialzeit gibt es an jeder Ecke Baguette. Die 20 bis 30 cm langen Teile werden mit Fleisch, Chili,  das weckt auf am Morgen, und Gemüse gefüllt und kosten circa 0,30 €. Dazu gibt es für 0,25 € den, meinem Geschmack nach, besten Kaffee der Welt. Weich, rund, stark und auch ohne Zucker schon leicht süßlich. Geniales Zeug mit Suchtgefahr.

               My Son

am Meer

schöne Details

     die Zitadelle von Hue      

       die Zitadelle von Hue

Eingangstor

 Thien Mu Pagode

           Flussrundfahrt

Was sich in Hue schon angedeutet hat, wird bald zur traurigen Realität. Mit dem Wechsel in den nördlichen Landesteil ändert sich neben dem Wetter, nun viele Wolken und manch grauer Tag, auch das Verhalten der Leute. Mir wird klar warum mancher von Vietnam so enttäuscht ist. Nach dem überaus angenehmen und entspannten Süden sind die Leute hier häufig unfreundlich und auf unangenehme Weise nur hinter dem Geld her. Bei Touren wird viel versprochen, was dann mit fadenscheinigen Gründen zusammengestrichen wird. Auf die Erfahrung hätte ich gern verzichtet. Zur Reise. Samstag Abend in den Nachtbus steigen. Der braucht für die 650 km bis Hanoi ganze 14 Stunden. Die Stadt hat von Anfang an schlechte Karten. Nieselregen, alles grau in grau, die Unterkünfte nicht besonders und vieles um einiges teurer als im Rest des Landes. Ich bleibe nur eine Nacht und sehe außer dem Mausoleum von Ho Chi Minh noch manch andere Sehenswürdigkeit aus dem grauen Nebel auftauchen.

Ho Chi Minh Mausoleum     

   hübscher Tempel in Hanoi

   Transportproblem gelöst

   Zahnarzt zum Zuschauen

Trotz vieler Werbung überall entscheide ich mich gegen eine geführte Tour in die Halong Bay, zu viele Storys von enttäuschten  Leuten, und reise unabhängig. Die in einer Buchhandlung erstandenen Karten helfen bei der Organisation. Montag nach Halong City und dort im sehr chaotischen Hafen eine Fähre zur Insel Cat Ba finden. Bei der Überfahrt zeigt sich trotz stark bewölktem Himmel die einzigartige Landschaft der Bucht, wo hunderte von Kalksteinfelsen senkrecht aus dem Wasser empor ragen. Genial. Auf Cat Ba finde ich ein gutes Hotel mit Blick über die Bucht. Dienstag mit einem Rad die Insel erkunden. Schöne Ausblicke und eine interessante Sicht auf das Leben hier welches fast nur auf dem Wasser statt findet. Mittwoch doch eine Schiffsrundfahrt mit Übernachtung. Schön, abgesehen von vielen Diskussionen mit wechselnden Reiseführern. Erneut gilt, das man nur 80 % der vorher vereinbarten Leistungen bekommt. Egal, ich kann das verdrängen und die Landschaft genießen. Die Fahrt auf der alten Holzdschunke ist cool und wir besuchen einige Höhlen. Die sind kitschig beleuchtet, aber trotzdem sehr eindrücklich.

11. Woche vom 26. Februar bis 4. März 2009
Donnerstag kommt sogar die Sonne teilweise raus und wir haben für die Jahreszeit so was wie tolles Wetter. Kleine Tour um die Felsen mit Kajaks und gegen Mittag in Halong City ausschiffen. In Hanoi regnet es dann wieder und ich will gleich weiter.

Halong Bay im Nebel

Touristenschiff

     schwimmendes Dorf

       schwimmender Laden

                       die Dong Thien Cung Höhle

     spektakuläre Wohnlage

  Halong Bay, ein letzter Blick

Donnerstag Abend mit dem Nachtzug in die Berge nach Sapa, kurz vor der Grenze zu China. Die bequemen Touristenzüge sind schon alle ausgebucht, aber ich will eh einen Hartsitzplatz. Der kostet nur ein Drittel, ist jedoch zugegebenermaßen unbequem. Die Holzbank ist zu niedrig und ich weis nicht wohin mit den Beinen. Die anwesenden Vietnamesen schauen recht verdutzt, sie sehen wohl nur selten Touristen in diesem Zug. Das wiederum zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, Abenteuer nennt sich sowas  In Lao Cai, der Endstation des Zuges, ein weiteres Kapitel Nordvietnam. Die ersten Minibusfahrer verlangen für die 38 km nach Sapa das 8fache vom normalen Preis! Ich habe Hausaufgaben gemacht und weiß was zu verhandeln ist, doch erneut stört die Aggressivität der Leute. Sapa? Hübsch, wenn man die Umgebung mal aus dem Nebel auftauchen sieht. Verträumte Dörfer an riesigen Reisterrassen und bis zu 3.100 m hohe Berge rund um den Fansipan. Die Temperatur auf 1.400 m erträglich. Freitag sehr entspannt durch Sapa wandern. Samstag mit einem Motorrad die weitere Umgebung mit seinen schönen Dörfern erkunden Sonntag mit einer Gruppe nach Bac Ha, dem berühmten Wochenmarkt hier. So was habe ich auch noch nicht gesehen. Äußerst farbenfroh tragen die Leute ihre Trachten, handeln alles was man braucht und nicht braucht um hier zu überleben.

in Sapa                        

  kleine Dörfer in der Gegend

   Reisterrassen ohne Ende...

  ...und der harte Job darauf

                 der Sonntagsmarkt in Bac Ha, farbenfroh und voll kulinarischer Überraschungen...

Montag die Abreise aus Sapa. Nachdem wir uns seit Hanoi immer wieder über den Weg gelaufen sind bin ich nun mit drei Polen unterwegs, Pjotr, Maui und Cami. Wir sind ein tolles Team und finden unseren Weg durch die Berge. Drei Tage lang Bus fahren in Folge. Zuerst nach Dien Bien Phu, noch in Vietnam. Dienstag über die Grenze nach Laos. Der Grenzposten im Niemandsland lässt sich Zeit. Weder auf der einen noch auf der anderen Seite gibt es viel zu tun und die nächste “Stadt” ist jeweils drei Busstunden entfernt. Die Strasse in Laos ein holpriger und sehr staubiger Feldweg durch die Berge. Wenn uns ein Fahrzeug entgegen kommt, was häufig geschieht weil wir auf die Privatrallye Singapur - Macau treffen, müssen wir halten weil die Sicht  wegen dem Staub für einige Zeit gegen Null geht. Wir sehen nach der Fahrt auch entsprechend aus. Gegen Mittag vor Muang Kuah. Die Strasse endet hier und kleine Boote bringen uns über den Fluss ins Dorf. Immerhin schaffen wir es noch am selben Tag bis Muang Xay, eine Provinzhauptstadt im Norden von Laos. Dort trennen sich die Wege der Gruppe und ich bin wieder solo unterwegs, doch komme gleich mit einem Paar aus Kanada überein. Unser gemeinsames Ziel am Mittwoch: Luang Nam Tha im äußersten Nordwesten von Laos, nahe der Grenze zu Thailand wie auch zu China. Gleich ums Eck: der Nam Ha Nationalpark.
12. Woche vom 5. bis 11. März 2009
Ich leihe mir für drei Tage ein Mountainbike aus und kreuze durch die Gegend. Kleine Dörfer mit netten Einheimischen, das ist so angenehm nach Nordvietnam, und viel Natur. Einzig störend: über allem liegt ein dicker Hitzedunst. Die Nächte sind super, unter 20°C, doch am Tag knacken wir mühelos die 35°C. Und es tut weh wenn man sieht wie viele Hänge abgeholzt sind, vor allem im Nationalpark. Glückwunsch an die chinesischen Firmen die dafür Abholzrechte haben. Eines meiner Highlights im Park: Übernachte am Freitag privat in einem Dorf. Bin nicht der erste Ausländer hier, aber mindestens für einen Tag der Einzige. Mit den Einheimischen wohnen, essen und, sehr schwierig, unterhalten. Samstag bin ich wieder in Luang Nam Tha und begegne  zwei jungen Frauen die ich bereits in Nepal getroffen habe - vor mehr als drei Monaten. Das ist ein Ding und wird entsprechend gefeiert. Tags darauf der Weg zurück nach Muang Xay. Die Stadt ist zwar wenig aufregend, doch das Essen ist super und ich gehe zur Massage: 3 € die Stunde, wobei man sogar noch das hiesige Rote Kreuz unterstützt. Dazu ist die Massage richtig gut.

im überfüllten Bus...       

mein Übernachtungsdorf      

  ...die obligatorische Panne

             Nong Khiaw

               das einfache Leben auf dem Land in Laos

       Strom = Fortschritt?

       eine Restaurantküche

Laos ist bisher das entspannteste Land in ganz Asien. Manchmal könnte man davon sprechen das die Leute fast schon als faul gelten, aber eben nur manchmal. Ansonsten sind sie auf eine natürliche Art und Weise freundlich. Inzwischen gehe ich mit der 7., eigentlich 8., Währung auf der Reise um. Nepalesische Rupie (Verhältnis €:Rupie 1:100), Singapurdollar (1:2), malaysischer Ringit (1:5), thailändischem Baht (1:47), kambodschanischer Riel (1:6.000 oder in US$), vietnamesischer Dong (1:22.000, war nach jedem ATM Besuch Millionär), laotischer Kip (1:12.000, Millionär bin ich nur selten, der Bankautomat rückt mit einem Mal nur 700.000 Kip, 60 €, heraus). Die Reise passt sich der Geschwindigkeit im Land an. Bei den schlechten Strassen und alten Bussen gelingen meist nur 30 Kilometer die Stunde. Mit den Pausen wird so eine 200 km Strecke zur Tagesreise. Montag mit dem Bus nach Nongkhiaw. Wir bleiben eine Nacht, dann mit dem Boot auf dem Nam Ou hinauf nach Muong Ngoi Neua. Ohne Straßenanschluss ein idealer Rückzugsort. Schon die Fahrt auf dem Fluss wie ein Stück aus dem Film: “Apokalypse Now”. In dem Dorf Nongkhiaw bewohne ich für 3 € die Nacht einen kleinen Bungalow mit eigener Terrasse und Blick auf den Fluss. Mit neuen Reisekollegen aus Kanada und Belgien lasse ich es mir gut gehen. Zum Beispiel bringt uns ein Boot flussaufwärts und auf Reifen treiben wir durch unberührten Dschungel zum Dorf zurück. Mittwoch wandern wir durch Dörfer und sehen einige Höhlen.
13. Woche vom 12. bis 18. März 2009
Die nächsten Tage ausspannen, am Fluss existiert sogar ein schöner Strand, und eine größere Trekkingtour durch Dörfer der Umgebung. Dabei raschelt es so manches Mal im Dickicht und ich möchte gar nicht wissen was das alles für Getier war. Alles in allem ein angenehmer Aufenthalt der von kleinen Partys begleitet wird. Strom gibt es übrigens in Muong Ngoi Neua nur von 18 bis 23 Uhr von ein paar Dieselgeneratoren. Samstag per Boot nach Nongkhiaw und gleich weiter mit dem Bus. Auf der Fahrt kommen wir an recht großen Feuern vorbei, Brandrodung der Farmer. Ziel des Tages: die ehemalige Königsstadt Luang Prabang

der Nam Ou bei Muang Ngoi Neua

       eine Angelmethode

die Katze hieß “Hitler” 

         Albinowasserbüffel     

       die Dorfhauptstraße

       sah ich zu tausenden

       der Schweinestall

       the coke side of life

Luang Prabang ist eine schöne Stadt, leider ziemlich touristisch mit schicken Cafes und nur noch wenigen bezahlbaren Betten. Dazu machen die Farmer der Gegend vielen einen Strich durch die Rechnung. Ihre Brandrodung sorgt zusammen mit der Hitze für einen dicken grauen Schleier in der Luft. Manchmal regnet es sogar etwas Asche. Montag ein Ausflug per Rad zum 30 km entfernten Kuang Si Wasserfall. Der ist überwältigend, wohl einer der schönsten im ganzen Land. Mit Glück hab ich einen der eiskalten Pools zwischen Felsen und Palmen ohne Touristen ganz für mich allein, traumhaft romantisch. Dienstag weiter nach Vangvieng, eine Touristenmetropole der besonderen Art. Ein Fluss durchschneidet die herrliche Karstlandschaft mit senkrechten Kalksteinfelsen und Höhlen ohne Ende. Leider machen viele hier nur Tubbing, sprich sie schwimmen auf großen Reifen ein Stück den Fluss herunter. Dabei gilt vor allem sich an einer der vielen Bars mit Schwingseilen und Spaß-Rutschen sinnlos zu besaufen. Teile dieser Gruppen ziehen dann abends sturzbetrunken und halb nackt durch Vangvieng, was für ein Abbild der doch hoch gelobten westlichen Kultur. Möchte gar nicht wissen was die Einheimischen deshalb über uns denken.
14. Woche vom 19. bis 25. März 2009
Ich halte mich da lieber an das was die Natur zu bieten hat. Zu Fuß streife ich umher und sehe dabei unter anderem die riesige Poukham Höhle. Freitag ein Ausflug mit 8er Gruppe. Gemeinsam besuchen wir die Elephant Cave, laufen und schwimmen in der Water Cave bis tief unter die Erde, fahren mit dem Kayak auf dem Nam Song durch scheinbar unberührten Dschungel. Super. Kurz vor Vangvieng kommen wir auf die Tubbing Strecke und pausieren in einer der Bars. Hat was von Mallorca und Ballermann. 

Luang Prabang

Restaurant an der Straße

       der herrliche Kuang Si

unterirdisch in der Water Cave

     Chill out in Vangvieng

       tubbing in Vangvieng

   die riesige Poukham Höhle

           Abkühlungsbad

Samstag mit einem sehr frühen Bus nach Vientiane, Hauptstadt von Laos. Das ist die mit Abstand ruhigste, entspannteste und “niedlichste” Hauptstadt überhaupt. Meist ein Verkehrsaufkommen wie in einer Kleinstadt, nur wenige Gebäude höher als drei Stockwerken und alles ganz easy. Der Stadtrundgang durch das Zentrum ist schnell beendet. Ganz nett ist der Patuxai, eine Art Triumphbogen, so wie die Goldene Stupa Pha That Luang, die als Heiligtum des Landes auf jedem Geldschein abgebildet ist. Sonntag Abend auf nach Pakse. Ich will noch mal in die Berge, denn im Tiefland nähern wir uns Tagestemperaturen von 40 °C, unangenehm für mich. An der Busstation etwas außerhalb wartet dann DIE Überraschung. Nach all den alten, klapprigen und zusammengeflickten Bussen gibt es diesmal ein nagelneues Luxusgefährt. Bunt bemalt erwarten mich bequeme Liegeflächen nebst jeglichem Service ähnlich dem in einem Flugzeug. Derart verwöhnt schwebe ich in der ersten Etage knapp unter den Straßenlaternen die 700 km lange Strecke entlang. Im Vergleich zu vielen anderen Fahrten wird es eine sehr erholsame Nacht.

Vientiane, Patuxai      

             in Vientiane 

         Pha That Luang

  mein Luxus Bus nach Pakse

Montag ein Bummel durch Pakse, die Stadt hat immerhin ein paar schöne Ecken und liegt am hier schon sehr breiten Mekong. Nebenbei Informationen für das Abenteuer der nächsten Tage sammeln. Tags darauf leihe ich mir eine kleine Honda, 125 cm³, aus und wage einen ersten Ausritt damit. Vom anfänglichen Asphalt sind bald nur noch breite Feldwege übrig. Bei Champasak liegen die interessanten Ruinen vom Hindutempel Vat Phou nebst einem Museum. Weil das mit dem Motorrad gut funktioniert breche ich am Mittwoch mit reduziertem Gepäck ins Bolavenplateau auf. Die Strecke schlängelt sich von Pakse unmerklich auf 1.200 m Höhe hinauf. Am Weg ein paar schöne Dörfer und einige Wasserfälle. Übernachtet wird am schönen Tad Lo Wasserfall.

mobiler Laden                   

   Sonnenuntergang in Pakse

       Pakse, Wat Tham Fai

   meine Honda für 8 Tage

15. Woche vom 26. März bis 1. April 2009
Donnerstag weiter auf dem Bolavenplateau. Die Fahrwege aus rötlicher Erde zwingen zu einem gemütlichen Tempo, aber ich will ja auch was sehen. Über Beng und Thateng nach Sekong. Am Weg Plantagen mit Tee und Kaffee, sowie manch schöner Wasserfall. Ich schlucke ordentlich Staub auf den Erdpisten und scheuche sogar einige Schlangen über selbige. Die nächste Nacht in Attapeu, aber von dem Ort bin ich eher enttäuscht. Freitag in einer Schleife nach Pakxong. In der Nähe des Dorfes zwei wunderschöne Wasserfälle, der Yuang und der Tad Fane. Die Nächte sind nun übrigens dank der Höhe erträglich und tags über merkt man die Hitze auf dem Motorrad kaum. Samstag erkunde ich die Umgebung von Pakxong. Mehr Wasserfälle und Pfade die mich tiefer in den Busch führen. Abends erlebe ich heftiges Wetterleuchten und unter dem Haus sitzend, so wird hier gebaut, explodiert bei einem kurzen Gewitter ein Kugelblitz nur wenige Meter entfernt. Sehr einprägend, vor allem der intensive Ozongeruch. Sonntag an Pakse vorbei nach Süden. Bei Thang Beng abbiegen, 30.000 Kip Eintritt bezahlen und bis ins Dorf Kiet Ngong fahren. Dort reite ich am Nachmittag auf einem Elefanten zu den Felssäulen von Vat Phou Asa. Der Ritt ist nichts für Weicheier. Zum einen schaukelt der Korb auf seinem Rücken das man fast seekrank wird und als Lenker, der durfte ich für eine Weile sein, sitzt man so breitbeinig im Nacken des Tieres das eine männliche Körpergegend sehr viel Druck abbekommt. Aber das Abenteuer macht Spaß und ich verstehe mich spätestens beim Bananen füttern gut mit Mgo, eine echt coole Geschichte.

Bolaven Plateau                   

Kaffeeplantagen überall...

         Yuang Wasserfall

 ...und was man daraus macht

       Tad Fane Wasserfall

   Tad Champa Wasserfall

     im Dorf übernachten und auf dem Elefant Mgo reiten

Montag kann mich auch ein platter Reifen nicht aufhalten. Der ist schnell in einem Dorf repariert. Weiter zu den 4.000 Inseln, kurz vor der Grenze zu Kambodscha. Der hier meist gemächlich dahin fließende Mekong hat mit Schwemmsand über die Jahre ungefähr 4.000 Inseln jeglicher Größe geschaffen. Herrlich. Zuerst besuche ich den Khone Phapheng, auch Mekong Wasserfall genannt. Da geht die Post ab, und das sogar bei der jetzigen Trockenzeit. Diese Fälle sind das einzige Hindernis um den Fluss weiter nach Norden schiffbar zu machen. Wieder ein Stück rauf nach Norden, das Motorrad bei einem Restaurant abparken und mit einem Boot auf die Insel Don Det übersetzen. Dort existieren keine Strassen und alles geht einen sehr gemächlichen Gang. Spazieren, baden, abmatten (wir sind wieder bei 40°C), das ist alles. Dienstag Nachmittag zurück auf das Festland und mit der Honda nach Pakse. Kaum zu glauben, aber auf ihr bin ich in acht Tagen über 1.000 km durch das Hinterland von Laos gereist. Ein tolles Abenteuer. Das Motorrad hat mich gerade mal 5 € Miete am Tag gekostet und Benzin war Spott billig. Meine Zeit in Laos ist damit um. Am Mittwoch mit lokalem Transport über die Grenze hinein nach Thailand. Schon gegen Mittag erreiche ich Ubon. Auf Grund fehlender Busverbindungen gelingt die Weiterreise mit einem Liegeplatz im Nachtzug nach Ayutthaya.

der Khone Phapheng Fall     

  “Hauptstraße” auf Don Det

     Besucher im Bungalow

     Tankstelle in Südlaos

16.  und letzte Woche vom 2. bis 7. April 2009
Ayutthaya war die Hauptstadt vom alten Königreich bis sie im 18. Jh von den Burmesen niedergewalzt wurde. Sehr schade  denn selbst die verbliebenen Sachen sind beeindruckend. Donnerstag beginne ich mit einem Gang durch den Geschichtspark im alten Zentrum. Überraschend schöne und eindrückliche Tempelruinen, wie Wat Ratchaburana oder gleich gegenüber der Wat Mahathat mit dem in einer Wurzel eingeschnitzten Buddhagesicht. Der freie Eintritt beim ersten Tempel lässt mich rätseln, beim zweiten frage ich nach warum es nichts kostet. Nun, die Schwester des Königs hat heute Geburtstag und deswegen ist überall der Eintritt frei. Was für ein Glück für mich. Nach dem sehr schönen Wat Phra Sri Sanphet eine Pause im Hostel.Nachmittag mit dem Rad zu den entfernteren Zielen wie dem Wat Chai Watthanaram. Bin von dieser Stadt ehrlich beeindruckt und begeistert.

Ayutthaya,Wat Ratchaburana  

       Wat Phu Khao Thong

       Wat Phra Mahathat

Wat Mahathat, Buddhagesicht

     Wat Chai Watthanaram

       Wat Phra Si Sanphet

         Freilichtmuseum Mueang Boran in Samut Prakang

Freitag nach Bangkok, wo ich mir zum Abschluss was gönne. Das sehr saubere Doppelzimmer mit Klima, TV, Kühlschrank und King Size Bett für 16 € die Nacht. Vor allem die Klimaanlage ist wichtig, sonst komme ich in bei der Hitze in der Stadt zu keinem erholsamen Schlaf. Durch Zufall treffe ich Reisebekannte und gehe ein wenig shoppen. Der Chatuchak Markt bietet als größter Markt des Landes seine Waren auf 10.000 Ständen feil. Samstag stürze ich mich in dieses Gewimmel. Nachmittag als Kontrast das schöne Jim Thompson Haus. Sonntag für einen Tag ins nahe Samut Prakang. Dort sind im Mueang Boran Teile des Landes nachgebaut. Ich erwarte wenig, etwa Miniworld oder so was. Weit gefehlt. Im wohl größten Freilandmuseum der Welt wurden im Maßstab 1:5 bis 1:20 Tempelruinen nachgebaut, stehen Paläste die gar nicht mehr existieren und neben viel Erläuterung sind alte Dörfer und Architekturbeispiele in einen schönen Park eingebunden. In all dem kann man problemlos herum laufen. Irre. Für die 15 km Rundweg brauche ich eines der kostenlos angebotenen Räder und habe einige vergnügliche Stunden. Montag heißt es dann final packen und sich gedanklich von Südostasien verabschieden. Tags darauf mit dem Flieger nach Deutschland

 in Samut Prakan im Museum Mueang Boran, nachgebaute Tempel, Paläste und so manch schönes Detail

Ein Schlusswort
Das war es nun also: Am 7. April 2009 bringt mich die Air Berlin zurück nach Deutschland. Voll mit Eindrücken, Erlebnissen und mit tausenden von Fotos im Gepäck verlasse ich Asien. Ausgeruht und voller Vorfreude geht es darum Familie und Freunde zu sehen, sowie ab dem 30.04.2009 einen neuen Job anzutreten.